Abschiedsporträt

Monika Friske verlässt nach 40 Jahren die Polizei Oberhausen

Geschafft: Monika Friske darf nach einem erfolgreichen Berufsleben nun den Ruhestand genießen.

Geschafft: Monika Friske darf nach einem erfolgreichen Berufsleben nun den Ruhestand genießen.

Foto: Kerstin Bögeholz

Oberhausen.   In verschiedenen Positionen hat die Weselerin bei Polizei und Justiz gearbeitet. Den Blick auf einen geliebten Ort wird sie besonders vermissen.

Der Raum ist jetzt leer. Unbewohnt so lange, wie das Polizeipräsidium Oberhausen renoviert wird. „In diesem Raum habe ich Jahre verbracht“, sagt Monika Friske. Die langjährige Mitarbeiterin der Pressestelle der Polizei wirft einen kurzen Blick in ihr ehemaliges Dienstzimmer. „Den Blick auf den Friedensplatz habe ich geliebt, dabei konnte man sich immer sammeln“, sagt die 62-Jährige, die nun in den Ruhestand gehen wird.

Mit ihren Kollegen zog sie noch in das Übergangsdomizil der Polizei an der Lindnerstraße. Zum Abschied betritt Monika Friske noch einmal das alte Polizeipräsidium. Im Besprechungsraum 109 erinnert sie sich daran, dass sie am 1. September 1997 zur Pressestelle kam.

Immer wieder Ärger über den Enkeltrick

Die Stelle war damals ausgeschrieben. Monika Friske bewarb sich, weil sie die Aufgaben und der Umgang mit den Medien reizten im „Gegensatz zur trockenen Büroarbeit“. Die ganze Vielfalt der Tätigkeit wurde ihr erst später klar. Die Mitarbeit an einem Geschichtsprojekt der Polizei, die Organisation von Krimi-Lesungen, die Kommunikation mit den Kollegen im Haus – all das gehörte dazu.

Besonders geärgert hat sich Monika Friske immer, wenn sie Informationen über Enkeltricks weiterleiten musste. „Es macht mich traurig, wenn ältere Menschen abgezockt werden“, sagt Monika Friske. Sie empfand es deshalb als schöne Aufgabe, Menschen über die fiesen Tricks der Betrüger zu informieren.

Nur durch Zufall kam Monika Friske zur Polizei

Hat sie auch lange Zeit in Oberhausen gearbeitet, gewohnt hat Monika Friske nur zwischendurch mal vier Jahre in der Stadt. Die gebürtige Düsseldorferin hat viel am Niederrhein, später in Wesel gelebt. „Ich liebe den Stau“, sagt sie ironisch über ihre täglichen Fahrten zum Arbeitsplatz und wieder zurück. Dabei kam die gelernte Rechtsanwalts- und Notarsgehilfin nur durch Zufall überhaupt zur Polizei.

Ihre Eltern machten sie auf eine Annonce in der Tageszeitung aufmerksam. Da wurde in Oberhausen eine Kraft für die Datenstation gesucht. Monika Friske bewarb sich und war von 1974 bis 1981 für Abfragen von Kollegen in Streifenwagen zuständig. Der Name ihrer Datenstation war „Olga 9002“. Unter diesem Pseudonym fragte sie Autokennzeichen ab und erfuhr, ob Menschen zur Fahndung ausgeschrieben oder Sachen gestohlen waren.

Die Arbeit im Gefängnis war nix für sie

Nach sieben Jahren, als „Olga 9002“ einfach mal etwas anderes machen wollte, kündigte Monika Friske bei der Polizei. Sie startete eine Ausbildung als Justizvollzugsbeamtin. „Während der Ausbildung habe ich festgestellt, dass das nichts für mich ist“, sagt Monika Friske. Entweder man verrohe dort oder brauche ein sonniges Gemüt.

Sie erzählt, wie sie mit den inhaftierten Frauen am Boden rangeln musste. „Die Ausbildung habe ich abgeschlossen und es war auch eine Erfahrung wert“, sagt die Weselerin. Lachend erzählt die 62-Jährige, dass sie nach ihrer Arbeit im Gefängnis, immer die Serie Frauenknast geschaut habe. Teils sei die Darstellung realistisch gewesen, vieles aber reine Fiktion.

Zehn Jahre in der Wache in Sterkrade

Weitermachen wollte sie im Knast nicht, fragte bei der Polizei in Oberhausen nach einem Job und hatte Glück. Eine Stelle in der Datenstation war frei. Fünf Jahre blieb sie dort, bis sie ins Geschäftszimmer des Schutzbereichs der Wache in Sterkrade wechselte und dort die Büroarbeit erledigte, zehn Jahre lang. Im September 1997 folgte der Wechsel zur Pressestelle. Privat absolvierte Monika Friske in der Zeit dort noch eine Ausbildung zur Verwaltungsfachwirtin. „Ich dachte, es kann nicht schaden, noch eine Ausbildung zu haben“, erklärt sie.

Mit 62 Jahren hört Monika Friske nun auf. „Ich will auch noch etwas von meinem Ruhestand haben“, sagt sie dazu.

>>> Aktive Zukunftspläne: Umzug, Urlaub, Sport

Offiziell ist der Dienst für Monika Friske erst am 1. Januar nächsten Jahres beendet. Doch schon ab Mitte Oktober verabschiedet sie sich aus Oberhausen – zunächst mal in den Urlaub. „Ich möchte noch einmal umziehen, ich liebe die See“, sagt die 62-Jährige.

Sie möchte jetzt viel reisen, Städtetouren machen, Freunde besuchen. „Ich gehe drei Mal in der Woche zum Sport“, sagt sie. Man müsse sich im Ruhestand erst einmal finden. Ihr Arbeitsleben sei schön gewesen. „Ich gehe mit einem guten Gedanken raus“, so das Fazit der Pressesprecherin.

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