Ausstellung

Kranhalle in Oberhausen setzt Kreativität frei

Spiegeln sich im Kunstwerk der Kommilitonin. Die Schöpfer der Ausstellung studieren alle an der Hochschule für bildende Kunst in Essen. Foto:Gerd Wallhorn

Spiegeln sich im Kunstwerk der Kommilitonin. Die Schöpfer der Ausstellung studieren alle an der Hochschule für bildende Kunst in Essen. Foto:Gerd Wallhorn

Foto: FUNKE Foto Services

Oberhausen.  Der zweite Teil des Kunstsommers 2016 bietet ein einmaiges Erlebnis. Alle Arbeiten sind Teil eines Ganzen, verwandt miteinander und mit dem Raum.

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Kunstwerke frisch angefertigt: Mit ausschließlich neuen, speziell für den ungewöhnlichen Ausstellungsraum entstandenen Arbeiten überraschten neun Studenten der Essener Hochschule der bildenden Künste (HBK) die Besucher der Vernissage zum zweiten Zyklus des Kunstsommers 2016 in der Tedden-Garage in Dympten.

Fahnenkunst statt Flaggen

„Einmalig und nicht reproduzierbar“, nannte der Kunstvereins-Vorsitzende Ortwin Goerts das Gesamtkunstwerk. Nie zuvor hätte eine Gruppe die Einladung, die quadratische, extrem hohe Kranhalle gemeinschaftlich zu gestalten, so wörtlich genommen wie diese. „Ortsverwandtschaften“ – der Titel dieser Ausstellung ist Programm und bezieht sich sowohl auf die Kommunikation Kunstwerke miteinander als auch auf ihre Beziehung zum Raum. Jede Arbeit ist Teil des Ganzen und allein nicht „überlebensfähig“. Betrachtet durch die aus Spiegeln bestehende und klingende Bodenarbeit von Julia Priss, wird der gestaltete Kunstraum Kranhalle aus weiteren Perspektiven sichtbar.

Annette Piscantor setzte in Sachen „noch nie da gewesen“ noch eins drauf: Die bei Kunstsommern sonst üblichen Fahnen ersetzte sie durch ein Kunstwerk, dessen Entstehung die Besucher der Vernissage staunend beobachten konnten: Vier Performerinnen, jeweils eine pro Fahnenmast, bauten durch anmutige, tänzerisch wirkende Bewegungen aus einem gelben Seil eine Figur. An ein beim Abnehmen-Spiel entstandenes Faden-Gebilde erinnernd, schwebt diese Skulptur nun während der Ausstellungsdauer am Himmel, befestigt an eigens dafür installierten Haken in Bodenplatten.

Gegensatz von Raum- und Naturerlebnis

Wer den Raum betritt, erblickt das Innere durch von der Decke fallende Kabel mit Lampenfassungen. Professor Raimund Stecker bezeichnete das Werk von Beate Gärtner als „dreidimensionale Zeichnung“ und empfahl den Besuchern sich einmal unter das Werk zu legen. Doch darauf, die „Linien im Raum“ aus dieser Perspektive zu erleben, ließ sich niemand ein. Durch die Spiegel betrachtet, steigen sie in die Höhe, während die bunten Ziegelsteine, von Bastian Richter unter dem Hallendach angebracht, dann so aussehen, als lägen sie am Boden.

Mathias Weber erinnert mit seinem zweiteiligen fotografierten Blick nach draußen sehr dezent an den Gegensatz von Raum- und Naturerlebnis. Jens Thörner antwortet darauf mit einem großen und auffälligen, abstrakten Landschaftsbild, gemalt mit Lack und Acryl auf Leinwand.

Nicht weniger auftrumpfend ist Jörg Hildebrandts Wand-Akzent, bestehend aus acht in Farbe fotografierten Kranhallen-Elementen. Als etwas, was der Betrachter empfindet, als gehöre es nicht hier her, hat Anja Kreitz Stoff-Wucherungen an eine Wand montiert. Das gilt auch für die feingliedrigen strahlenden Gebilde von Michaela Kersten.

Seit 16 Jahren präsentiert der Kunstverein im Sommer Ausstellungen in der Tedden-Garage in Dymten, die von Studenten oder Absolventen deutscher Kunsthochschulen gestaltet werden.

Die „Ortsverwandtschaften“ der Essener Studenten sind bis zum 24. Juli sa. und so. von 13 bis 17 Uhr zu sehen. Ort: Mühlenstraße 125.

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