Einkaufen

In Sterkrade stehen die Einkaufssonntage auf dem Prüfstand

Wie geht’s weiter mit den verkaufsoffenen Sonntagen in Sterkrade – darüber diskutierte jetzt die Stig.

Wie geht’s weiter mit den verkaufsoffenen Sonntagen in Sterkrade – darüber diskutierte jetzt die Stig.

Foto: Herbert Höltgen

OERHAUSEN.   Die Sterkrader Interessengemeinschaft fragt die Mitgliedermeinung ab. Wenn Shopping-Sonntage gelingen sollen, müssen alle an einem Strang ziehen.

Spiel- und Sportwochenende, Lichter- und Drei-Königsfest: Die drei Anlässe, in Sterkrade an Sonntagen die Geschäfte zu öffnen, galten bisher als gesetzt. Soll das so bleiben oder wird sich daran in Zukunft etwas ändern? Um eine Antwort auf diese Frage zu finden, trafen sich Mitglieder der Werbegemeinschaft Stig zur Diskussion im Veranstaltungszentrum Café & Bistro Jahreszeiten. 28 Händler, Dienstleister und Gastronomen nahmen daran teil.

Wachsende Konkurrenz durch den Onlinehandel

„Wir müssen Anlässe schaffen, damit die Kunden kommen“, fasste der Stig-Vorsitzende Robbie Schlagböhmer die notwendige Reaktion der Gewerbetreibenden vor Ort auf die wachsende Konkurrenz von Internethandel und Einkaufszentren zusammen. Daran, dass die verkaufsoffenen Sonntage dabei eine wichtige Rolle spielen, hatte keiner der Anwesenden ernsthaft Zweifel.

Doch um sie weiterhin anbieten zu können, fehlt es in Sterkrade möglicherweise an Geld und Engagement. Das Vorgehen der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, verkaufsoffene Sonntage durch Klage kurzfristig zu verhindern, stärkt nicht gerade das Interesse des Handels, in aufwändige Feste zu investieren, von denen er möglicherweise nicht profitiert.

So verrückt es klingen mag: Ausgerechnet das best besuchte Event im gewohnten Dreierpack der Veranstaltungen, die eine Sonntags-Öffnung rechtfertigen, das Spiel- und Sportwochenende, bringt dem Handel die geringsten Umsätze ein. Dennoch bestand unter den Anwesenden kein Zweifel daran, dass es weiterhin als Hebel dienen soll, um die Sonntags-Öffnungszeit der Geschäfte genehmigt zu bekommen. Allein das enorme Engagement der Vereine rechtfertige die Beteiligung der Gewerbetreibenden. Weniger Einigkeit herrschte bei der Bewertung der beiden anderen Ladenöffnungs-Anlässe.

Enttäuschendes Drei-Königsfest

Sie zu beantragen und genehmigt zu bekommen, braucht der Stig-Vorstand verbindliche Zusagen seiner Mitglieder, sich mit attraktiven Angeboten am Gelingen der beiden Feste zu beteiligen. Während das Lichterfest im vorigen Jahr recht positiv verlief, fehlte es dem Drei-Königsfest im Januar am Publikumsandrang. Der Grund: Schausteller waren einfach nicht gekommen!

Um das künftig zu vermeiden, müssten Stig-Mitglieder in Vorleistung gehen. Dazu, so wurde vermutet, seien nicht alle Händler bereit. „So ein Fest zu stemmen, kostet uns rund 10.000 Euro“, schätzte der Stig-Vorsitzende. Und dennoch: Der harte Kern der Werbegemeinschaft, so stellte sich heraus, ist nicht bereit, die beiden Feste kampflos als Laden-Öffnungsanlässe aufzugeben.

So einigte man sich darauf, auch die Meinung der nicht anwesenden Mitglieder abzufragen und dabei über das Stadtteilbüro Gewerbetreibende einzubeziehen, die der Werbegemeinschaft nicht angehören. Die Befragung wird nun durchgeführt.

Leserkommentare (2) Kommentar schreiben