Freizeittipp

Mit dem Rad von Oberhausen aus das nördliche Revier erkunden

Start der Tour ist am Aquapark: (v.li.) Michael Zurhausen (RC Buer), Rainer Suhr (OWT), Heinrich Paß und Maic Pöhler (OWT). Der fünfte Radler zeichnet die Tour mit der Kamera auf und ist nicht auf dem Bild.

Start der Tour ist am Aquapark: (v.li.) Michael Zurhausen (RC Buer), Rainer Suhr (OWT), Heinrich Paß und Maic Pöhler (OWT). Der fünfte Radler zeichnet die Tour mit der Kamera auf und ist nicht auf dem Bild.

Foto: Michael Dahlke / FUNKE Foto Services

Oberhausen.  Großveranstaltungen fallen ja vorläufig aus. Aber Radfahren ist möglich. Zum Beispiel von Oberhausen nach Gelsenkirchen und zurück.

Aus Corona das Beste zu machen, hat man sich beim Radclub Olympia Buer vorgenommen. Der Gelsenkirchener Verein organisiert normalerweise sechs große Radrennen im Ruhrgebiet, darunter das Pfingstradrennen im Oberhausener Osten. Nur ist in diesem Jahr nichts daraus geworden. „Dann machen wir für die Bevölkerung mal was Schönes, Touren durch das Ruhrgebiet“, sagt Vorsitzender Michael Zurhausen. Partner dabei ist die Oberhausener Wirtschafts- und Tourismusförderung GmbH (OWT). Die Redaktion hat eine fünfköpfige Radlergruppe bei der Testfahrt auf der 51-Kilometer-Route zum Nordsternpark in Gelsenkirchen und zurück begleitet.

Ausgearbeitet hat die Route Radsportler Heinrich Praß. Er hat seit über 35 Jahren Erfahrung damit, bietet sogar Fernreisen an. Die für die OWT ausgearbeitete Route zeigt vor allem den enormen Wandel in der Region in den letzten Jahrzehnten. „Es bietet sich doch geradezu an, sich aufs Fahrrad zu schwingen und die Gegend zu erkunden, wo schon wegen Corona alle Großveranstaltungen in den nächsten Monaten ausfallen werden“, sagt Rainer Suhr von der OWT. Er ist mit von der Partie.

Ausgangspunkt ist der Aquapark, das große Freizeitbad an der Heinz-Schleußer-Straße im Centro. Von dort geht es unter der Osterfelder Straße hindurch, am Rhein-Herne-Kanal entlang, an Wiesen vorbei mit dem Blick auf den neuen „Zauberlehrling“, den künstlerisch gestalteten Hochspannungsmast, und zum Haus Ripshorst, dem Naturschutzzentrum. Nach dem Abstecher dorthin überquert die Gruppe Rhein-Herne-Kanal und Emscher, passiert die Brache Vondern, den früheren Zechenstandort, unterquert die A 42 und fährt an der Arminstraße entlang zur Burg Vondern. Die ehemalige Wasserburg dient heute kulturellen Zwecken. Auf ihrem Hof wird aber nur kurz Pause gemacht.

Das Revier ist wieder grün geworden

In der Parkanlage östlich der Burg und im daran anschließenden Wald erfährt die Gruppe zum ersten Mal bei dieser Tour, was das Ruhrgebiet nach dem Ende der schwer-industriellen Dominanz in weiten Teilen geworden ist: grün. Bei reichlich Vogelgesang werden die Ausläufer des Verschiebebahnhofs Osterfeld-Süd an der Stadtgrenze zu Bottrop unterquert. Ein weiterer Waldweg führt in wenigen Minuten zum Bottroper Hauptbahnhof. Auf dessen Rückseite gelangt man bald auf der Straße Gohrheide in eines der vielen Gewerbegebiete, die es hier heute gibt. Die Straße geht in einen langen Radweg über. Kurz vor Erreichen des Alpincenters Bottrop überqueren die Radler auf einer Brücke die parallel verlaufende Bahnstrecke und stehen vor der endlos langen Treppe hinauf zum Tetraeder.

Die Test-Radler verzichten darauf, die 387 Stufen rauf und wieder runter zu begehen, fahren lieber auf einem Waldweg am Fuß der Halde entlang. Erst von der Nordseite aus gelangt die Aussichtspyramide hoch in den Blick. Den nächsten kurzen Halt macht die Gruppe in der Gartenstadt Welheim, einem Beispiel für den großzügigen Siedlungsbau für die Zeche Vereinigte Welheim zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

Einkehr im Biergarten

Durch Essen-Karnap geht es an der Alten Emscher entlang zum Emscherkanal, der hier noch nach Kloake riecht, auf das riesige Gelände der früheren Zeche Nordstern in Gelsenkirchen-Horst. Sie präsentiert sich seit der Bundesgartenschau von 1997 als Landschaftspark. Hier macht Heinrich Praß mit der Gruppe einen Abstecher zur Kletteranlage, führt sie über den Rhein-Herne-Kanal zum Kinderland und kehrt mit ihr schließlich in einem Biergarten ein. Der Wendepunkt ist erreicht.

Vorbei am prachtvollen Renaissance-Schloss Horst von 1578, einem Eldorado für Hochzeitsgesellschaften, geht es durch den Gelsenkirchener Westen mit seiner Eigenheimbebauung der Vor- und Nachkriegsjahre und hinüber nach Gladbeck-Rosenhügel. Auf den dortigen Südpark und den Stadtteil Brauck folgt der Wittringer Wald mit dem malerisch gelegenen Wasserschloss Wittringen, dessen Restaurant den Schlosshof mit Küchenduft erfüllt.

Auf Schrebergärten folgen Pferdekoppeln

An der Halde Ellinghorst vorbei erreichen die Radfahrer wieder Bottroper Gebiet, fahren am Kirchschemmbach entlang, tangieren den Prosper-Park und gelangen in den Stadtpark mit dem Museumszentrum. Südlich davon, zwischen zwei Bottroper Stadtteilen, tritt ein typischer Bestandteil der Ruhrgebietskultur in Erscheinung: ausgedehnte Schrebergärten. Und auf dem Weg hinunter zum Mühlbach säumen Pferdekoppeln den Weg.

Heinrich Praß führt die Gruppe weiter zum Gesundheitspark Quellenbusch. An einem Gesundbrunnen wird kurz Halt gemacht. Dann geht es hinüber auf Oberhausener Gebiet in den Revierpark Vonderort, durch Osterfeld weiter zur Siedlung Eisenheim. Sie ist immerhin die älteste Arbeitersiedlung im Revier, geht auf das Jahr 1846 zurück. Am Olga-Park, dem Gelände der Landesgartenschau 1999, vorbei führt noch ein Abstecher durch den Klettergarten, zum Schloss Oberhausen und am Gasometer entlang zurück zum Ausgangspunkt im Centro.

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