Ausstellung

Schülerprojekt verwandelt die Grundrechte in Fotomotive

Im Mai zeigen die Schülerinnen und Schüler des Sophie-Scholl-Gymnasiums ihre Aufnahmen zu den Grundrechten auch im Bert-Brecht.-Haus.

Im Mai zeigen die Schülerinnen und Schüler des Sophie-Scholl-Gymnasiums ihre Aufnahmen zu den Grundrechten auch im Bert-Brecht.-Haus.

Foto: Kerstin Bögeholz

Sterkrade.  Schülerinnen und Schüler des Sophie-Scholl-Gymnasiums setzen das Grundgesetz in Szene – ein Projekt zum 70-Jahre-Jubiläum der Verfassung.

Das Grundgesetz als Gegenstand kreativer Auseinandersetzung? Ja, das geht. Erst kürzlich hat der Gesetzestext im aufwendig gestalteten Magazinformat Hunderttausende Käufer gefunden. Nun haben sich 27 Schüler der Klasse 9c des Sophie-Scholl-Gymnasiums daran gemacht, die ersten 19 Artikel der bundesdeutschen Verfassung fotografisch umzusetzen und einige ihrer Arbeiten vorgestellt.

Symbolisch sollen die Motive zum Ausdruck bringen, was Jugendliche heute mit der Rechtsgrundlage der Bundesrepublik verbinden, die seit nunmehr 70 Jahren das Fundament für das gesellschaftliche Zusammenleben in Deutschland darstellt.

In Artikel 11 beispielsweise, in dem es um Freizügigkeit geht, kommt als Komposition verschiedener Fotos daher, bei dem ein Mädchen mit einem Reisekoffer im Vordergrund steht: Mal scharf im Zentrum des Motivs, dann transparent und sich in verschiedene Richtungen bewegend. Bei der Religionsfreiheit (Artikel 4) greifen vier Hände freundschaftlich-kräftig jeweils den Unterarm des Gegenübers, die Handrücken zieren Symbole der großen Weltreligionen.

Mit fachkundiger Unterstützung

„Man ist dem Thema so viel näher gekommen und hat auch mehr verstanden“, sagt Mia Poersch (14) über das Projekt. „Und es hat einfach auch mehr Spaß gemacht als im normalen Unterricht“, ergänzt Alina Magdt (14). Die Schülerinnen sind sich einig: So etwas sollte öfter in der Schule vorkommen.

In Kleingruppen recherchierten die 14- bis 15-jährigen Schüler zu den Grundrecht-Artikeln, suchten Texte heraus, die sie damit verbinden und überlegten sich eine passgenaue Motiv-Idee. Die durften die Schüler schließlich mit professioneller Fotoausrüstung umsetzen.

Ausstellung im Bert-Brecht-Haus

Dabei standen ihnen Seminarleiterin Barbara Kröger von „Arbeit und Leben“ und der Medienpädagoge und Fotograf Sebastian Kirch zur Seite. „Die Klasse war extrem kreativ und hat zu sehr abstrakten Texten eine eigene Bildsprache entwickelt“, betont Kirch, der den Schülern auch bei der Bildbearbeitung half und für den optischen Feinschliff sorgte.

Der besondere Workshop geht auf Initiative von Arbeit und Leben - DGB/VHS NRW e.V. zurück, die mit finanzieller Unterstützung von „Demokratie leben!“ Oberhausen, den Schülern drei Tage die Möglichkeit einräumte, außerhalb des regulären Unterrichts sich einmal künstlerisch-kreativ mit dem eher trocken formulierten Grundgesetz zu beschäftigen – sonst klassischer Gegenstand des Politik-Unterrichts der Mittelstufe.

Die Vorfreude bei den Schülerinnen und Schülern steigt nun: Denn ab dem 6. Mai sollen die 19 Arbeiten im Großformat im Bert-Brecht-Haus am Saporishja-Platz ausgestellt werden.

>>> Fotokunst als Demokratie-Förderung

Geplant ist eine Wanderausstellung mit Bildern und Texten der Jugendlichen, die an verschiedenen Orten in Oberhausen gezeigt werden soll.

Das Projekt wurde mit 3000 Euro des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ zur Demokratieförderung bezuschusst.

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