Coronavirus

Kritischer Coronawert: Krisenstab Oberhausen berät Maßnahmen

In Oberhausener Dienstgebäuden gilt ab Montag eine noch strengere Maskenpflicht als ohnehin. Gäste und Beschäftigte müssen durchgehend einen Mund-Nase-Schutz tragen.

In Oberhausener Dienstgebäuden gilt ab Montag eine noch strengere Maskenpflicht als ohnehin. Gäste und Beschäftigte müssen durchgehend einen Mund-Nase-Schutz tragen.

Foto: Michael Dahlke / FFs

Oberhausen.  Mit einem Inzidenzwert knapp unter 50 steht Oberhausen kurz davor, Risikogebiet zu werden. Der Krisenstab berät über zusätzliche Schutzmaßnahmen.

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Oberhausen ist übers Wochenende rasant angestiegen. Am späten Donnerstagnachmittag erreichte die Stadt erstmals die Vorwarnstufe von mindestens 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Am Sonntag lag der sogenannte Inzidenzwert nach aktuellstem Stand des Robert-Koch-Instituts bereits bei 47,4. Der Krisenstab berät am Montag über weitere mögliche Schutzmaßnahmen.

Zunächsteinmal treten ab einem Wert von 50 Neuinfektionen strengere Regeln der NRW-Schutzverordnung des Landes in Kraft. Ohne, dass die Stadt Oberhausen eigene Beschlüsse fassen müsste. So dürften sich im Oberhausener Stadtgebiet maximal fünf Personen im öffentlichen Raum treffen – oder mehr Personen aus höchstens zwei unterschiedlichen Hausständen. Für Feiern gilt eine Obergrenze von zehn Teilnehmern. Und von 23 bis 6 Uhr gäbe es eine Sperrstunde inklusive einem Verkaufsverbot von Alkohol.

Vorsicht bei dauerhaft hohen Zahlen

An diese Regeln ist die Stadt Oberhausen gebunden. Sie hat aber die Möglichkeit, weitere Maßnahmen zu ergreifen, wenn der Krisenstab diese für nötig erachtet. Laut Landesverordnung muss sie dies jedoch spätestens dann tun, wenn der Inzidenzwert auch nach zehn Tagen dauerhaft über einem Wert von 50 Neuinfektionen liegt.

Am Montag kommt der Oberhausener Krisenstab mit Vertretern der Ärzteschaft und Krankenhäuser, Alten- und Pflegeheimen, der Feuerwehr, den zuständigen Dezernenten sowie dem Ordnungsamtsleiter erneut zusammen, um die Lage zu analysieren und das weitere Vorgehen zu besprechen. Coronakonform geschieht dies bereits seit einiger Zeit via Video-Konferenz.

Noch bevor die strengeren Regeln in Kraft sind, gibt es bereits Kritik an der NRW-Verordnung. Besonders die ohnehin von den Verordnungen hart getroffene Hotel- und Gaststättenbranche schlägt Alarm. Der auch für Oberhausen zuständige Gaststättenverband Dehoga Nordrhein zweifelt an Sinn und Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen. Restaurants, Kneipen und Gaststätten seien nicht das Problem, sondern Teil der Lösung, sagt Geschäftsführer Christoph Becker. Dort könne kontrolliert werden, ob sich die Menschen an die Regeln halten – im privaten Raum könne man dies nicht.

Sperrstunde aus Dehoga-Sicht „existenzvernichtend“

Die Einführung einer Sperrstunde sei für viele Betriebe „existenzvernichtend“ – „und wird zur Eindämmung der Pandemie nicht beitragen“, so Becker weiter. Becker fordert die Landesregierung auf, gemeinsam mit Branchenvertretern konstruktive Maßnahmen zu entwickeln. Und: „Wenn unsere Betriebe wieder zum Gesundheitsschutz aller ein finanzielles Sonderopfer bringen müssen, muss das Land dieses ausgleichen“, ergänzt Beckers Geschäftsführer-Kollege Thomas Kolaric.

Auch in Oberhausen hat das Corona-Virus bereits Gastro-Betriebe ins Aus getrieben, darunter auch „prominente“ Lokale wie das China-Restaurant Pagoda, das Brauhaus und das Turtle Bay – allesamt am Centro. Kontrollen des Ordnungsamtes liefen in den hiesigen Gaststätten seit Ausbruch der Pandemie mit wenigen Ausnahmen ohne große Beanstandungen, die meisten Gastronomen und Gäste halten sich an die bisherigen Regeln.

Leserkommentare (1) Kommentar schreiben