Kulturausschuss

Lichtkunst könnte Angsträume in Oberhausen erhellen

Ein heimeliger Lampenladen aus Künstlerhand lässt eine fiese Unterführung erstrahlen: ein Beispiel aus dem 2015er Lichtfestival der „Urbanen Künste Ruhr“ in Hagen.

Ein heimeliger Lampenladen aus Künstlerhand lässt eine fiese Unterführung erstrahlen: ein Beispiel aus dem 2015er Lichtfestival der „Urbanen Künste Ruhr“ in Hagen.

Foto: Martina Döbler

Oberhausen.  CDU bringt das Thema in den Kulturausschuss. Dezernent Tsalastras: „Kultur ist gegen Angsträume nur begrenzt einsetzbar.“

Lichtkunst kann helfen: Herbst 2015 war’s, als die auch in Oberhausen gelegentlich aktiven „Urbanen Künste Ruhr“ in Hagen mit einem Lichtparcours aus 15 künstlerischen Interventionen gezielt auch klassische „Angsträume“ wie dunkle Fußgänger-Unterführungen bespielten. Für einen Monat ließ sich die ganze Stadt angstfrei heimleuchten.

Ähnliches mochte auch Oberhausens CDU-Fraktion im Sinn haben, als Klaus-Dieter Broß das Thema „Angsträume“ jetzt im Kulturausschuss aufs Tapet brachte. Doch die Debatte kreiste dann großteils um die Frage, „was das hier zu suchen hat“, so Jürgen Dittmeyer von den Linken. „Oberhausen ist eine der sichersten Großstädte“, konstatierte Manfred Flore (SPD). Er empfahl, die zahlreichen Termine der „mobilen Wache“ zu nutzen, damit dort Bürger konkret fiese Ecken der Stadt benennen könnten.

„Kultur ist gegen Angsträume nur begrenzt einsetzbar“, meinte Apostolos Tsalastras. Der Kämmerer und Kulturdezernent verwies auf das Großprojekt „Brückenschlag“, das sich auch explizit der unschönen Unterführungen rund um den Hauptbahnhof annehmen werde: Künstlerische „Lichtkonzepte“ werden dafür entwickelt. Bei dem Hin und Her um objektive Sicherheit und subjektive Bangigkeit meinte Bürgermeister Broß schließlich etwas matt: „Man sollte das Thema Licht nicht unterschätzen.“

Die Festigkeit unserer Demokratie

Zuvor philosophierte der Kulturausschuss sogar über die globale Demokratie-Entwicklung – nur weil der Verein „Nivid“ (Nigerian Voices in Diaspora) 1500 Euro für sein Kulturfest zum Unabhängigkeitstag Nigerias beantragte. Doch, beruhigte Kulturbüroleiter Volker Buchloh, Nivid sei ein honoriger Verein. Und Betrachtungen über den Zustand der nigerianischen Präsidial-Demokratie konterte Manfred Flore: „Man mus sich auch fragen, wie gefestigt unsere Demokratie ist.“

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