Stadtteilentwicklung

Neues Gemeinde- und Jugendzentrum entsteht in Osterfeld

Die evangelische Auferstehungskirche in Osterfeld.

Die evangelische Auferstehungskirche in Osterfeld.

Foto: Hans Blossey

Osterfeld.   Neben der Auferstehungskirche ist ein Neubau geplant. Eine Immobilie an der Kapellenstraße wird die Gemeinde samt Grundstück dafür verkaufen.

Breiten Raum nahmen die Aktivitäten der evangelischen Auferstehungskirchengemeinde jetzt in der Bezirksvertretung ein. Die Gemeinde will an ihre Kirche an der Vestischen Straße ein neues Gemeindezentrum anbauen. Es soll zugleich Jugendzentrum sein. Und um die Baukosten aufbringen zu können, will sie sich von ihrem Grundstück an der Kapellenstraße/Ecke Teutoburger Straße trennen. Dort möchte das evangelische Christophoruswerk aus Duisburg eine Pflegeeinrichtung für junge pflegebedürftige Menschen errichten.

Jahrelang hat die Auferstehungskirchengemeinde darüber diskutiert, wie sie ihre Finanzprobleme löst (wir berichteten). Sie hat alle ihre Immobilien auf den Prüfstand gestellt. 2014 hat sie sich auf die Lösung verständigt, die ihr in Zukunft den finanziell größten Handlungsspielraum belässt: Sie konzentriert sich künftig im Wesentlichen auf das Gemeindezentrum an der Vestischen Straße mit der Auferstehungskirche.

Architekt Bartosz Czempiel präsentierte den Bezirksvertretern, wie der an der Vestischen Straße geplante Neubau konzipiert ist. Er soll direkt an die von der Straße etwas zurückstehende Kirche angebaut werden. Czempiels Büro hatte den entsprechenden Architektenwettbewerb gewonnen.

Fördermittel beantragen

„Wir sehen einen eher zurückhaltenden Auftritt des Gebäudes vor“, erklärte er. Durch den direkten Anbau an die unter Denkmalschutz stehende Kirche würden beide Gebäude miteinander verschmelzen. Der Anbau wird an das linke Seitenschiff gesetzt und erhält den gleichen Klinker wie die Kirche. Er soll eine Nutzfläche von 400 Quadratmetern haben und barrierefrei erreichbar sein.

Nach einem entsprechenden Berechnungsschlüssel werden 190 Quadratmeter davon künftig anteilig auch von den Besuchern des Jugendzentrums in Anspruch genommen. Die Bezirksvertreter gaben jetzt ihre Zustimmung dazu, entsprechende Fördermittel für den Bau aus dem Stadterneuerungsprojekt Soziale Stadt beim Land NRW zu beantragen. Aus dem Programm könnten 39 Prozent der Baukosten finanziert werden. Denn das Jugendzentrum deckt nach der Bedarfsplanung der Stadt Oberhausen zusammen mit einer Einrichtung der Falken die offene Kinder- und Jugendarbeit im Osterfelder Norden ab.

Im Frühjahr 2017 soll feststehen, ob das Land die Förderung übernimmt. Im September könnten die Gelder dann fließen. Pfarrerin Ursula Harfst betonte in der Sitzung, das neue Gemeindezentrum sei eine Einrichtung, die für alle Menschen offen sei.

Die Bezirksvertreter waren voll des Lobes. „Einfach toll“, erklärte Eva Kauenhowen (Grüne), die den funktionalen Stil des Entwurfs betonte. „Ein besonderer und guter Tag für Osterfeld“, nannte Silke Jacobs (SPD) das Projekt. Es sei generationenübergreifend und ökumenisch. „Ich freu’ mich schon auf die Eröffnung!“ Walter Paßgang (CDU) räumte ein, seine Partei sei anfangs skeptisch gewesen. Da war nämlich vorgesehen, die gesamten Baukosten zur Förderung durch den Staat anzumelden, was auf die Übernahme von bis zu 80 Prozent der Kosten durch den Steuerzahler hinausgelaufen wäre. Jetzt war auch er zufrieden: „Gratulation an die evangelische Kirche. Das ist für Heide und Klosterhardt sehr wichtig. Es kommt eine homogene Geschichte zum Tragen.“

Leserkommentare (1) Kommentar schreiben