Bildung

Lehrer arbeiten für leichteren Schulwechsel eng zusammen

Auch die Gesamtschule Osterfeld beteiligt sich an dem Projekt „Schulen im Team“, das Grundschulkindern den Übergang erleichtern soll.Hier die Vorderansicht von der Heinestraße aus.

Auch die Gesamtschule Osterfeld beteiligt sich an dem Projekt „Schulen im Team“, das Grundschulkindern den Übergang erleichtern soll.Hier die Vorderansicht von der Heinestraße aus.

Foto: Jörg Schimmel

oberhausen.   Beim Projekt „Schulen im Team“ arbeiten Grundschulen und weiterführende Schulen seit zehn Jahren eng zusammen. Für einen leichteren Schulwechsel.

Es hakte beim Übergang von den Grundschulen zu den weiterführenden Schulen – und das nicht nur im Fach Englisch. „Wie können wir den Kindern den Schulwechsel so leicht wie möglich machen?“ Das war und ist noch die zentrale Frage des Projektes „Schulen im Team“, das inzwischen auf zehn Jahre Schulentwicklungsarbeit zurückblickt.

18 Grundschulen und zehn weiterführende Schulen in Oberhausen beteiligten sich daran. Die dritte Projektphase „Übergänge gemeinsam gestalten“ wurde 2015 abgeschlossen. Beigeordnete Elke Münich und die Leiterin des Bereichs Schule, Ute Jordan-Ecker, können sich inzwischen schon über Erfolge der vierten und letzten Phase „Kommunale Verankerung“ freuen. Und sie blicken dabei auch auf den wohl größten Ansporn für die intensive Netzwerkarbeit zurück.

Mittelmäßiger Pisa-Platz

„Die letzte Pisa-Studie 2015 hatte gezeigt: Es bleibt viel zu tun in der deutschen Bildungslandschaft“, sagt Elke Münich. An dieser letzten internationalen Schulleistungsuntersuchung hatten insgesamt 600.000 Schüler aus 71 Ländern teilgenommen. Deutschland landete auf einem mäßigen 13. Platz (Gesamtdurchschnitt) und damit hinter Slowenien, Irland und China.

Während sich die Lesekompetenz deutscher 15-Jähriger verbessert hatte (10. Platz), blieb in den Fächern Mathematik (16. Platz) und Naturwissenschaften (15. Platz) Luft nach oben.

„Diese Studie lieferte uns erneut viele Ansatzpunkte für unsere Arbeit“, sagt Münich. Sprachkompetenz, naturwissenschaftliches Arbeiten, Mathematik – hier sollten die Übergänge für die Kleinen möglichst reibungslos verlaufen.

Prompt gab’s mehr Erfolgserlebnisse

Das galt auch für das Fach Englisch. „Englisch wird ja schon in der Grundschule unterrichtet, aber es zeigte sich, dass die Anforderungen an den weiterführenden Schulen einfach andere waren“, führt Münich aus. Dank der inzwischen engen Netzwerkarbeit so vieler Pädagogen kam ans Licht: „Die Lehrmaterialien waren andere, sie basierten auf unterschiedlichen Unterrichtsmethoden“, sagt Ute Jordan-Ecker.

Die an dem Projekt teilnehmenden Schulen stimmen ihre Materialien seither aufeinander ab: Prompt konnten sich Lehrkräfte und Kinder über mehr Erfolgserlebnisse freuen. Und dies sei nur ein Beispiel von vielen.

In der Lage zu zeigen, was in ihnen steckt

Gemeinsam erarbeiteten die Lehrkräfte der Grund- und weiterführenden Schulen außerdem Entwürfe für Kompetenzhefte für das Fach Mathe, für ein Mathelexikon, für das naturwissenschaftliche Arbeiten überhaupt. Dazu kommen Entwürfe für ein Rechtschreibportfolio und ein Grammatikheft. „All dies, weil die Pädagogen begriffen haben, dass den Kindern nach dem Schulwechsel vor allem Bekanntes hilft, sich am neuen Ort zurechtzufinden“, sagt Jordan-Ecker. „Wir wissen inzwischen, wie wichtig es ist, dass gerade die Kleinen erst Zeit bekommen, um in ihrer neuen Schule anzukommen und dass ihnen dabei bekannte Unterrichtsmuster helfen.“ Erst nach dieser Eingewöhnungszeit seien sie überhaupt in der Lage zu zeigen, was in ihnen steckt.

Abgestimmte Lehrmaterialien, gezielte Fortbildungen, Hospitationen an den beteiligten Schulen, Infoveranstaltungen für Lehrer und Eltern. Es ist viel passiert in den vergangenen Jahren. „In der letzten Phase des Projektes geht es darum, die Entwürfe in handfestes Material zu verwandeln und die Netzwerkarbeit auch künftig fortzusetzen.“ Ein besonderes Augenmerk gilt dabei neben dem Fach Deutsch den naturwissenschaftlichen Fächern (MINT: Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik).

>>>> Im Bildungsbüro laufen die Fäden zusammen

„Schulen im Team“ startete 2007 als ein Schulentwicklungsprojekt der Stiftung Mercator und des Instituts für Schulentwicklungsforschung (IFS) an der TU Dortmund.
Das Projekt findet in Kooperation mit dem Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen statt. Projektträger der vierten Phase ist die Ruhr Futur gGmbH.
Begleitet wird die Netzwerkarbeit von Beratungsangeboten und Fortbildungen, federführend durch das örtliche Bildungsbüro.

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