Osterfeld

Gesamtschule Osterfeld wird zur Kulturschule

Kulturelle Elemente aus vielen Ländern fanden sich wieder im Rahmenprogramm zur Verleihung des Gütesiegels „Kulturschule“ an die GSO.

Foto: Franz Naskrent

Kulturelle Elemente aus vielen Ländern fanden sich wieder im Rahmenprogramm zur Verleihung des Gütesiegels „Kulturschule“ an die GSO. Foto: Franz Naskrent

oberhausen.   Das Gütesiegel würdigt die Bemühungen um Toleranz und Ausgleich. Lehrer, Schüler und Gäste feierten dies mit einem internationalen Programm.

Sie ist mit 1500 Schülern nicht nur sehr groß, mit 60 Prozent Anteil an Kindern und Jugendlichen mit Zuwanderergeschichte ist auch die kulturelle Vielfalt an der Gesamtschule Osterfeld ausgeprägt. Junge Menschen unterschiedlicher Herkunft lernen hier miteinander auszukommen.

Die Verantwortlichen an der Schule begreifen das nicht als Hindernis, sondern als Chance. Ihre Bemühungen um gegenseitiges Verständnis, um Toleranz und Ausgleich wurden jetzt mit der Verleihung des Gütesiegels „Kulturschule“ durch den Oberhausener Kulturdezernenten Apostolos Tsalastras gewürdigt. Das geschah bei einem Festakt in der Aula, bei dem Lehrer und Schüler 200 geladenen Gästen ihre Vielfalt demons­trierten. Da wurde gezeigt, wie man sich an der Heine­straße gegen Rassismus zur Wehr setzt, wie man sensible Themen für die Internationalen Kurzfilmtage aufgreift oder Zuwanderern zusammen mit der Stadtteilbibliothek den Zugang zur Welt der Literatur eröffnet.

Zweistündiges Programm mit Musik und Tanz

Wie lebendig es an der GSO zugeht, wurde am Nachmittag beim Kulturfestival in der Aula und im Foyer deutlich. Auf der Bühne hatten Schüler und Lehrer ein gut zweistündiges Unterhaltungsprogramm mit Musik und Tanz auf die Beine gestellt.

Während eine Schülerin beim Karaoke ihr Gesangstalent unter Beweis stellte, boten türkische Mütter zusammen mit den Lehrerinnen Melahat Ilseven-Marangoz und Aylin Kus im Foyer türkische und deutsche Leckereien an, verschiedene Kuchensorten, die Eltern gebacken hatten, aber auch Herzhaftes wie Sucuk, eine Knoblauchwurst im kleinen Fladenbrot.

Schüler nahmen teil am Lichterlauf

Referendarin Hatice Cagan erläuterte den Besuchern, wie die asiatische Ebru-Kunst funktioniert, der „Tanz der Farben auf dem Wasser“. Schülerin Chantal führte das dann praktisch vor, indem sie die so entstehenden Bilder auf Papier brachte. Am Stand nebenan entstanden selbstbedruckte Graffiti.

Zwei Tische weiter informierten Schüler über fairen Handel. Beim befreundeten Bottroper Fußballverein Blau-Weiß Fuhlenbrock lautete ein Thema „Kein Stress mit dem Stress“.

Lehrerin Natalie Rohr, die das Ganze organisiert hatte, war an diesem Nachmittag eine viel gefragte Frau. „Es hat ja keinen Zweck, wenn wir verstecken, dass wir so viele Zuwanderer haben. Deshalb gehen wir offensiv damit um“, erklärte Schulleiter Carsten Kühn. Da man als Gesamtschule ohnehin das Ziel habe, Menschen un­terschiedlicher sozialer Herkunft den Start ins Leben zu erleichtern, weite man die Aufgabe eben auf Menschen von unterschiedlicher kultureller Herkunft aus. Angesichts zunehmender internationaler Spannungen sei das jedoch nicht einfach.

Wir kommen hier sehr gut miteinander aus“

„Unterschwellig ist das auch hier zu spüren“, räumte der Schulleiter ein. Bislang habe man das gute Miteinander der Kulturen aber bewahren können.

Das bestätigte auch Schülerin Angelina (16). Sie nahm anschließend am Lichterlauf von Schülern zum Osterfelder Adventsmarkt teil, wo unter Applaus die Weihnachtsbeleuchtung eingeschaltet wurde. Angelina ist Deutsch-Albanerin und hatte zusammen mit zwei anderen Schülern am Vormittag die Verleihung des Gütesiegels moderiert. „Wir kommen hier an der Schule sehr gut miteinander aus“, sagte sie.

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