Thema Verkehrsberuhigung

Anwohner der Ritterstraße wollen gerechte Verkehrsverteilung

Anwohner der Ritterstraße fordern eine wirksame Verkehrsberuhigung auf ihrer Straße, indem der Verkehr von und zum Käthe-Kollwitz-Berufskolleg fair auf mehrere Straßen aufgeteilt wird.

Anwohner der Ritterstraße fordern eine wirksame Verkehrsberuhigung auf ihrer Straße, indem der Verkehr von und zum Käthe-Kollwitz-Berufskolleg fair auf mehrere Straßen aufgeteilt wird.

Foto: Jörg Schimmel

OBERHAUSEN.  Bisher dient die schmale Ritterstraße alleine als Zufahrt zum Käthe-Kollwitz-Berufskolleg in Sterkrade. Anwohner fordern gerechtere Aufteilung.

An der Ritterstraße geben sich die Anwohner noch nicht geschlagen. Sie wollen nicht mehr alleine den Verkehr von und zum Käthe-Kollwitz-Berufskolleg und zur dortigen städtischen Kita tragen. Denn ihre schmale Wohnstraße ist als verkehrsberuhigter Bereich ausgebaut. „Wir haben Anwohner, die stehen direkt hinter ihrer Haustür auf der Straße“, gibt Marcus Plenker zu bedenken.

Und das Berufskolleg soll auch noch ausgebaut werden. Jüngst erfuhren die Anwohner aus dieser Zeitung, dass die Stadt trotzdem dort keinen Handlungsbedarf sieht. Der Autoverkehr auf ihrer Straße sei ihnen zumutbar, hieß es.

150 Fahrten pro Stunde zumutbar

So wurde es Anfang des Jahres der Bezirksvertretung Sterkrade berichtet. Denn auf die Beschwerden der Anwohner hin hatte es nicht nur im September 2018 einen Ortstermin mit ihnen gegeben, sondern am 18. Dezember auch eine Verkehrszählung. Ergebnis: Bis zu 150 Fahrten pro Stunde, also mehr als zwei pro Minute, seien auf einem sogenannten Wohnweg zumutbar. Die Spitzenbelastung habe aber bei ganzen 46 Autos pro Stunde gelegen.

„Der Tag der Messung ist nicht repräsentativ gewesen“, sagt Anwohner Burkhard Black. Kurz vor Weihnachten sei der Betrieb in der Sporthalle der Schule schon eingeschränkt gewesen. „Außerdem wird die Schule ja bald ausgebaut. Es kommen noch 800 Schüler hinzu“, berichtet Anwohner Uwe Jansen. Er bezweifelt die Richtigkeit des Arguments, die meisten Berufsschüler kämen nicht mit dem Auto.

Anwohner wurden bereits selbst aktiv

Die Nachbarn haben selbst gezählt. Anwohnerin Judith Beck berichtet: „Am 19. März waren es zwischen 6.49 Uhr und 20.30 Uhr 617 Fahrzeuge, am 21. März zwischen 7 Uhr und 19.40 Uhr 627.“ Das sagt freilich nichts darüber aus, wie viele Autos es in der Spitzenstunde waren. „Beim Ortstermin am 13. September waren es in 45 Minuten 107 Pkw und zwei Lkw“, sagt Nachbar Carsten Olrich. Das wären hochgerechnet aber auch weniger als 150 pro Stunde.

Uwe Jansen sagt, ab 20 Fahrzeug-Bewegungen pro Stunde müssten die Behörden einschreiten. Zum Beleg verweist er auf ein Urteil des Oberverwaltungsgerichts Koblenz von 2012. Aber dort war der Kläger gerade mit dieser Forderung unterlegen. Sie stammte von der Feststellung, ab 20 Fahrten pro Stunde sei es Anwohnern nicht mehr zumutbar, eine Straße noch selbst fegen zu müssen. Die Gefährdung beim Fegen, so urteilten die Richter, sei jedoch nicht gleichzusetzen mit der Gefährdung von Anwohnern, die nach draußen auf die Straße treten würden. Dabei gelten eben die 150 Fahrten pro Stunde.

Belastungen gleichmäßig verteilen

Burkhard Black und Uwe Jansen wollen das Problem grundsätzlich angehen. Es gehe nicht an, sagen sie, dass eine große Schule über eine solche Wohnstraße angebunden wird. Wenn schon, dann müssten die Belastungen im ganzen Viertel gleichmäßig aufgeteilt werden.

Und da könne es nicht sein, dass die Ackerstraße durch einen Zaun von der angrenzenden Kita getrennt werde. Vielmehr verlangen sie eine Öffnung der Ackerstraße und dazu die Umdrehung der Einbahnstraßen-Regelung auf ih­rem weiter östlich gelegenen Abschnitt.

Eine Straße für Hinfahrt, eine Straße für Rückfahrt

Ihre Idee: Wenn zwischen dem Schulhof als Parkplatz des Berufskollegs ein Einbahnstraßenschild aufgestellt würde, könnte die Ritterstraße nur noch für die Hinfahrt zu Schule und Kita benutzt werden. Die Rückfahrt müsste über eine Ackerstraße ohne Zaun erfolgen. Für diese Lösung wollen sie sich jetzt stark machen.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben