Musik-Szene

Musik in luftiger Bahnsteig-Atmosphäre in Oberhausen

Volker Buchloh, Leiter der Städtischen Musikschule, begrüßte die Zuhörer bei der Matinee auf dem Museumsbahnsteig.

Volker Buchloh, Leiter der Städtischen Musikschule, begrüßte die Zuhörer bei der Matinee auf dem Museumsbahnsteig.

Foto: Frank Oppitz

Oberhausen.   Da staunten viele Bahnreisende, als es am Sonntag am Hauptbahnhof rockige und andere Klänge von städtischen Musikschülern gab.

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Für Reisende am Hauptbahnhof und etwa 70 Zuhörer auf dem Museumsbahnsteig war es am Sonntagvormittag eine schöne Abwechslung: Vier Ensembles der Städtischen Musikschule demons­trierten dort ihr Können und boten ein musikalisches Spektrum vom Volkslied bis zum Rock.

Vor zwei Jahren hatte es im St.-Antony-Park in Osterfeld den Probelauf für eine solche Vormittags-Veranstaltung gegeben. Jetzt wurde sie in der rustikal-luftigen Atmosphäre des Hauptbahnhofs wiederholt.

Den Auftakt dabei machte der Inklusionskreis „Regenbogen“, der nach dem Ausscheiden seiner langjährigen Leiterin Claudia Schubert vor einem Jahr fortbesteht. Er ermöglicht Menschen mit und ohne Handicap gemeinsames Musizieren. Die Leitung hat Philip Popien. Zu hören war unter anderem das Oberhausen-Lied der „Missfits“, wie man es von der Telefon-Warteschleife des Rathauses kennt.

Notenlesen ist nicht das Problem

Mit dem Volkslied „Alle Vögel sind schon da“ begann die Aufführung des Streicher-Ensembles „Stringendino“, das sind sieben- bis zehnjährige Musikschüler. Elisabeth Kronen gab dabei den Takt vor. Sie leitete auch das siebenköpfige Ensemble „Stringendo“ der zehn- bis dreizehnjährigen Geigenspieler, fünf Mädchen und zwei Jungen. Und bei seinem Gastspiel waren auch Passagen aus der Ouvertüre von Rossinis „Wilhelm Tell“ sowie das liebliche Menuett von Johann Sebastian Bach zu hören.

„Ich bin schon seit einem Jahr dabei“, sagte Danh (7), der bei den „Stringendinos“ ein verkleinertes Cello spielt. Paula (10), die seit drei Jahren Geige lernt, war dort mit ihrer „halben“ Geige vertreten. Wie das mit dem Notenlesen ist, wollten wir von den Kindern wissen. „Das ist das Einfachste an der Sache“, berichtete Celine (12), die seit ihrem zweiten Schuljahr Geige spielt.

Keine Nervosität, nur freudige Aufregung

Schwerer ist offenbar die nötige Fingerfertigkeit auf dem Saiteninstrument. „Man muss gut hinhören“, sagte Josephine (12), die seit über vier Jahren dabei ist. „Es gibt aber ein System, wie man die richtige Tonhöhe trifft“, erklärte Elisabeth Kronen. Im Laufe der Jahre gehe es dann in Fleisch und Blut über. Und im Ensemble orientieren sich die Jungmusiker jeweils auf das Nebenmädchen oder den Nebenjungen. Denn „Stringendo“ spielt schon dreistimmig.

Über den Museumsbahnsteig hinaus fand anschließend die Gruppe „Powerpluck“, das Rock-Ensemble der Musikschule, Aufmerksamkeit, schon wegen der größeren Lautstärke. „Black or White“ von Michael Jackson sang Frontfrau Mariam Toure (15). Seit fast zwei Jahren spielt das fünfköpfige Ensemble unter Leitung von Gitarrenlehrer Markus Kaiser (Bass) in der heutigen Besetzung; mit Jana Gerrits und Alper Demirci (beide Gitarre) sowie Jane Kaiser (Schlagzeug). Von Nervosität vor einem solchen Auftritt wollte Mariam am Sonntag nicht sprechen, mehr von freudiger Aufregung.

Nur die Einfahrt ihres Zuges konnte viele Wartende auf dem Nachbarbahnsteig vom weiteren Zuhören und Mitgehen mit den rockigen Klängen abhalten. Die direkten Matinee-Gäste reagierten mit viel Applaus. „Hat mir sehr gut gefallen“, erklärte Ralf Bader aus Alstaden nach dem über einstündigen Konzert. Tochter Emily (9) spielte im Regenbogen-Ensemble Blockflöte. „Ich bin sehr froh, dass die Kinder die Chance bekommen, mal aufzutreten“, sagte er.

>>> Angebot sollfortgesetzt werden

Die Städtische Musikschule Oberhausen hat ihren Sitz im Gewerbegebiet Im Lipperfeld. Es gibt sie seit 1966. Nach Angaben von Markus Kaiser soll das Matinee-Angebot in unregelmäßigen Abständen auf dem Museumsbahnsteig oder an anderen Orten fortgesetzt werden.

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