Multifunktionskomplex

Politik und Verwaltung verteidigen Osterfelder „Stadthalle“

Das Architekturbüro Gernot Schulz hat mit seinem Entwurf den Architektenwettbewerb gewonnen.

Das Architekturbüro Gernot Schulz hat mit seinem Entwurf den Architektenwettbewerb gewonnen.

Foto: Schulz

Oberhausen.   Ratsgruppe Bündnis Oberhausener Bürger kritisiert „enorme Kostensteigerung“ des neuen Bürgerzentrums. Im Planungsausschuss gibt’s Contra.

Mit deutlichen Worten haben sowohl Planungsdezernentin Sabine Lauxen als auch die Oberhausener SPD die Pläne für den Multifunktionskomplex an der Gesamtschule Osterfeld verteidigt. Karl-Heinz Mellis, Mitglied der Ratsgruppe Bündnis Oberhausener Bürger und Vorsitzender des Planungsausschusses, hatte in der jüngsten Sitzung des Gremiums die „dramatische Kostensteigerung“ kritisiert.

17,5 statt 1,4 Millionen Euro

Zur Erinnerung: Ursprünglich geplant war an dieser Stelle ein neues Jugendzentrum für rund 1,4 Millionen Euro. Doch die Pläne wurden immer größer – und gipfelten in einen Architekten-Wettbewerb im vergangenen Jahr für einen Gesamtkomplex aus Jugendzentrum, Bibliothek und einer auch für Bürger nutzbaren Aula – die zu einer Art kleiner Stadthalle für Osterfeld wird. Kostenpunkt: 17,5 Millionen Euro, die Stadt rechnet mit Zuschüssen in Höhe von 11,5 Millionen Euro.

Er könne nicht nachvollziehen, dass Kosten etwa für den Brandschutz in der ursprünglichen Planung nicht bedacht worden seien, meinte Mellis im Ausschuss.

Kosten waren von Anfang an klar

Dezernentin Sabine Lauxen gab Contra: Es sei von Anfang an klar gewesen, dass solche Kosten in einem reinen Architekten-Wettbewerb keine Rolle spielen. Das habe man als Stadt vielleicht lauter kommunizieren können, doch intern, auch in den Gesprächen mit der Bezirksregierung, hätten immer alle Karten auf dem Tisch gelegen. Das Projekt ist „eine große Chance für Osterfeld“.

Die neue Kostenaufstellung – auch mit Sparvorschlägen an anderer Stelle – sei bereits bei der Bezirksregierung zur Prüfung, die Stadt wartet noch auf Antwort. Der Multifunktionskomplex, die neue Osterfelder „Stadthalle“, ist Teil des Projektes „Soziale Stadt Osterfeld“, bestehend aus 42 Einzel-Projekten. Ob und wie an anderer Stelle gespart werden muss, ist noch unklar.

Konsens für das Projekt

Ulrich Real (SPD) sprang Planungsdezernentin Sabine Lauxen zur Seite. Er konnte die BOB-Kritik nicht nachvollziehen. „Vor zwei Jahren haben wir uns in einem Konsens für das Projekt entschieden. Von den zu erwartenden Kostensteigerungen haben wir gewusst.“ Die Frage sei doch: Ist uns der Stadtteil die Investition wert? Die SPD könne diese Frage nur mit einem eindeutigen und klaren Ja beantworten.

Weil die Oberhausener Linken abwarten wollen, ob für den Komplex an anderer Stelle gespart werden muss, hat der Planungsausschuss zunächst ohne Votum vorberaten. Den endgültigen Beschluss zur Umsetzung der Pläne fasst nun der Rat der Stadt, der am Montag tagt.

>>> Info: Kosten kompensieren

Die Stadt hat bereits Spar-Vorschläge erarbeitet und eine Liste über Projekte erstellt, die eventuell über andere Fördermöglichkeiten finanziert werden können.

Beispiele: Schulhof-Umbauten Robert-Koch- und Osterfelder Heide-Schule, Umgestaltung Vestische Straße, Ausbau Spielplatz Giesbertstraße.

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