Obduktionsergebnis

Leichenfund im Rhein-Herne-Kanal: Video zeigt Unglücksfall

Die Tausendfüßlerbrücke überspannt den Rhein-Herne-Kanal.

Foto: Christoph Wojtyczka

Die Tausendfüßlerbrücke überspannt den Rhein-Herne-Kanal. Foto: Christoph Wojtyczka

Oberhausen.  Aufnahmen aus einem Überwachungsvideo zeigen, wie eine Frau an der Marina ins Hafenbecken fällt. Diskussion im Internet „außer Kontrolle“.

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Nach dem Fund eines weiblichen Leichnams im Rhein-Herne-Kanal hat die Oberhausener Polizei am Montag weitere Details veröffentlicht: Sie untermauern die These von einem Unglücksfall, von dem die Behörde bereits am Freitagabend wenige Stunden nach der Bergung in einer ersten Stellungnahme ausgegangen war. Laut Polizei zeigen Videoaufnahmen aus einer Überwachungskamera an der Marina, wie eine Frau in den späten Abendstunden des vorvergangenen Samstags auf dem Bootssteg stolpert, ins Hafenbecken stürzt und nicht wieder auftaucht. Ihr Mann hatte zu diesem Zeitpunkt offenbar schon geschlafen.

Das Paar aus dem Rheinisch-Bergischen Kreis hatte mit dem Boot eine Stipp-Visite in Oberhausen gemacht und dabei an der Marina angelegt. Am nächsten Morgen bemerkte der Ehemann das Verschwinden seiner Frau (49) und alarmierte die Polizei. Die hatte bereits einen Tag vor dem Fund des Leichnams mit Polizeitauchern im Hafenbecken gesucht – zunächst allerdings erfolglos. Eine Spaziergängerin entdeckte den Körper, der keinen Kopf und keine Gliedmaßen mehr hatte, dann am Freitag von der Tausendfüßlerbrücke aus im Wasser treibend.

Ergebnis der DNA-Analyse im Laufe der Woche

Der Leichnam ist am Montag obduziert worden. Die Untersuchung hat ergeben, dass der Körper mehrere Tage im Wasser trieb und dass die schweren Verletzungen „mit hoher Wahrscheinlichkeit“ durch Schiffsschrauben verursacht wurden. Endgültig bestätigt werden soll die Identität der Frau durch eine DNA-Analyse, deren Ergebnis im Laufe der Woche vorliegt.

Noch immer zeigen sich Polizei-Verantwortliche schockiert darüber, wie schnell nach dem Bekanntwerden des Funds Spekulationen über ein mögliches Kapitalverbrechen und die Todes-Umstände im Internet ins Kraut schossen – auch über die Facebook-Seite der Behörde selbst. „Pietätlos“ nennt Polizeisprecher Tom Litges etliche Beiträge.

Spekulationen kursierten auch über die Frage, wer die Tote sein könnte – für die Polizei noch eine zusätzliche Belastung. „Die Ermittler sahen sich schon unmittelbar nach der Bergung der Leiche unter Zugzwang gesetzt, den Ehemann der Vermissten über den Fund zu informieren“, erklärt Litges. Die Polizei veröffentlichte ihre Meldung über den Fall erst, nachdem der Ehemann in Kenntnis gesetzt worden war. Das Risiko habe in diesem Fall bestanden, dass der Hinterbliebene die schreckliche Nachricht über „die außer Kontrolle geratene Diskussion in den sozialen Medien“ hätte erhalten können.

Update 7. November 2017: Die Polizei hat ihre Untersuchungen inzwischen abgeschlossen. Laut DNA-Analyse steht nun nach Angaben eines Sprechers fest, dass es sich bei dem Leichnam "zweifelsfrei" um die vermisste 49-Jährige handelt. Der Ehemann ist über das Ergebnis der Untersuchungen bereits informiert worden.

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