Corona-Pandemie

Ministerin in Oberhausen: „Schulen müssen geöffnet bleiben“

Wie es denn so ist, den ganzen Schultag lang Maske zu tragen, wollte  Schulministerin Yvonne Gebauer bei ihrem Besuch am Hans-Sachs-Berufskolleg von Schülern wissen. „Schwierig, aber immer noch besser als keine Schule zu haben“, lautete die Antwort.

Wie es denn so ist, den ganzen Schultag lang Maske zu tragen, wollte Schulministerin Yvonne Gebauer bei ihrem Besuch am Hans-Sachs-Berufskolleg von Schülern wissen. „Schwierig, aber immer noch besser als keine Schule zu haben“, lautete die Antwort.

Foto: Jörg Schimmel / FFS

Oberhausen.  Bei einem Besuch in Oberhausen bekräftigte Schulministerin Gebauer ihre politische Linie: Schulen und Kitas sollen trotz Corona geöffnet bleiben.

Wegen der Corona-Pandemie wird das gesellschaftliche Leben in Nordrhein-Westfalen massiv eingeschränkt – eine Bedingung dafür, dass Kinder und Jugendliche weiter zur Schule gehen können. So sieht es die NRW-Schulministerin. „Ich habe lange dafür gekämpft, dass wir den Bereich Schulen und Kitas nicht anfassen“, sagte Yvonne Gebauer (FDP) bei einem Besuch in Oberhausen mit Blick auf die Beschlüsse von Bund und Ländern hinsichtlich eines Teil-Lockdowns.

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Die Schulministerin warb nachdrücklich dafür, die Schulen im Land so lange wie möglich geöffnet zu halten. „Wir setzen alles daran, das muss das oberste Ziel bleiben“, sagte Yvonne Gebauer im Oberhausener Hans-Sachs-Berufskolleg, wo sie sich über den Schulversuch „Talentschule“ informierte. Offene Schulen seien im Sinne der Schüler: Die Erfahrung aus den Schulschließungen ab März dieses Jahres habe gezeigt, dass ein Alltag „ohne Halt und Struktur“ vielen Kindern und Jugendlichen nicht gutgetan habe.

Lüften und Maske sind das A und O

Den Schulbetrieb unter Corona-Bedingungen aufrechtzuerhalten, sei kein Spaziergang. „Das weiß ich“, so Gebauer. Die Diskussion um das Thema Lüften sei in vollem Gang, aber beides – Lüften und die Maskenpflicht auf dem Schulgelände und im Unterricht – „ist das A und O“. Luftreiniger, für deren Anschaffung die Landesregierung 50 Millionen Euro zur Verfügung gestellt hat, seien eine weitere Möglichkeit zum Infektionsschutz, „aber sie ersetzen nicht die Maske und das Lüften“, sagte Gebauer. Andere Maßnahmen wie Plexiglas-Stellwände in den Klassenzimmern oder Visiere seien vom Robert-Koch-Institut (RKI) als nicht ausreichender Schutz bewertet worden.

Zur Richtlinie des RKI, die Klassen zu teilen, erklärte Yvonne Gebauer, dass NRW dann „195.000 zusätzliche Räume in den Schulen bräuchte und noch einmal die gleiche Anzahl an zusätzlichen Lehrern. Das können wir nicht“. Also werde so lange wie möglich in der jetzigen Konstellation in den Schulen gearbeitet, um als letztes Mittel Lernen auf Distanz und Präsenzunterricht zu verknüpfen.

Infektionsgeschehen an Schulen gering

Doch die oberste Dienstherrin der Lehrer im Land beruhigte: Nach Beobachtung des Schulministeriums „ist das Infektionsgeschehen an Schulen sehr gering“, sagte Gebauer. „Wir beobachten das sehr genau.“ Wöchentlich werden die Infektionszahlen an den Schulen in NRW ausgewertet, danach lag der Anteil der mit Corona infizierten Schüler vor den Herbstferien bei 0,04 Prozent, bei den Lehrern lag der Wert bei 0,1 Prozent.

Am Hans-Sachs-Kolleg fragte Yvonne Gebauer Schüler, wie es denn sei, den ganzen Tag mit Maske in der Schule zu verbringen. „Schwierig“, lautete die einhellige Antwort aus der Runde. „Aber immer noch besser, als keine Schule zu haben“, sagten Enes (16) und seine Kollegen.

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