Umwelt AG

Klimaschutz beginnt am „Bertha“ vor dem eigenen Klassenraum

Mit vereinten Kräften:die frisch gegründete „Umwelt AG“ am Oberhausener Bertha-von-Suttner-Gymnasium mitJason Michalek (4. v.re.) und Lehrerin Maximiliane Bonauer (2. v. re.).

Mit vereinten Kräften:die frisch gegründete „Umwelt AG“ am Oberhausener Bertha-von-Suttner-Gymnasium mitJason Michalek (4. v.re.) und Lehrerin Maximiliane Bonauer (2. v. re.).

Foto: Udo Gottschalk

Oberhausen.   Am Bertha-von-Suttner-Gymnasium gründeten Schüler eine tatkräftige „Umwelt AG“. Am Freitag ziehen sie mit dem Klimaprotestzug vor das Rathaus.

Schon Generationen haben gegen leere Trinkpäckchen und Müsliriegelverpackungen in Schulgängen mit der Metallzange angekämpft. Pausendienst für Pausendienst. Doch die Müllberge im Foyer des Bertha-von-Suttner-Gymnasiums sind ausnahmsweise schützenswert: Verpackungsunrat lässt hier auf einem Tisch vor dem Treppenhaus einen Globus im Müll-Morast versinken. Dieses gewollte Drohszenario bringt der frisch gegründeten „Umwelt AG“ Aufmerksamkeit.

Umwelt- und Klimaschutz beginnt immer vor der eigenen Haustür. Oder eben direkt vor dem Klassenraum. Jason Michalek gehört zu den Aktivisten der ersten Stunde. „Eine AG, die sich mit Umweltschutz befasst, gab es an der Schule nicht. Darum wurde es Zeit, eine zu gründen!“ Gesagt, getan.

Brotdosen für junge Schüler

Seit drei Wochen treffen sich engagierte Schüler zwischen 13 und 15 Jahren mittwochs in der siebten Stunde. Heute liegen frisch gedruckte Plakate auf dem Tisch. Es wird im Kalender geblättert. „Wo treffen wir uns?“ Die Schüler der „Umwelt AG“ wollen nicht lange reden, sondern anpacken. „Es geht nicht darum, nur zu kritisieren. Wir wollen Lösungsvorschläge erarbeiten“, sagt Jason Michalek.

Schon im Februar hat Michalek den globalen Schülerprotest „Friday for Future“ in Oberhausen mit angeschoben. Am kommenden Freitag, 15. März, wollen die Schüler ab 11.30 Uhr wieder von der Oberen Marktstraße über den Friedensplatz bis vor das Rathaus marschieren. Dazu packen alle Schüler der „Umwelt AG“ mit an. Transparente werden geklebt, damit sich möglichst viele Bürger solidarisch zeigen.

Da der Protestzug während der Schulzeit stattfindet, hat das Bertha die „Schwänz-Debatte“ recht pragmatisch gelöst. Die Teilnehmer der „Umwelt AG“ sind für den Klimaprotestzug freigestellt, eine andere Schulklasse verbindet das Thema mit dem Politikunterricht.

Daher hofft Michalek auf regen Zuspruch, zumal vor dem Rathaus ein Sitzring um den Eingang gebildet werden soll. Auch eine Rede, in der die Ziele der AG am Bertha vertieft werden sollen, ist schon in Vorbereitung. Einige Stunden sind noch Zeit, um an Details zu feilen.

Schülerschaft packt tatkräftig an

Lehrerin Maximiliane Bonauer begleitet die „Umwelt AG“ und verfeinert die bereits sprudelnden Ideen. Sie befindet sich inmitten einer tatkräftig anpackenden Schülerschaft: Derzeit arbeiten die jungen Aktivisten daran, dafür zu sorgen, dass am Bertha die Schüler der Unterstufe mit wiederbenutzbaren Pausenbrotdosen und Trinkflaschen versorgt werden. „Das würde helfen, den Verpackungsmüll durch Plastiktüten und Alufolie zu reduzieren“, erklärt Jason Michalek. Der Kampf gegen unsägliche Plastikinseln in den Weltmeeren beginnt auf dem Pausenhof.

>>> Info: Unterstützer gesucht

Bislang wirken in der „Umwelt AG“ des Bertha-von-Suttner-Gymnasiums Jason Michalek, Neele Ludwig, Zerda Kosan, Kumru Erdogdu, Lilli Rozek, Finn Drachenberg, Anthony Simon, Helena Serve, Nilavan Thuraisami, Mariamba Camara und Johanna Gomoluch.

Interessierte Schülersind bei den Treffen, mittwochs in der siebten Stunde, willkommen.

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