Schüler-Musical

„Next to normal“ feiert umjubelte Premiere in Sterkrade

Schnell wird deutlich: Irgendetwas stimmt nicht mit Diana (Leonie Grundmann). Ihr Ehemann Dan (Leonard Karter) verzweifelt langsam. Die Premiere des Musicals „Next to normal“ am Sophie-Scholl-Gymnasium war ein Erfolg.

Schnell wird deutlich: Irgendetwas stimmt nicht mit Diana (Leonie Grundmann). Ihr Ehemann Dan (Leonard Karter) verzweifelt langsam. Die Premiere des Musicals „Next to normal“ am Sophie-Scholl-Gymnasium war ein Erfolg.

Foto: Tamara Ramos

OBERHAUSEN-Sterkrade.   Mit „Next to normal“ geht das Musical-Projekt am Sophie-Scholl-Gymnasium in Oberhausen-Sterkrade weiter. Es wurde eine gefeierte Premiere.

Irgendetwas stimmt nicht mit Diana Goodman. Die Hausfrau kauert auf dem Fußboden. Fast panisch schwingt sie eine Packung mit Broten, schmiert Stullen für Ehemann, Tochter und Sohn. Ihre Familie betrachtet die Szene mit sorgenvollen Gesichtern. Dem Zuschauer wird schnell deutlich: Gesund ist Diana keinesfalls.

„Schüler machen Musical“: Seit Jahren erweist sich das Projekt als Erfolgsrezept am Sophie-Scholl-Gymnasium in Sterkrade. Nach den Produktionen „Aida“ und „Natürlich blond“, feierte nun das Broadway-Rock-Musical „Next to normal“ (zu Deutsch: Fast normal) Premiere in der halb vollen Schulaula. Ein Stück über psychische Erkrankungen, Suizid und Drogenmissbrauch: Kann das wirklich auf der Bühne funktionieren? Es kann!

Die Premierenbesucher bedankten sich mit langanhaltendem Applaus und stehenden Ovationen bei den Schülern. Es ist keine leichte Kost, die sich die Leiter der Gruppe Michel Hartwig (Regie) und Sebastian Hartung (Musikalische Leitung) ausgesucht haben. Und dennoch berührt und unterhält das Musical auf angenehme Weise. Zwischendurch verdrückt mancher Zuschauer eine Träne.

Bei Diana (Leonie Grundmann) wurde nach dem Tod ihres damals einjährigen Sohnes eine bipolare Störung diagnostiziert. 16 Jahre später leidet sie noch immer an ihrer Erkrankung: Starke Stimmungsschwankungen, körperliche Leiden und intensive Wahnvorstellungen begleiten ihren Alltag. Ihr toter Sohn Gabriel (Tom Bauditz) erscheint ihr fast permanent, in ihrer Vorstellung ist er ganz normal gealtert.

Flucht aus dem Elternhaus

Er tobt über die Bühne, umgarnt seine Mutter und lächelt verschmitzt, wenn sie ihn mit großen Augen anstarrt. Während ihr Ehemann Dan (Leonard Karter), stets mit einem Lächeln auf dem Gesicht, versucht, das Beste aus der Situation zu machen, leidet Tochter Natalie (Madeline Hartmann) besonders an den Ticks ihrer Mutter. Sie flüchtet so gut es geht aus dem Elternhaus, findet Linderung bei ihrem kiffenden Schulfreund Henry (Berkay Akay). Und während der Psychologe Doktor Fine (Lennart Schaaf) Diana mit unzähligen Tabletten versorgt, sieht Doktor Madden (Nediem Arem) die Erlösung von den Wahnvorstellungen in einer Elektroschocktherapie.

„Das Thema ist superspannend – und dass sich junge Menschen mit psychischen Störungen auseinandersetzen, finden wir tatsächlich fast normal“, bewertet Michel Hartwig die Aktualität des Musicals. Einige Mitwirkende kennen psychische Störungen aus ihrem persönlichen Umfeld. Dabei ist ihnen vor allem die Botschaft hinter dem Stück wichtig: „Es gibt Themen, mit denen wir uns auseinandersetzen müssen. Und, was auch immer passiert, es geht weiter“, sagt Hartwig. Weiter geht’s auch für das Projekt: Noch sechs Aufführungen sind in den kommenden Tagen am Sophie-Scholl-Gymnasium zu bestaunen.

>>> WEITERE VORSTELLUNGEN VON „NEXT TO NORMAL“

„Next to normal“ ist noch sechs Mal am Sophie-Scholl-Gymnasium, Tirpitzstraße 41, zu sehen: Am 10., 11., 13., 14., 16. und 17. November. Die Vorstellung am Sonntag beginnt um 18 Uhr, an allen anderen Tagen um 19 Uhr.

Karten (7 Euro) gibt’s per Mail an nexttonormal@gmx.net und an der Abendkasse.

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