Gericht

Messerattacke auf Nebenbuhler: Oberhausener muss in Haft

Foto: Arne Dedert / dpa

Oberhausen.  Ein Mann aus Oberhausen sticht in Bottrop mit einem Fleischermesser auf seinen Nebenbuhler ein. Jetzt ist er verurteilt worden.

Erst wurde gestritten, dann floss Blut: Vor rund sechs Monaten hat ein Mann aus Oberhausen seinem Nebenbuhler in Bottrop ein Messer in die Brust gerammt. Die 20 Zentimeter lange Klinge drang bis zum Griff in den Körper ein. Dass der andere Mann noch lebt, gleicht einem Wunder. Am Freitag ist der 43-Jährige in Essen verurteilt worden. Die Strafe: vier Jahre Haft.

„Heftig“, nennt Richter Martin Hahnemann die Tatausführung. Der Angeklagte habe mit voller Wucht zugestochen – durch die Jacke, den Pullover, das T-Shirt. „Jeder, der in diese Region sticht, weiß, dass das zum Tode führen kann.“

Wut, Eifersucht, Verzweiflung

Auslöser der Tat waren Wut, Eifersucht und Verzweiflung. Drei Jahre lang war der Angeklagte mit einer Arbeitskollegin liiert. Kurz vor Weihnachten 2019 war plötzlich Schluss. Die Frau wandte sich einem anderen Mann zu, von einer vollständigen Trennung konnte aber keine Rede sein. Sie zog nicht aus, wollte offenbar einfach nur mehr Freiheiten. „Sie haben weiter im selben Bett geschlafen, weiter am selben Tisch gegessen“, so Hahnemann. Genau mit dieser Situation kam der Angeklagte nicht klar.

Die halbe Nacht gewartet

Es war die Nacht auf den 2. März, als er ein Fleischermesser aus dem Messerblock zog und von Oberhausen zur Anschrift seines Nebenbuhlers nach Bottrop fuhr. Die halbe Nacht hat er vor dessen Wohnung in der Leipnizstraße gewartet. Um kurz vor fünf trafen die beiden Männer schließlich aufeinander. Das spätere Opfer wollte gerade zur Arbeit gehen.

„Lass die Hände von meiner Freundin.“ So oder so ähnlich soll der Angeklagte den Bottroper angesprochen haben. Das wuchtige Messer hatte er zu diesem Zeitpunkt zwar in der Hand, hielt es aber hinter seinem Arm versteckt.

Selbstmordversuch in der Garage

„Ich wollte damit eigentlich nur drohen“, hatte er im Prozess vor dem Essener Landgericht erklärt. Doch dann stach er plötzlich zu. Die Hilfeschreie des 56-Jährigen hat er noch gehört, doch das hat ihn offenbar nicht mehr interessiert.

Die Polizei fand ihn später in seiner Garage. Er hatte einen Holzkohlegrill entzündet, wollte sich das Leben nehmen. Der Abschiedsbrief war schon länger geschrieben.

„Es tut mir unfassbar leid“, sagte der 43-Jährige am Freitag noch einmal in Richtung des Bottropers. Vorher waren schon 3000 Euro Schmerzensgeld geflossen.

Schmerzen und Trauma-Therapie

Die Verletzungen waren akut lebensgefährlich. Zwei Rippen waren durchstoßen, die Lunge getroffen. Auch heute leidet der 56-Jährige noch unter den Folgen der Tat. Er hat Schmerzen, befindet sich in einer Trauma-Therapie, hat seine Wohnung gewechselt und musste seinen Job aufgeben.

Die Frau, um die der ganze Streit ging, haben inzwischen beide Männer verloren.

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