Kommunalpolitik

Liricher kritisieren Mangel an Kita-Plätzen im Stadtteil

Oberbürgermeister Daniel Schranz bei der Veranstaltung „Auf ein Wort mit Daniel Schranz" im Jugendhof in Lirich.

Oberbürgermeister Daniel Schranz bei der Veranstaltung „Auf ein Wort mit Daniel Schranz" im Jugendhof in Lirich.

Foto: Gerd Wallhorn / FUNKE Foto Services

Oberhausen.  Oberhausens Oberbürgermeister stellte sich den Fragen der Bürger. Vor allem die Themen Jugend und Schule beschäftigen die Liricher nachhaltig.

Zu schnell fahrende und zu laute Autos, schlechte Straßen, eine mickrige Straßenbeleuchtung, Hundekot und Abfälle: Auch in Lirich war Oberbürgermeister Daniel Schranz am Donnerstagabend mit diesen Kritikpunkten konfrontiert, als er seinen Meinungsaustausch „Auf ein Wort ...“ mit rund 70 interessierten Bürgerinnen und Bürgern im Jugendhof St. Katharina an der Eschenstraße fortsetzte. Und doch schälte sich dabei ein Thema als besonders dringlich heraus: der Mangel an Plätzen in Kindergärten und in der Ganztagsbetreuung, ja an Schulen überhaupt.

Großer Mangel an Kita-Plätzen

Thorsten Krause, Leiter des Städtischen Familienzentrums Lirich, brachte das Thema ins Rollen. „Wir können nur einen Bruchteil der Kinder versorgen. Das ist in Lirich ein besonderes Problem und es ist lange bekannt“, erklärte er. Die Mutter eines Kindes von der Wunderschule unterstützte ihn: „Wir brauchen dringend Geld, um unsere maroden Toiletten zu sanieren. Außerdem haben wir im Sommer in einigen Klassenräumen 45 Grad Hitze“, klagte sie und erhielt für ihren Satz „Lirich bleibt auf der Strecke!“ großen Applaus. Cindy Bach, Leiterin des Jugendhofs, empfahl schließlich, die offene Ganztagsbetreuung an der Wunderschule auszubauen, dabei aber die Kooperation mit ihrer kirchlichen Einrichtung nicht aufzugeben.

„Alle vorhandenen Ausbauplanungen werden zur Zeit ständig überholt, weil der Bedarf immer noch höher ausfällt“, erklärte der OB das Problem der Stadt. Bei den Kitas in Lirich gebe es zwei Projekte: Die Löwenzahn-Kita an der Ottilienstraße solle um zwei Gruppen erweitert werden. Außerdem sei geplant, die Gebäude des Fachseminars für Altenpflege der Arbeiterwohlfahrt an der Rosenstraße zu übernehmen und daraus eine Kita mit fünf Gruppen zu machen. „Container-Erweiterungen will ich nicht“, stellte Schranz klar.

Toilettensanierung in den Weihnachtsferien

Auch bei der Wunderschule wusste der OB Rat: „In den Weihnachtsferien werden die Toiletten gemacht, für 80.000 Euro.“ Unter dem Lachen der Bürger fügte er hinzu: „Wenn da keiner anrückt, rufen Sie mich an!“. Schwieriger stelle sich die Situation bei der Ganztagsbetreuung dar. „Die Schulverwaltung befürwortet dafür einen Neubau. Aber der wäre nur auf einer Fläche möglich, die schon zum Ausgleich für Baumfällungen an anderer Stelle aufgeforstet worden ist.“

Das kam Cindy Bach ganz gelegen, plädierte sie doch dafür, ihre Einrichtung durch die Stadt zu übernehmen. Die Kirche könne die Kosten nicht mehr tragen. „Die Stadt kann nicht alle Kirchen-Immobilien übernehmen“, erwiderte ihr der OB. Gleichwohl müsse das Problem gelöst werden. Applaus gab es für die Forderung einer Bürgerin, dieses Gebäude auf jeden Fall so lange zu halten, bis Ersatz geschaffen ist.

Die Schließung der Hauptschulen

Ein Mann beklagte, dass das Niveau der Realschulen darunter leiden würde, dass es keine Hauptschulen in Oberhausen mehr gebe. Die Mutter eines Kindes berichtete, ihr Sohn sei bei seiner Wunschschule nach der Grundschule schon zwei Mal beim Losverfahren nicht zum Zuge gekommen. Warum die ehemalige Hauptschule St. Michael im Knappenviertel nicht sofort belegt werde, wollte sie wissen.

„Ich halte die Schließung aller Hauptschulen auch für falsch“, bekannte der CDU-Politiker. Aber die Eltern hätten es mit ihrem Anmeldeverhalten so bewirkt. Politik des Rates sei bislang gewesen, keine neuen Schulen zu gründen, sondern vorhandene zu erweitern. Das sei aber jüngst umgestoßen worden, wobei die Hauptschule St. Michael im Fokus stehe. Eine weiterführende Schule für Lirich hielt Schranz aber für unwahrscheinlich.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben