Amtsübergabe

Eine Friedhofs-Ära endet in St. Pankratius Osterfeld

Gärtnerische Amtsübergabe: Werner Welling (2. v. li.) und Thomas Wieschenkämper, umrahmt von Propst Christoph Wichmann und Bärbel Speer.

Gärtnerische Amtsübergabe: Werner Welling (2. v. li.) und Thomas Wieschenkämper, umrahmt von Propst Christoph Wichmann und Bärbel Speer.

Foto: Frank Oppitz

Osterfeld.   Thomas Wieschenkämper löst Friedhofsgärtner Werner Welling ab. Über drei Generationen sorgten Wellings für die Pflege der kath. Friedhofs-Areale.

Eine Friedhofs-Ära endet in Osterfeld: Die Familie Welling war über drei Generationen als Friedhofsgärtner für die katholische Gemeinde St. Pankratius im Einsatz. Diese gärtnerische Epoche klingt nun aus. Denn Werner Welling hat seinen Tätigkeitsbereich als Friedhofsgärtner nun ganz offiziell an Thomas Wieschenkämper übergeben.

Bärbel Speer, Mitglied im Friedhofsausschuss der Propsteigemeinde St. Pankratius, weiß zu berichten: „In unserem Gemeindearchiv liegen noch die historischen ersten Verträge mit der Familie Welling.“

Zu Beginn der 1920er Jahre wurden diese Verträge von der Gemeinde mit Theodor Welling geschlossen. Damals, also in den ersten Jahren der Weimarer Republik, übernahmen die Wellings diesen besonders wichtigen „Job“: Sie kümmerten sich um die beiden katholischen Friedhöfe an der Bottroper Straße und an der Teutstraße und entfalteten dabei eine einzigartige Arbeitskontinuität: Auf Theodor Welling folgte Wilhelm Welling, auf Wilhelm Welling folgte Werner Welling, der nun 65 Jahre alt geworden ist und damit etwas kürzer treten will.

Echte Oasen in der Stadtlandschaft

Die Gemeinde hätte es durchaus gerne gesehen, wenn der Gärtnermeister seinen Vertrag nochmals um einige Jahre verlängert hätte. Doch Werner Welling hat sich mit 65 Jahren für ein wenig mehr Freizeit und Muße entschieden. Ganz in den Ruhestand geht er aber nicht, denn schließlich wird es weiterhin das Gartencenter Welling geben, das ja direkt am katholischen Friedhof Bottroper Straße liegt und über die Gehrbergstraße zu erreichen ist.

Auf Vermittlung von Propst Christoph Wichmann gab es nun mitten auf dem grünen Friedhofs-Areal einen kleinen Pressetermin mit den beiden Gärtnermeistern anlässlich der Amtsübergabe von Werner Welling an Thomas Wieschenkämper. „Die Friedhöfe sind die grünen Lungen der Stadt“, unterstrichen sie im Gespräch mit unserer Zeitung. Beide hoffen, dass das auch in Zukunft so bleibt und dass trotz des Wandels in der Bestattungskultur hin zu Urnengräbern und besonders pflegeleichter Grabgestaltung die Friedhöfe echte Oasen in der Stadtlandschaft bleiben.

Erinnerungen aus langer Tätigkeit

Werner Welling hat diesen Wandel in der Bestattungskultur über viele Jahrzehnte vor Ort erlebt. So erinnert er sich an frühere Zeiten mit zahlreichen großen, privaten Beerdigungen, zu denen die Gäste mit eigens angemieteten Bussen anreisten; auf dem Friedhof an der Teutstraße hatte der heute 65-Jährige in den 1970er Jahren zudem ungewöhnliche Aufgaben zu absolvieren. Wegen des Neubaus der Autobahn 42 (Emscherschnellweg) mussten dort damals zahlreiche Gräber im südlichen Friedhofsteil aufgelöst werden; die dort bestatteten Menschen wurden umgebettet.

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