Arena und mehr

Konzertjahr 2019 mit Rock für Orchester und Tiefenentspannte

Zwölf starke Stimmen, dazu Rockband plus Streicher und Bläser-Fraktion: das Rockorchester Ruhrgebeat will am 16. März die Arena füllen.

Zwölf starke Stimmen, dazu Rockband plus Streicher und Bläser-Fraktion: das Rockorchester Ruhrgebeat will am 16. März die Arena füllen.

Foto: Oliver Mengedoht

Oberhausen.   Arena bietet Highlights von Fanta 4 bis Udo Lindenberg. Elton Johns Abschiedskonzert ist ausverkauft; James-Last-Tribute wird zur Enttäuschung.

In Sachen Qualitäts-Pop muss es längst nicht nur die König-Pilsener-Arena sein. Schließlich gibt’s in Oberhausen Spielstätten jeder Größe – etwa für Entdecker das kleine Druckluft, in dem der Musikerschweiß noch direttissima ins Publikum spritzt. Für Progrock-Enthusiasten holt das Zentrum Altenberg so manche Perle ans Scheinwerferlicht, für Düsterpop-Fans bleibt’s im Kulttempel angemessen dunkel und Folkfreunde können in der Fabrik K 14 tagträumen. Aber für das große Sternengefunkel geht’s dann doch ab in die Neue Mitte. Hier eine kleine Auswahl der bis Juli kommenden Attraktionen.

1 Die rappenden Märchenonkel Die Fantastischen Vier , jüngst ausgezeichnet mit dem Jacob-Grimm-Preis für die Pflege der deutschen Sprache, eröffnen das Arena-Jahr am Donnerstag, 24. Januar, mit dem höchst angemessenen Bekenntnis: „Zusammen“. Schließlich tollen anno 2019 Smudo, Michi Beck und Thomas D. mit And.Ypsilon seit 30 Jahren in konstanter Besetzung über deutsche Bühnen. Tickets gibt’s ab 62,50 Euro.

2Genauso spaßbetont und mindestens ebenso selbstironisch wie Fanta 4 agieren am Mittwoch, 13. Februar, in der Turbinenhalle die Fun-Metaller Steel Panther. Ihre grelle Rock- Show ist eine glitzernde Hommage an Hairmetal-Bands von Poison bis Van Halen. Dabei sollte niemand die Erzkomödianten um Sänger Michael Starr, die im Vorjahr auch wieder Wacken gerockt hatten, als Musiker unterschätzen. Karten gibt’s ab 45,15 Euro.

3Oberhausen hat ja ein eigenes Rockorchester – das sich allerdings bis in die Arena noch nicht vorgewagt hat. Den Schritt wagt am 16. März das Rockorchester Ruhrgebeat , kurz ROR. Das 30 Musiker starke Ensemble aus Profis und begeisterten Freizeit-Rockern bietet starke Stimmen gleich im Dutzend, dazu Bläser und Streicher. So können sich selbst Schmachtrock-Evergreens wie John Miles’ „Music“ oder Barry Ryans „Eloise“ zu voller Pracht entfalten. Die ebenfalls sehr humorbegabte ROR-Crew hat als Verstärkung Guildo Horn und einen Überraschungsgast angekündigt. Karten gibt’s ab 35 Euro.

4Liebend gerne möchte man „Boss Burns“ und „Hoss Power“ nebst ihren Stetson tragenden Mannen von The BossHoss mit Dolly Parton duettierend erleben. Aber damit ist wohl auch beim Arena-Auftritt am 5. April nicht zu rechnen. Doch auf eine kernige Darbietung der Berliner Metropolen-Cowboys von Dollys unsterblicher „Jolene“ wird man hoffen dürfen. Karten gibt’s ab 54 Euro.

5Apropos unsterblich: Im Juni 2015 verstarb James Last, der Weltmeister des „Happy Sound“ in seiner Wahlheimat Florida. Die Musik des Bremer Easy Listening-Granden sollte in aufpolierter Eleganz weiterleben: Ein „Official Tribute“ war für den 9. Mai angekündigt. Stattdessen ist’s die Enttäuschung des Jahres: Alle 15 Tournee-Termine sind abgesagt.

6Keine Absage – aber eine Enttäuschung für jene Fans, die im vorigen Jahr nicht schnell genug waren: Das Arena-Konzert von Sir Elton Hercules John am 12. Mai ist inzwischen bis unters Hallendach ausverkauft. Schließlich ist’s für deutsche Fans eine der letzten Gelegenheiten, den Komponisten von „Candle in the Wind“ und „Crocodile Rock“ live zu erleben. Das Oberhausener Gastspiel ist Teil der mehrjährigen Abschiedstournee des bald 72-Jährigen.

7Anders als Sir Elton muss Christopher von Deylen aus Visselhövede bis zur Rente noch 19 Jahre durchhalten: Sein „Schiller“-Konzert am 18. Mai in der Arena sollte also nicht das letzte sein. Seine melodiebetonte elektronische Musik zwischen den Polen Klassik und Techno spielt unter dem göttlichen Motto „Es werde Licht“ zuversichtlich nach vorne. Dazu darf man eine Lightshow in Opulenz erwarten. Karten gibt’s ab 70 Euro.

8Wer’s gerne weniger schillernd, doch dafür härter mag, aber längst nicht mit jedem Rumpel-Rock zufrieden ist, dem bietet die Turbinenhalle am 15. Juni draußen vor der Hallentür einen exquisiten Open-Air-Genuss mit Dream Theater. Das New Yorker Quintett vereint die Qualitäten einer Heavy Metal-Band mit den epischen Kompositionen und dem fein ziselierten Virtuosentum des Progressive Rock. Karten kosten 62,20 Euro.

9Gleich nach dem nordirischen Raubein Van Morrison dürfte Mark Knopfler als der größte aller Grantler gelten – und zugleich zu den Könnern des zeitlos gepflegten Pop mit gelegentlichen Folk-Anflügen zählen. Der 69-Jährige präsentiert am 1. Juli in der Arena die wieder mal tiefenentspannten Songs seines neunten Solo-Albums „Down the Road wherever“, dazu den einen oder anderen Evergreen. Karten gibt’s ab 74 Euro.

10Seine jüngsten Geniestreiche waren die Eröffnung der „Panik City“ auf der Reeperbahn und ein „Unplugged“-Album, dessen bestechende Qualität sogar den Vorgänger übertrifft. Es ist, als wäre Udo Lindenberg nie weg gewesen von der Kommandobrücke. Am 9. Juli trillert die westfälische Nachtigall wieder in der Arena – aber nicht unter Segeln und Tauwerk, sondern als taufrischer Panik-Rocker. Karten gibt’s ab 79,60 Euro.

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