Bürgerbefragung

Menschen in Oberhausen sind optimistischer als 2016

Die Stimmung in Oberhausen hellt sich auf.

Die Stimmung in Oberhausen hellt sich auf.

Foto: Hans Blossey / FFS

Oberhausen.  Oberhausen wird optimistischer. Das zeigt die jüngste Bürgerbefragung. Schlechte Straßen, Schmutz und Müll regen zugleich mehr Menschen auf.

Der Optimismus wächst und immer mehr Oberhausener fühlen sich in ihrem persönlichen Lebensumfeld wohl und sicher. Das sind die positiven Erkenntnisse aus der jüngsten Bürgerbefragung 2018, die Strategie-Dezernent Ralf Güldenzopf am Donnerstag im Rathaus vorstellte.

Seit 30 Jahren befragt die Stadt ihre Bürgerinnen und Bürger. Die angestrebte Stichprobe beträgt dabei 5000 Personen im Alter von 18 bis 75 Jahren. 1513 Menschen erklärten sich 2018 zu Interviews bereit. Deren Aussagen und Bewertungen spiegeln sich in einem 150 Seiten starken Heft, das jetzt vorliegt und die Stimmungslage in Oberhausen zeigt. 76 Prozent der Befragten sind danach mit ihrer Wohnung „sehr zufrieden“ – ein Rekordwert seit Jahrtausendbeginn. 64 Prozent urteilen genauso positiv über ihren Stadtteil. Beim Blick auf die Gesamtstadt fällt der Anteil der sehr zufriedenen Bürgerinnen und Bürger allerdings auf 29 Prozent zurück.

„Der Aufschwung ist in Oberhausen angekommen“

Einen beachtlichen Wert gibt es mit 48,4 Prozent bei der sehr guten bis guten Beurteilung der Lebensqualität in Oberhausen und mit immerhin 16,7 Prozent auch bei den positiven Erwartungen zum Anstieg der Lebensqualität in den nächsten fünf Jahren. „Der wirtschaftliche Aufschwung ist in Oberhausen bei vielen Leuten angekommen“, sagt dazu Dezernent Güldenzopf, der das als klares positives Signal wertet, allerdings auch die Negativthemen nicht außer Acht lassen will: schlechter Zustand von Straßen und Schulen, zu wenig Radwege und Spielplätze, fehlende Freibäder, ungepflegte Grünanlagen – die Infrastruktur in Oberhausen sehen 41 Prozent der Befragten als Problem. 2016 waren es 34 Prozent, der Wert ist also deutlich gestiegen. Gleiches gilt für die Verschmutzung der Stadt, die 2016 noch von 15 Prozent als problematisch gesehen wurde, jetzt sind es 23 Prozent. Auch den Verkehr sehen immer mehr Oberhausener als Problem (deutlicher Anstieg von 13 auf 17 Prozent).

In ihrer Wohngegend fühlen sich tagsüber 92 Prozent der Befragten sehr sicher oder eher sicher. Die Werte sinken allerdings deutlich, wenn es um die Nachtstunden geht oder um den öffentlichen Raum in den einzelnen Stadtbezirken. Immerhin ist aber überall der Anteil jener Menschen gewachsen, die ein besserer subjektives Sicherheitsgefühl haben.

Problemfeld: öffentlicher Nahverkehr

In vielen Punkten spiegelt die Statistik die bundesweite Debatte. So empfinden weniger Menschen als 2016 etwa die Arbeitslosigkeit oder die Stadtverschuldung als Problem, die intensive gesellschaftliche Diskussion um fehlende Nahverkehrsangebote zeigt aber offenbar auch lokal Wirkung: Den ÖPNV sehen nun 9 Prozent als Problem, 2016 waren es lediglich fünf Prozent.

Die Stadt wird die Befragung auch online im Detail veröffentlichen. „Diese Befragung birgt jede Menge Hausaufgaben für die Verwaltung“, sagt Dezernent Güldenzopf, der darauf hinweist, dass die nächste Befragung 2020 sowohl in Interview-Form als auch online angeboten wird. Die Verwaltung hofft, damit eine noch höhere Akzeptanz und mehr Rücklauf zu erreichen. Details der Ergebnisse werden nun sicherlich in den einzelnen Fachausschüssen diskutiert; am Donnerstag gab es die Auftaktpräsentation im Hauptausschuss – ein pralles Zahlenpaket für die Politik.

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