Kabarett im Ebertbad

Margie Kinsky und Bill Mockridge witzeln über ihre Ehe

Das Paar Margie Kinsky und Bill Mockridge auf der Bühne des Oberhausener Ebertbades.

Das Paar Margie Kinsky und Bill Mockridge auf der Bühne des Oberhausener Ebertbades.

Foto: Kerstin Bögeholz

Oberhausen.   Das Ehepaar Margie Kinsky und Bill Mockridge begeistern im ausverkauftem Ebertbad. Ihnen ist das Lachen nicht vergangen – trotz 34 Jahren Ehe.

Wenn man 34 Jahre verheiratet ist, hat man so allerhand zu erzählen. Wenn die immer noch Verliebten dann auch noch zur Gilde der Komiker zählen, kann man sicher sein: Denen ist das Lachen auch nach all den Jahren mit dem gleichen Partner auf der Nachbarmatratze nicht vergangen. Das bewiesen Margie Kinsky und Gatte Bill Mockridge am Samstag im ausverkauften Ebertbad.

Nicht nur auf der Bühne, auch im Publikum finden sich an diesem Abend lauter Liebende. Darunter ebenfalls jene, die es seit Jahrzehnten mit dem Partner aushalten. Das muss Liebe sein. Wie bei Karl und Renate zum Beispiel. Für ihre Treue werden sie von Mockridges gar beschenkt: In der Pause überreichen Bill Mockridge, der Mann mit weißem Holzfäller-Bart und kariertem Hemd, und Margie Kinsky, Mutter von sechs Söhnen, dem Ehepaar handsigniertes Buch ihrer neuen Show. Da freut sich „Schatzi, Hasi oder Tiger, aber aufgepasst Männer – euer Kosename hängt direkt mit der Performance im Bett zusammen“, mutmaßt ein kecker Bill und mahnt zur Vorsicht.

Alltagsprobleme begeistern das Publikum

Im Repertoire der Mockridges sind es vor allem die Alltagsprobleme von Langzeitverliebten und deren teils kreative, teils bekannte Lösungsversuche. Das ist zwar nicht ganz neu, denn darüber haben schon andere Komiker fleißig ihre Witze gemacht. Etwa über den Mann als „Mono-Tasker“, der nur eine Aufgabe bewältigen kann während die Frau durchaus Gemüse schnippeln, Kind betreuen und unterm Kinn telefonieren kann. Trotzdem ist der Saal im ausverkauften Ebertbad zwischendrin ein Tollhaus. Das Publikum ist begeistert.

„Wenn wir zu neunt nach Rom im VW-Bus gefahren sind, dann war das immer ein toller Urlaub“, erzählt Bill Mockridge strahlend. Nachdem die Kinder eingefangen und angeschnallt im Bus saßen, Koffer, Taschen und Beutel verstaut, Oma und Ehefrau Margie endlich in ihren Sitzen hingen, „dann hatte ich die schönste Zeit. Die sieben Sekunden um das lärmende Auto herumgehen – das war mein Urlaub!“

Brot und Klopapier bei Aldi

Über Anekdoten wie diese lachte nicht nur das Publikum herzlich – auch die Mockridges selber hatten sichtlich Spaß bei ihrer Show. Von den romantischen Anfängen („Selbst im Aldi findet ein frischverliebtes Pärchen ja unglaubliche Gemeinsamkeiten – Brot und Klopapier zum Beispiel“) bis hin zur Pubertät der eigenen „Brut“: „Niemand sagt einem, dass der kleine und gut riechende nasse Teebeutel – also der Säugling – mit 15 riecht wie ein Pumakäfig“, ist an diesem Abend alles dabei, was eine gute und lange Ehe so mit sich bringt.

Nach knapp zwei Stunden brechen die beiden komischen Verliebten das Rezept ihrer persönlichen Liebesjahre weise auf den essenziellen Beipackzettel einer guten Ehe herunter: „Kinder sind die heilende Medizin einer Ehe – mit Risiken und Nebenwirkungen.“ Ob der Nachwuchs manchmal an der Raststätte vergessen wird? Klar, aber Schwamm drüber. Das kommt doch in den besten Familien vor.

Jetzt hat sie alle Sargträger beisammen

Makaber, aber eine wahre Geschichte: „Eine ältere Bekannte rief mir an der Kasse nach unserem sechsten Jungen nicht zu, dass es schade ist, dass wir wieder kein Mädchen bekommen haben. So wie es alle anderen gemacht haben“, erzählt Margie Kinsky. Nein, sie solle sich freuen – damit habe sie nun genug Sargträger beisammen, wenn sie nicht mehr ist.

Der Abend endet mit gar nicht mal so vielen neuen Erkenntnissen zur Ehe, aber unzähligen Gags einer Komiker-Ehe, die näher dran am echten Leben der Menschen nicht sein kann. Wie in Familien so üblich, verabschieden die beiden sich sogar bei fast jedem zahlenden Gast nach der Show mit einem Handschlag. Wer bis dahin nicht verstanden hat, dass ein Butterbrot immer auf die beschmierte Seite fällt (Bill: „Stimmt gar nicht.“ Margie: „Falls nicht, hast du nur die falsche Seite beschmiert.“), dem ist das wichtigste an einer Ehe bisher wahrscheinlich auch entgangen: „All you need – is love!“

>>> Am 16. Februar Vorstellung in Essen

William „Bill“ Mockridge ist hierzulande vielen durch seine Darstellung des Erich Schiller in der „Lindenstraße“ bekannt, bei der er bis zu seinem fiktiven Herzinfarkt lange Zeit zur Besetzung gehörte. Auch seine Frau Margie Kinsky war Teil der Lindenstraße und besticht seit Jahren auf den Bühnen Deutschlands mit ihrem komödiantischen Talent.

Wer die Show verpasst hat, keine Angst: Die beiden sind eine ganze Weile auf Tour – der nächste Termin ist bei unseren Nachbarn in der Essener Weststadthalle am Samstag, 16. Februar ab 20 Uhr. Tickets kosten 28,50 Euro pro Person und sind über die Website weststadthalle.de erhältlich.

Das Buch (256 Seiten) zur Show „Hurra, wir lieben noch!“ ist bereits seit September 2017 im Handel verfügbar und kostet derzeit 16 Euro.

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