Recycling

Neue Giftmüll-Anlage im Oberhausener Norden bereitet Sorgen

Das namentlich nicht bekannte Unternehmen hat ein Areal des Waldteich-Geländes im Oberhausener Norden bereits gekauft. Die Recycling-Anlage könnte in direkter Nachbarschaft zum Lekkerland-Standort und dem geplanten Edeka-Zentrallager entstehen.

Das namentlich nicht bekannte Unternehmen hat ein Areal des Waldteich-Geländes im Oberhausener Norden bereits gekauft. Die Recycling-Anlage könnte in direkter Nachbarschaft zum Lekkerland-Standort und dem geplanten Edeka-Zentrallager entstehen.

Foto: Hans Blossey

Oberhausen.   Ein Unternehmen will am Waldteich offenbar giftige Stoffe wieder aufbereiten. Die SPD kritisiert die Pläne scharf, die CDU beschwichtigt.

Die Sorge bei der Oberhausener SPD ist weiter gewachsen, dass sich auf dem Waldteichgelände ein Unternehmen für Giftmüll-Recycling ansiedeln könnte. Im Planungsausschuss bekräftigten die Sozialdemokraten ihre Kritik an den Anfang Mai bekannt gewordenen Plänen – und verlangten einen aktuellen Sachstandsbericht.

Wenig beruhigend dürfte die Nachricht von Ordnungsdezernent Frank Motschull gewesen sein, dass es gar nicht in der Hand der Stadt Oberhausen liegt, eine entsprechende Genehmigung für den Bau einer Recycling-Anlage zu erteilen. Zuständig ist die Bezirksregierung Düsseldorf. Oberhausen würde lediglich im Rahmen des Genehmigungsverfahrens angehört. Motschull stellte aber auch klar: Weder der Stadt noch der Bezirksregierung liege derzeit ein konkreter Antrag vor.

Verkehrsbelastung steigt

Wie berichtet hegt ein Unternehmen den Wunsch, eine Recycling-Anlage auf dem Waldteichgelände zu errichten. Das Grundstück hat dieses Unternehmen bereits gekauft. Was genau aufbereitet werden soll, ist unklar. Motschull sprach im Ausschuss von „belasteten Stoffen“. Der Abfall, das hatte die Stadt bereits bei einer ersten Anfrage erklärt, sei nicht biologisch abbaubar und würde in geschlossenen Behältern gelagert. Durch Kalk oder Zement sollen die Schadstoffe gebunden und deponiert werden.

In der Nähe des Süßigkeiten-Lagers

Für den SPD-Ratsherrn Helmut Brodrick eine unhaltbare Vorstellung. „Dort werden Lebensmittel verladen und versendet“, sprach er den dortigen Lekkerland-Standort und das in direkter Nachbarschaft geplante Zentrallager von Edeka an. Eine Recycling-Anlage für Giftmüll „gehört da nicht hin“. Er fühlt sich zudem nicht ausreichend informiert. Die Stadt könne doch zumindest bei dem Unternehmen noch einmal nachfragen.

Lieferung von gefährlichen Stoffen

Norbert Axt (Die Grünen) schloss sich der Kritik an und verwies auf die steigende Verkehrsbelastung durch noch mehr Lkw: Zu den Lieferungen von und zu Lekkerland, Edeka und dem neuen Segro-Logistikpark kämen die zu erwartenden Lieferungen von potenziell gefährlichen Stoffen hinzu.

Dezernent Motschull sagte dem Ausschuss zu, das Planungsrecht für das entsprechende Gelände noch einmal zu prüfen. Den Eindruck, gegen die möglichen Pläne etwas ausrichten zu können, machte er aber nicht. Man müsse zunächst abwarten, was passiert. So sieht es auch die CDU. Ratsherr Denis Osmann sprach von „ungelegten Eiern“. Für Panikmache sei es der falsche Zeitpunkt.

>>>INFO: Name des Unternehmens nicht bekannt

Den Namen des Unternehmens gibt die Stadt nicht bekannt. Auf eine Anfrage Anfang Mai hatte ein Sprecher erklärt, dass es sich ausdrücklich nicht um die Firma Repasack handelt, die bereits an der Weißensteinstraße am Waldteichgelände ansässig ist. Die Wiesbadener Repasack GmbH betreibt in Oberhausen eine Verwertungsanlage. Spezialisiert ist das Unternehmen laut Internetseite auf die Rücknahme und Verwertung gebrauchter Papiersäcke aus Gewerbe und Industrie.

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