Selbsthilfe

Lebensfreude als wichtiger Beitrag zur Heilung

Oberhausen.   In seinem großen Garten an der Wilhelmstraße hat der Verein „Weg der Hoffnung“ Sommerfest gefeiert. Hilfe für krebskranke Kinder.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

„Weg der Hoffnung“, so heißt der türkisch-deutsche Selbsthilfeverein für krebskranke Kinder und ihre Familien. Sie führten am Samstagnachmittag auf das große Vereinsgelände an der Wilhelmstraße, nahe dem Freiherr-vom-Stein-Gymnasium.

Dort rich­tete der Verein sein Sommerfest aus. Zahlreiche Besucher kamen. „Vor allem in der Zeit der Erkrankung eines Kindes ist der Zusammenhalt wichtig. Nicht-Betroffene können sich da nicht so einfühlen“, berichtete Aynur Celikdöven, die Vorsitzende und Gründerin des Vereins.

Viele Jahre ihres Lebens hat sie mit der Erkrankung ihrer beiden Kinder zugebracht. Ihre Tochter, heute 33 Jahre alt, kam ebenso wie ihr Sohn mit Leukämie zur Welt. Die Tochter hat überlebt, bekam als Einjährige eine Knochenmarktransplantation. Der Sohn überlebte diese Therapie fünf Jahre, starb 1999 als Siebenjähriger an einem Nierentumor.

Hilfe für die betroffenen Familien

„Ich habe dabei festgestellt, wie wichtig es ist, für die Motivation zu sorgen“, fuhr die Vorsitzende fort. 2001 rief sie den Verein ins Leben. Er soll alles un­ternehmen, was es den betroffenen Familien erleichtert, die schwere Zeit durchzustehen. Denn ob ein Kind die Therapie übersteht, hängt von ganz vielen Faktoren ab. Einer davon ist die Lebensfreude.

Seit 2003 hat der Verein das 1800 Quadratmeter große ehemalige Kleingartengelände an der Wilhelmstraße gepachtet. Leider bis heute ohne festen Stromanschluss, beklagte die Vorsitzende. „Aber die betroffenen Familien sollen ja während der Therapie große Menschenmengen meiden, damit sich das Kind keine Infektion einfängt“, sagte Gabi Terschlüsen, Mitarbeiterin beim Verein. Bei der Leukämie-Therapie wird ihr Immunsystem außer Funktion gesetzt. Das Gelände stehe ihnen dann zur Verfügung, um zum Beispiel Kindergeburtstag zu feiern.

Während im vorderen Teil des Geländes Sitzmöglichkeiten für die Gäste beim Sommerfest bestanden, waren im hinteren Teil schwere Motorräder aufgestellt. Gleich zu mehreren Motorradvereinen unterhält der Verein Kontakte. Zum Beispiel seit 2010 zu den Turkish Ruhrpott Riders. Sie waren allein mit zehn Maschinen gekommen. „Die Kinder freuen sich immer, wenn sie sich darauf setzen und Gas geben dürfen“, erzählte Ayan Refai aus Mülheim.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben