Sparprogramm

MAN Energy: Betriebsrat verhindert „viele Grausamkeiten“

Eine große Turbinenschaufel im Oberhausener MAN-Werk.

Eine große Turbinenschaufel im Oberhausener MAN-Werk.

Foto: Kerstin Bögeholz / WAZ FotoPool

Oberhausen.  Viele Arbeitsplätze werden eingespart, aber deutlich weniger, als der MAN-ES-Vorstand ursprünglich ankündigte. Verkauf durch VW wird gestoppt.

Das innerhalb weniger Tage verhandelte Eckpunkte-Papier zum Sparprogramm von MAN Energy Solutions (MAN ES) ist vom Verhandlungspartner des Vorstandes, den Betriebsräten, mit gemischten Gefühlen kommentiert worden – angesichts eines Wegfalls von weltweit 2600 Arbeitsplätzen, 1650 in Deutschland. Zuvor sollten allerdings insgesamt 4000 Arbeitsplätze gestrichen werden.

„Leider müssen wir auch Zugeständnisse machen. Aber dafür konnten wir viele Grausamkeiten verhindern“, urteilt der Oberhausener Betriebsratschef und stellv. Gesamtbetriebsratsvorsitzende Helmut Brodrick. „Uns ist mehr als schmerzlich bewusst, dass Kolleginnen und Kollegen mit ihren Familien ihre Existenz verlieren können.“

Auf der Habenseite des Betriebsrates steht der Erhalt aller deutschen Standorte, die starke Reduzierung des Arbeitsplatzabbaus (Oberhausen: von 562 auf 318 Arbeitsplätze), die Abwendung des Verkaufs von MAN ES durch VW für mindestens vier Jahre. Die Zahl der Azubis in Oberhausen wird im Vergleich zu den Vorjahren sogar aufgestockt: 32 junge Leute fangen im September im Sterkrader Werk ihre Lehre an.

Betriebsbedingte Kündigungen weitgehen ausgeschlossen

Zudem sind betriebsbedingte Kündigungen im Eckpunkte-Papier weitgehend ausgeschlossen: Sie sind nur möglich, wenn der Betriebsrat zustimmt. Auf der negativen Seite musste der Betriebsrat zustimmen, dass die Lohnkosten in der Zeit von 2021 bis 2023 um jährlich 40 Millionen Euro heruntergeschraubt werden.

Jan-Martin Frericks, stellv. Betriebsratsvorsitzender in Oberhausen, weist auf einen entscheidenden Zukunftsaspekt für die Arbeit im Oberhausener Werk hin. „Die nachhaltige Unternehmensstrategie wurde im Eckpunktepapier festgeschrieben. Damit wird auch weiterhin in Technologien zur Dekarbonisierung, zum Beispiel Power-to-X (Wasserstoff) und Speicherlösungen, investiert.“

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