Freiherr-vom-Stein-Gymnasium

Infotag in Sterkrade – ohne fairen Handel keine fairen Jobs

Informationen aus allererster Hand: Auch Goliati Nkana, Lehrer der Partnerschule in Arusha/Tansania. erklärte am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium die Bedeutung von Fair Trade. 

Informationen aus allererster Hand: Auch Goliati Nkana, Lehrer der Partnerschule in Arusha/Tansania. erklärte am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium die Bedeutung von Fair Trade. 

Foto: Jory Aranda

OBERHAUSEN.   Die Experten Martin Kluck und Goliati Nkana berichten am Sterkrader Gymnasium aus erster Hand über die Bedeutung und Prinzipien fairen Handels.

Viele engagierte Schülerinnen und Schüler kamen in der Aula des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums zusammen und informierten sich auf einem speziellen Parcours facettenreich rund zum Thema fairer Handel.

An fünf Infoständen erklärten die Mitglieder der Fair-Trade-AG, worum es bei fairem Handel eigentlich genau geht und warum es so wichtig ist, sich dafür einzusetzen. Ein stabiler Mindestlohn, der Verzicht auf Kinderarbeit oder auf gesundheits- und umweltschädigende Chemikalien sind beispielsweise Voraussetzungen für fairen Handel und faire Produktion.

Um nicht nur den Wissensdurst fair zu stillen, sondern auch den Durst nach Leckerem, gab es warmen Kakao und Bananenmilch. Natürlich aus fairem Handel.

Viele Fragen an den einzelnen Stationen

Es fiel auf, dass gerade die jüngeren Schüler sehr wissenshungrig waren und sich mit Fragen an den Stationen intensiv beteiligten.

„Warum ist Kinderarbeit denn eigentlich so schlimm?“, fragte ein junger Schüler. „Die Kinder bekommen doch Geld für ihre Arbeit“. Eine Schülerin der AG erklärte ihm, dass man Kinderarbeit in Entwicklungsländern nicht mit einer Arbeit für junge Menschen in Deutschland vergleichen kann. „Die Kinder müssen zum Beispiel schon früh schwere Lasten tragen oder kommen mit gesundheitsschädlichen Chemikalien in Kontakt.“ Und vom verdienten Geld, was sehr wenig sei, könnten sich ihre Familien dann kaum etwas leisten.

Anschaulich ging es auf dem Informations-Parcours zu: Damit die Schüler verstanden, was mit schweren Lasten genau gemeint sei, hatten die AG-Teilnehmer einen Umzugskarton mit Schulbüchern randvoll gefüllt. Den rund. 20 Kilo schweren Karton, eine durchaus übliche Last bei Kinder-Jobs in Entwicklungsländern, bekam kaum ein Schüler in die Höhe.

Seit 2015 schon kann sich das Sterkrader Gymnasium stolz „Fair-Trade“- Schule nennen und unternimmt seitdem so Einiges auf diesem Gebiet.

Als künftige Volunteers in Tansania

Zwei Ehrengäste waren vor Ort, um den Schülern aus erster Hand über das Land Tansania und die Arbeit in der Fair-Trade-Branche zu berichten. Martin Kluck, Gründer eines fairen Mode-Labels, das in Tansania hauptsächlich T-Shirt unter fairen Bedingungen produziert, zeigte sich sehr zufrieden mit der Aktion. „Auch bei den jüngeren Schülern scheint schon viel Hintergrundwissen vorhanden zu sein. Sie stellen Fragen, die man eigentlich eher von Erwachsenen erwartet.“

Zweiter Stargast war Goliati Nkana aus Tansania, der die Fächer Englisch, Kunst, Musik und Kisuaheli an der Edmund-Rice-Sinon-Secondary-School, Partnerschule des Sterkrader Gymnasiums, unterrichtet. Anhand zahlreicher Fotos berichtete er detailreich aus Tansania.

Die Übersetzung vom Englischen ins Deutsche übernahmen zwei Schüler, die sich schon auf einen ganz besonderen Einsatz freuen: Sie werden bald selbst als Volunteers Erfahrungen und Eindrücke in Tansania sammeln.

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