Motiv unklar

Mordopfer (33) aus Oberhausen durchlebte vor Tod Martyrium

Die Tat ereignete sich in einem Mehrfamilienhaus an der Vikariestraße in Oberhausen-Osterfeld.

Die Tat ereignete sich in einem Mehrfamilienhaus an der Vikariestraße in Oberhausen-Osterfeld.

Foto: WTVnews (Archiv)

Oberhausen.   Oberhausener wird vor seinem Tod tagelang in seiner Osterfelder Wohnung von einem Bekannten gequält. Das genaue Motiv ist bis heute unklar.

Tobias V. wurde nur 33 Jahre alt. Ende des Jahres wurde der Oberhausener in seiner Osterfelder Wohnung getötet - gestanden hat die Tat ein 34-jähriger Bekannter des Opfers. Inzwischen hat die Staatsanwaltschaft weitere Details zu dem Verbrechen bekannt gegeben - sie sind schaurig. Offenbar musste V. vor seinem Tod noch ein wahres Martyrium durchstehen.

„Das Opfer ist über einen längeren Zeitraum misshandelt worden“, sagt der Duisburger Staatsanwalt Garip Günes-Böhm. Der ebenfalls aus Oberhausen stammende 34-Jährige soll V. tagelang mit Schlägen und Tritten gegen Kopf, Gesicht und Oberkörper gequält und malträtiert haben. Der junge Oberhausener starb schließlich am 17. Dezember. Über mehrere Tage lag der 33-Jährige noch tot in seiner Wohnung. Die Polizei fand ihn erst am 22. Dezember.

Bei Verurteilung droht lebenslange Haftstrafe

Der 34-Jährige, dem V. Wochen vor der Tat in dem Mehrfamilienhaus an der Vikariestraße übergangsweise Unterschlupf gewährt hatte, war inzwischen bei einem anderen Bekannten in Werdohl im Märkischen Kreis untergekommen. Der hatte offenbar von dem Verbrechen erfahren, den Tatverdächtigen unbemerkt in seiner Wohnung eingeschlossen, war zu seinem Nachbarn gelaufen und hatte die Polizei alarmiert.

Todesursache sei die „massive Gewalteinwirkung“ gewesen, so das Ergebnis der Obduktion. Angesichts der Brutalität der Tat geht die Staatsanwaltschaft von dem Mordmerkmal der Grausamkeit aus. Bei einer Verurteilung in einem späteren Prozess droht dem 34-Jährigen eine lebenslange Haftstrafe.

„Das Motiv ist im Unklaren geblieben“, sagt Günes-Böhm. Der 34-Jährige hatte gegenüber den Ermittlern gesagt, dass die Tat aus nichtigem Anlass heraus entstanden sei. V. habe zudem Schulden aus Drogengeschäften bei ihm gehabt, deutete der Verdächtige an. „Bestätigen ließ sich das nicht“, sagt Günes-Böhm. Die Tat selbst hatte der 34-Jährige schon in seinen ersten Vernehmungen bei der Polizei eingeräumt.

Wegen Körperverletzung bereits im Gefängnis

Als der Verdächtige am 22. Dezember festgenommen wurde, war noch eine 28-jährige Begleiterin an seiner Seite, die schnell wieder auf freien Fuß kam. Die Frau, die der 34-Jährige über das Internet kennen gelernt haben will, war wohl ebenfalls ein Opfer. Zusammen hatten sich der Mann und seine Begleiterin bei V. einquartiert. Auch sie soll von dem Verdächtigen geschlagen worden sein. Außerdem soll der 34-Jährige sie genötigt haben, sich während der tagelangen Misshandlungen um den Verletzten zu kümmern und ihn zu versorgen. Bei der Polizei hat sie später eine Anzeige gestellt. „Auch bei ihr wurden Verletzungen festgestellt“, sagt Günes-Böhm. Eine Chance, der Situation zu entfliehen, hatte sie offenbar nicht.

Der 34-Jährige war erst im Sommer des vergangenen Jahres aus dem Gefängnis entlassen worden. Es war schon seine zweite Haftstrafe wegen Körperverletzung. Seit seiner Festnahme sitzt er in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft rechnet zeitnah mit einer Anklage. Das Duisburger Landgericht entscheidet dann über das weitere Verfahren.

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