Medizin

Mehr Hausärzte lassen sich in Oberhausen nieder

Sieben neue Hausärzte haben sich in Oberhausen angesiedelt.

Sieben neue Hausärzte haben sich in Oberhausen angesiedelt.

Foto: Jakob Studnar

OBERHAUSEN.   7,5 neue Hausarzt-Sitze für die Stadt gibt es seit Mitte 2018, fast alle sind schon vergeben. Bis Ende 2028 sollen 30 neue Zulassungen entstehen.

In Oberhausen haben sich seit Mitte vergangenen Jahres sieben neue Hausärzte angesiedelt, weitere sollen bald folgen. Grund dafür ist, dass der Gemeinsame Bundesausschuss als oberstes gemeinsames Beschlussgremium der deutschen Ärzte die „Sonderregion Ruhrgebiet“ aufgehoben hat. Danach wurde die Ansiedlung von Ärzten im Ruhrgebiet wegen der dichten Besiedelung begrenzt, angrenzende ländliche oder strukturschwache Regionen sollten nicht benachteiligt werden.

Da die Zahl der Hausärzte in den vergangenen Jahren aber auch im Ruhrgebiet geringer war als in anderen Ballungszentren, sind nun neue Hausarzt-Sitze freigegeben worden. „Fast alle Sitze sind mittlerweile an die entsprechenden Bewerber vergeben worden“, erklärt Christopher Schneider, Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein. Derzeit sei in Oberhausen nur noch eine halbe hausärztliche Zulassung verfügbar.

Schrittweise sollen nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung in den kommenden Jahren noch mehr Hausarzt-Sitze in der Stadt hinzukommen. Die nächsten Zulassungen sollen 2020 freigegeben werden. „Auf Basis der momentanen Einwohnerdaten und Berechnungsschlüssel werden am Ende der zehnjährigen Übergangsphase, also Ende 2028, voraussichtlich rund 30 neue Hausarzt-Zulassungen in Oberhausen entstanden sein“, sagt Schneider. Derzeit seien in Oberhausen etwa 120 Hausärzte niedergelassen.

Gemessen an der Einwohnerzahl liege die aktuelle hausärztliche Versorgung Oberhausens damit insgesamt im grünen Bereich. Das Verhältnis von Hausarzt pro Einwohner wird in den kommenden zehn Jahren aber weiter angepasst, erklärt Schneider. Bis 2017 galt die Relation, dass auf 2134 Einwohner ein Hausarzt kommen sollte. „2028 soll dann ein Hausarzt auf 1671 Einwohner kommen“, so der Sprecher. Das sei positiv zu bewerten, meint auch Dr. Peter Kaup, der Vorsitzender der Kreisstelle Oberhausen der Ärztekammer Nordrhein ist.

Eine große Sorge bleibt jedoch sowohl bei der Ärztekammer als auch bei der Kassenärztlichen Vereinigung bestehen: „Von den etwa 120 Hausärzten der Stadt sind 42 Prozent über 60 Jahre alt“, sagt Schneider. Das bedeute, dass viele Hausärzte in den kommenden Jahren wahrscheinlich einen Praxisnachfolger suchen. Zwar gibt es keine „feste“ Altersgrenze für eine Tätigkeit als niedergelassener Arzt, die große Herausforderung besteht allerdings für die meisten darin, geeignete Nachfolger zu finden. „Aufgrund des schon bestehenden Nachwuchsmangels, insbesondere bei den Hausärzten, wird es zunehmend anspruchsvoller, das Angebot in der Fläche zu erhalten“, so Schneider.

Aus Sicht der Kassenärztlichen Vereinigung braucht es daher mehr junge Mediziner, um die angespannte Nachwuchslage in der ambulanten Versorgung nachhaltig zu beheben. „Die Reform der Medizin-Studienplatzvergabe war sehr sinnvoll“, sagt Schneider. Die weitere Abkehr vom Numerus Clausus führe künftig zu mehr Absolventen und perspektivisch zu mehr niedergelassenen Hausärzten.

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Eine sofortige Übernahme der bundeseinheitlichen Verhältniszahl für Hausärzte hätte im Ruhrgebiet unmittelbar zu mehreren hundert neuen Sitzen geführt. Das hätte die Sicherstellung von Zulassungen in ländlichen oder strukturschwachen Regionen inner- und außerhalb des Ruhrgebiets erschwert.

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