Aus der Geschichte

Kalendergeschichten halten Sterkrader Anekdoten fest

So sah es aus, als die Gaststätte „Klumpen Moritz“ anno 1950 eine Bierlieferung erhielt.

Foto: Stadtarchiv OB/Repro: Schimmel

So sah es aus, als die Gaststätte „Klumpen Moritz“ anno 1950 eine Bierlieferung erhielt. Foto: Stadtarchiv OB/Repro: Schimmel

Sterkrade.   Zum 27. Mal bringt Heimatforscher Alfred Lindemann seinen Heimatkalender heraus und erinnert darin auch an einen Besuch von Peter Frankenfeld.

„Allmählich muss ich schon suchen, um neue Themen zu finden“, sagt der Sterkrader Heimatforscher Alfred Lindemann und meint seine „Alt-Sterkrader Kalendergeschichten“, die jetzt in ihrer 27. Auflage erschienen sind. Gefunden hat er aber wieder zwölf Geschichten, die einst in und um Sterkrade herum geschehen sind.

So wirft Lindemann gleich im Januar 2018 einen Blick in die Baugeschichte des Stadtteils – am Beispiel der Bahnhofstraße 13. Dort hatte Fabrikschreiner Johann Schöter anno 1903 sein altes Haus abgerissen, um statt dessen zwei neue errichten zu lassen. Die stehen noch heute. Auch mit einem Stein des Anstoßes befasst sich der Sterkrader – mit dem Bahnhof. Der ist schon lange Anwohnern, Geschäftsleuten und Politikern ein Dorn im Auge. Die Ansicht des Bahnhofs von 1920 vermittelt heute fast idyllische Impressionen.

Viel in Archiven unterwegs

Seit Jahr und Tag nutzt der Heimatforscher beide Seiten seiner Kalenderblätter, um Wissenswertes zu vermitteln: „Eine Seite habe ich dieses Mal der heiligen Mission in der Kapuzinerkirche zu Sterkrade gewidmet.“ Das war 1913. „Eine solche Mission wurde etwa alle zehn Jahre abgehalten. Ziel war und ist die Aufklärung und Stärkung des katholischen Glaubens“, führt Lindemann aus. Nur die Gruppe des Missionskreuzes von 1913 ist heute noch erhalten.

Für Themen und Fotos ist Alfred Lindemann viel in Archiven unterwegs. Daheim in Sterkrade finden sich unzählige historische Dokumente, aus denen er schöpfen kann. Doch das allein reicht ihm nicht. Für die „Kalendergeschichten 2018“ fand er ebenso Material in privatem Besitz, im Stadtarchiv und im Archiv der ehemaligen Ruhrwacht. „Manchmal greife ich selbst zur Fotokamera, wenn ich heutige Ansichten dokumentieren will“, erläutert Lindemann.

Manchmal ändert sich auch gar nicht so viel

Und manchmal scheint sich in Jahrzehnten gar nicht so viel zu ändern. So wurde die Traditionsgaststätte Klumpen Moritz anno 1950 ebenso mit Gerstensaft beliefert wie anno 2017 und sicher auch 2018. Nur eines ist anders – das Aussehen der Lieferfahrzeuge.

Ach übrigens: Wussten Sie, dass der legendäre Entertainer Peter Frankenfeld im Mai 1961 Station in Sterkrade gemacht hat? Der Gitarre spielende Sterkrader Bergmann Helmut Badey sollte in Frankenfelds Sendung „Toi-Toi-Toi“ auftreten; dazu wurde in Sterkrade ein kurzer Film gedreht.

Schon jetzt darf man wohl gespannt sein, was Alfred Lindemann für die 28. Kalendergeschichten 2019 noch neues Altes ausgraben wird.

>>>>>> INFO: Die Kalender gibt es im örtlichen Buchhandel:

Die „Alt-Sterkrader Kalendergeschichten“ erscheinen seit 1992 aus der Feder von Alfred Lindemann, der von seinem Sohn Ulrich unterstützt wird. Inzwischen gehen die Kalender beinahe in alle Welt; dorthin, wo sich Sterkrader niedergelassen haben. Der Kalender kostet 10 Euro und ist im Oberhausener Buchhandel und bei Alfred Lindemann (0208 - 660010) erhältlich.

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