Internationale Kurzfilmtage

Kurzfilmtage feiern die Kunst – sogar den „Film ohne Film“

Flagge zeigen die Kurzfilmtage selbst unter Wasser – jedenfalls in diesem philippinischen Beitrag von Kiri Dalena für den internationalen Wettbewerb.

Foto: Kurzfilmtage

Flagge zeigen die Kurzfilmtage selbst unter Wasser – jedenfalls in diesem philippinischen Beitrag von Kiri Dalena für den internationalen Wettbewerb. Foto: Kurzfilmtage

Oberhausen.   Ab 3. Mai zeigt das Oberhausener Festival über 500 Filme aus 64 Ländern. Die Qual der Vorauswahl wird im internationalen Wettbewerb immer größer.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Ganz nebenbei stiftete der Kulturdezernent schon mal die Vorfreude auf ein neues, zweites Festivalkino für die Internationalen Kurzfilmtage: In zwei Jahren, meinte Apostolos Tsalastras, könnte auch das Kino im Europahaus saniert sein – umgebaut zu einem multifunktionalen Saal auch für Theater und Musik mit 200 Plätzen. Denn bereits die 64. Kurzfilmtage vom 3. bis 8. Mai dieses Jahres bewegen sich zielstrebig vom Film zur Kunst.

Dies ist gemeint mit dem Programm-Titel „Abschied vom Kino“, wie Festivalleiter Lars Henrik Gass gestern erklärte: Nicht nur kommen die interessantesten Kurzfilme heute oft von den Kunsthochschulen. Dem Experiment zugeneigte Filmemacher zeigen ihre Werke auch eher in Galerien und Museen als in Programmkinos.

Immer mehr gute Einreichungen

Doch bei 7300 Einreichungen, von denen während der sechs Festivaltage über 500 Filme aus 64 Ländern gezeigt werden, gibt’s natürlich mehr als nur den einen Trend.

Den fünf Wettbewerben als traditioneller Säule der Kurzfilmtage galt der Hauptakzent des gestrigen Pressegesprächs in der Kulturvilla. Der große Preis der Stadt Oberhausen ist mit 8000 Euro am höchsten dotiert – in der Summe erhalten die überwiegend jungen Filmemacher 42 000 Euro an Preisgeldern.

Ein deutlicher Qualitätssprung nach oben

Allerdings ist schon die Vorauswahl durch die Sichtungskommissionen ein feinmaschiges Sieb, wie Hilke Doering für den internationalen Wettbewerb anschaulich machte: 6000 Einreichungen bedeuten nicht nur 500 mehr als im Vorjahr – sondern auch einen Qualitätssprung nach oben. „Das machte die Auswahl interessanter und um einiges schwieriger.“

53 Filme präsentiert die internationale Konkurrenz – das sind weniger als ein Prozent der gesichteten Werke. „Wir konnten einige sehr gute Filme schlicht nicht mehr unterbringen.“

Mehr Künstler als Filmemacher unterwegs

Im deutschen Wettbewerb sind 16 der 23 ausgewählten Werke bei den Kurzfilmtagen als Premieren zu erleben. Auch Carsten Spicher meinte mit Blick auf die Werkbiografien „seiner“ Kandidaten: Hier sind mehr Künstler als Filmemacher im traditionellen Sinne vertreten. Als Einstiegs-Programm für ein Kufita-unerfahrenes Publikum empfiehlt er den NRW-Wettbewerb mit seinen zehn Filmen: Dieses vor zehn Jahren gestartete „Experiment“ habe sein hohes Niveau vom Start gehalten – und sei beim Publikum sehr beliebt.

Solange der „Abschied vom Kino“ dann doch im Festivalkino Lichtburg stattfindet, muss man wohl vor dieser Form des kunstvollen Abgesangs – sogar als „Film ohne Film“ – nicht allzu bange sein.

>>>INFO: Der Vorverkauf ist online eröffnet

Am Mittwoch (18. April) startete der Vorverkauf für die Kurzfilm-Karten online über kurzfilmtage.de. Bei den Einzel- und Sechser-Tickets sind die Preise leicht erhöht – beim Festivalpass aber konstant. So kosten die Einzeltickets jetzt 8 Euro, ermäßigt 7 Euro. Die Sechserkarte gibt’s für 40 (35) Euro und den Festivalpass für 90 (70) Euro. Kinder zahlen 3 Euro fürs Kinder- und Jugendkino.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik