Verkehr

Grüne Welle für Radler in Oberhausen-Biefang

Der Radfahrverkehr soll flüssiger werden. Die Stadt will Induktionsschleifen in den Radweg einbauen.

Der Radfahrverkehr soll flüssiger werden. Die Stadt will Induktionsschleifen in den Radweg einbauen.

Foto: Kai Kitschenberg

Oberhausen.   Die vielen roten Ampeln an der Königstraße provozieren Unfälle. Das Rathaus will daher Induktionsschleifen in den Radweg einbauen.

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Der Radverkehr an der viel befahrenen Königstraße in Biefang soll flüssiger werden. Bisher stehen sich Radler auf einer Strecke von nur etwa 300 Metern an drei aufeinanderfolgenden Ampel-Kreuzungen oft so lange die Beine in den Bauch, dass viele einfach bei Rot über die von täglich 12.000 Fahrzeugen genutzte Straße fahren – und damit Unfälle an den wichtigen Zu- und Abfahrten der A 3 riskieren. Nun soll den Radfahrern eine grüne Welle ermöglicht werden. Dazu will das Rathaus für rund 10.000 Euro Induktionsschleifen im Radweg einbauen.

Radfahrer müssen auf dem kurzen Stück der Königstraße über neun Straßen fahren. Sie kreuzen beiden Auf- und Abfahrten zur A 3 (mit je drei Straßen) und anschließend die Einfahrt zum Chemiewerk Oxea (mit drei weiteren Straßen). An jeder Kreuzung haben sie anzuhalten, um auf grünes Licht zu warten. Fahrzeiten von mehr als fünf Minuten haben Verkehrsexperten der Stadt gemessen – bei einer grünen Welle wären es 2,5 Minuten.

Aus Sicht der Polizei und der Stadt bergen die vielen Querungen trotz eines hohen Schwerlastverkehrs an der Straße an sich zwar kein Gefährdungspotenzial. Doch der Zeitverlust provoziere ein Fehlverhalten: Radler fahren bei Rot. „Das wollen wir verhindern“, sagte Sabine Janclas vom städtischen Bereich Tiefbau in der Bezirksvertretung Sterkrade. Dazu sollen an zwei Ampeln Sensoren eingebaut werden. Nähert sich ein Radler, schalten die Ampeln auf Grün.

Stadt will Fehlverhalten verhindern

Aus Sicht der im Ortsteil engagierte Biefanger Interessengemeinschaft (Big) sind diese Induktionsschleifen die kompliziertere und teurere Lösung. „Viel einfacher wäre, den Radweg auf der anderen Straßenseite für beide Richtungen freizugeben“, meint Helmut Starosta von der Big. Dort gibt es weniger Straßen zu kreuzen. Seit Jahren setzten sich Biefanger für diese Lösung ein.

Im Rathaus winkt man ab: „Der Radweg auf der anderen Straßenseite ist nicht breit genug, um ihn in beide Fahrtrichtungen auszubauen“, sagte Janclas im Stadtteilparlament. Ein Umbau wäre nötig.

Radler loben, dass das Rathaus auf ihre Belange eingehe. „Gerade bei der Ampelschaltung werden Radfahrer und auch Fußgänger zu selten einbezogen“, sagt Burkhard Schmidt von der Oberhausener Kreisgruppe des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs. In der Folge seien Grünphasen häufig zu kurz. „Die Abläufe sind auf Autofahrer ausgerichtet, Radfahrer und Fußgänger müssen dafür länger warten.“ Dabei zeige sich: „Wartezeiten von mehr als zwei Minuten provozieren ein Fehlverhalten und Leute gehen bei Rot über die Ampel.“ Das gelte es zu verhindern

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