Hauptbahnhof

Kulturbüro sucht Mittelweg für Oberhausener Museumsbahnsteig

Selten gibt’s mal Kino oder Konzerte auf dem Museumsbahnsteig –  hier im September des Vorjahres zur Einweihung der „Refugees  Kitchen“.

Foto: Fabian Strauch

Selten gibt’s mal Kino oder Konzerte auf dem Museumsbahnsteig – hier im September des Vorjahres zur Einweihung der „Refugees Kitchen“. Foto: Fabian Strauch

Oberhausen.  Der Museumsbahnsteig ist nach 14 Jahren recht marode. Weil man auf die große Lösung zu lange warten müsste, will die Stadt jetzt handeln.

Mit LVR-Museumsleiter Burkhard Zeppenfeld hat Volker Buchloh am Dienstagmorgen den Museumsbahnsteig im Hauptbahnhof besichtigt. Am Nachmittag erstattet der Chef des Kulturbüros dem Kulturausschuss seinen, wie er sagte, „Zwischenbericht“. Sein erstes Resümee: „Ich möchte mich dafür einsetzen.“

Zunächst aber bestätigt Buchloh den jüngsten Bericht dieser Zeitung: Der Bahnsteig zwischen den Gleisen 4 und 5 sei „wirklich in keinem guten Zustand“. Den Exponaten sei der jahrelange Rückstand in Sachen Pflege und Erhaltung anzusehen.

Seit zwei Jahren fehlen die Holzskulpturen

Das „Herzstück“ (Buchloh) dieser Freilicht-Ausstellung fehlt seit rund zwei Jahren sogar komplett: Gemeint sind die lebensgroßen Holzskulpturen, die an beiden Enden des Bahnsteiges von erhöhter Warte die Reisenden begrüßt hatten. „Sie haben der Witterung nicht stand gehalten – schade um diese beiden wunderbaren Skulpturen.“

Der Leiter des Kulturbüros will nun im durchaus komplizierten Zuständigkeiten-Gemenge von Deutscher Bahn, LVR-Industriemuseum und Stadt „einen Mittelweg ausloten“ zwischen dem kritikwürdigen Ist-Zustand und einem derzeit finanziell unerreichbaren Optimum. Dass „die rechtliche Situation leider kompliziert“ sei, erklärt auch Kulturdezernent Apostolos Tsalastras.

Reichen ein paar Eimer Farbe?

„Wenn wir auf die große Lösung warten, können wir lange warten“, meint Ratsherr Manfred Flore. Der Sozialdemokrat fragt sich, ob sich „die Eimer Farbe“ nicht auf kleinem Dienstweg aufbringen ließen und verweist darauf, dass der Museumsbahnsteig genau im Mittelpunkt des großen „Brückenschlag“-Projektgebietes zur Erneuerung von Innenstadt und Lirich liege.

Hellere Beleuchtung zwischen den Gleisen

Geboten wäre aus Flores Sicht auch eine hellere Beleuchtung zwischen Gleis 4 und 5 – sofern sie nicht die farbige Lichtschienen-Installation im Gleisbett überstrahlen würde. Von der abendlichen Dunkelheit am Museumsbahnsteig profitiere nur eine „lichtscheue“ Klientel.

Nur sehr kurz zur Sprache kam das dürftige kulturelle Angebot des Bahnsteiges. Das LVR-Industriemuseum zeigt allsommerlich einige wenige alte Filmschätzchen – und hatte in diesem Sommer mit der „Rocky Horror Picture Show“ einen Überraschungserfolg gelandet. Und „Kultur im Turm e.V.“ (Kitev), die den Bahnsteig vor elf Jahren künstlerisch gestaltet hatten, zeigte sich hier zuletzt vor 14 Monaten, um seine „Refugees Kitchen“ zu feiern.

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