Missbrauch

Mann (67) nähert sich doch wieder Kindern in Oberhausen

Ein Oberhausener muss sich vor Gericht verantworten, weil er sich trotz Verbotes nach der Entlassung aus einer Psychiatrie doch wieder Kindern genähert hat.

Ein Oberhausener muss sich vor Gericht verantworten, weil er sich trotz Verbotes nach der Entlassung aus einer Psychiatrie doch wieder Kindern genähert hat.

Foto: Hans Blossey

Oberhausen/Duisburg.  Ein mehrfach wegen sexuellen Missbrauchs verurteilter Oberhausener knüpft direkt nach seiner Entlassung wieder Kontakt zu Kindern.

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Vor dem Landgericht Duisburg wurde gestern der Prozess gegen einen 67-jährigen Oberhausener fortgesetzt, der sich wegen Verstoßes gegen Weisungen der Führungsaufsicht verantworten muss. Bereits mehrfach wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt, hatte er seit 1996 in einem psychiatrischen Krankenhaus gesessen. Kaum entlassen, soll der Mann in eklatanter Weise gegen Auflagen verstoßen haben.

So soll er das Gebot, keinen Kontakt zu Kindern aufzunehmen und sich von Orten, an denen sich Kinder typischerweise aufhalten, ignoriert haben. Im April und Mai 2017 soll er mit zwei Kindern zu einem Schwimmbad an der Lothringer Straße gegangen sein, sie zuvor mehrfach in seine Wohnung mitgenommen haben. In einer Grünanlage an der Friedrich-Karl-Straße soll er zudem einem 13-Jährigen Geld für sexuelle Dienste geboten haben.

Angeklagter spielt die Vorwürfe herunter

Vorwürfe, die gut dokumentiert sind. Denn die Justiz hatte sich nicht darauf verlassen, dass der 67-Jährige mit einer elektronischen Fußfessel ausgestattet worden war. Polizisten überwachten den Angeklagten.

Nachdem am ersten Verhandlungstag lediglich die Anklage verlesen worden war, nahm der Angeklagte gestern dazu Stellung. Er tat es sehr ausführlich, doch blieben viele Aussagen unkonkret. Zwar bestreitet der ehemalige Kfz-Meister die Verstöße nicht, er spielt sie allerdings – bewusst oder unbewusst – herunter.

Urteil soll Ende Januar verkündet werden

So will er von anderen Jugendlichen erfahren haben, dass der 13-Jährige sich als Stricher Geld für Drogen verdiente. Er habe nur wissen wollen, ob das stimmte und den Jungen deshalb im Scherz gefragt, ob er für 100 oder 1000 Euro Sex mit ihm haben wolle.

Auch bei der psychiatrischen Sachverständigen, deren Expertise am Ende ganz maßgeblich darüber entscheidet, ob der Angeklagte den Rest seines Lebens hinter Gittern zubringen muss, hatte er die Erstellung eines Gutachtens durch seine weitschweifige Art erschwert. Das Verfahren soll am 26. Januar abgeschlossen werden.

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