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Neue Schilder erklären historische Orte in Oberhausen

Appetithäppchen für Geschichtshungrige: Michael Weier (Verkehrsverein), Magnus Dellwig (Stadtarchiv) und Hausherr Michael Gaigalat (LVR) präsentieren die neuen Schilder vor dem Peter-Behrens-Bau.

Foto: Michael Dahlke

Appetithäppchen für Geschichtshungrige: Michael Weier (Verkehrsverein), Magnus Dellwig (Stadtarchiv) und Hausherr Michael Gaigalat (LVR) präsentieren die neuen Schilder vor dem Peter-Behrens-Bau. Foto: Michael Dahlke

Oberhausen.  Neue Tafeln zieren die alten Gebäude der Gutehoffnungshütte. Der Verkehrsverein will noch viele weitere Schilder in der Stadt platzieren.

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Ein einziger Grund hat dazu geführt, dass unsere Stadt heute Oberhausen heißt – und nicht Sterkrade. Dieser Grund liegt an der Essener Straße. Hätte die Gutehoffnungshütte ihren Schwerpunkt vor mehr als 140 Jahren nicht von Sterkrade dorthin verlegt, wäre das damals kleine Oberhausen nicht so stark gewachsen. Vermutlich hätte dann Sterkrade bei einer Zusammenlegung Oberhausen „geschluckt“...

Stadtarchiv-Leiter Magnus Dellwig erzählt diese Geschichte gern, denn sie verdeutlicht einmal mehr, wie wichtig die Epoche der Industrialisierung für die Stadtgeschichte ist. Zwei neue Schilder an der Essener Straße – am ehemaligen Hauptlagerhaus und der ehemaligen Hauptverwaltung der Gutehoffnungshütte – weisen seit gestern auf diese Fakten hin.

Es fehlen Mitglieder

Die Tafeln sollen sowohl Touristen als auch Oberhausenern die Historie näherbringen. In mehreren kurzen Texten erläutern sie nicht nur die Architektur und die Nutzung der Gebäude über die Jahre hinweg, sondern beschreiben immer auch knapp, welche Bedeutung der jeweilige Ort für die Stadt besessen hat – und teils noch heute besitzt.

Bereits vor mehreren Jahren startete der Verkehrsverein das Projekt. Seitdem wurden 13 Schilder angebracht, 14 weitere sollen schnellstmöglich folgen. Denn der Verkehrsverein löst sich auf, da der Nachwuchs fehlt. Formal bleibt er bis Dezember 2018 bestehen. Bis dahin sollen große Teile des noch vorhandenen Vereinskapitals in die Schilder-Aktion fließen, wie der erste Vorsitzende Michael Weier erklärt.

Für die Texte arbeitete der Verkehrsverein eng mit dem Stadtarchiv zusammen. Dessen Mitarbeiter steuerten Wissen und auch historisches Fotomaterial bei. „Wenn alle Schilder fertig sind, hängen sie jeweils im Umfeld von 300 bis 400 Metern. Dann wird es spannend, weil man sie mit Rundgängen erschließen kann“, sagt Archivleiter Dellwig. Michael Weier vom Verkehrsverein, selbst als Stadtführer tätig, nickt bekräftigend.

Dreistellige Summen

Je nach Aufwand der Befestigung kosten die Schilder mal kleinere dreistellige, mal knapp vierstellige Summen, so Weier. Am Peter-Behrens-Bau durfte der Verkehrsverein jetzt den bestehenden Zaun nutzen und sparte so die Kosten für teure Edelstahl-Pfosten. Das schon stärker verwitterte Schild der Route Industriekultur direkt daneben soll es aber nicht ersetzen, sondern höchstens durch weitere Hintergrundinformationen ergänzen.

An der ehemaligen Hauptverwaltung, direkt auf der Straßenseite gegenüber, ist das zweite neue Schild kostensparend direkt an der Hauswand befestigt.

Vandalismus-Schäden

Eine Anti-Graffiti-Folie schützt die farbigen Drucke vor Vandalismus. Dass die teils bitter nötig ist, weiß Weier aus Erfahrung. Er selbst rückt mit Putzutensilien aus, um die Schilder instand zu halten. An manchen Standorten sehr häufig. „Am schlimmsten ist es an der Henkelmannbrücke. Da muss ich bis zu viermal im Monat hin.“

Auch deshalb hofft der Verkehrsverein, dass die neuen Schilder gut angenommen werden.

Einige weitere Tafeln sind bereits fertiggestellt

Weitere Schilder sollen unter anderen am Theater Oberhausen, am Friedensplatz, am Elsa-Brändström-Gymnasium, an der Herz-Jesu-Kirche und dem Hauptbahnhof gebracht werden. Teils seien die Schilder bereits fertig, sagt Michael Weier. Oft aber warte der Verkehrsverein lange auf die Genehmigung. So auch am Polizeipräsidium, das eine Landesliegenschaft ist.

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