Ferienaktion

Kinder bauen und regieren in Oberhausen ihre eigene Stadt

Am Standort der Ferienstadt: Helga Grothe (re) mit Anna, Miguel und Lisa aus dem Betreuerteam.

Am Standort der Ferienstadt: Helga Grothe (re) mit Anna, Miguel und Lisa aus dem Betreuerteam.

Foto: Kerstin Bögeholz / FUNKE FotoServices

Oberhausen.  Diese Stadtregierung wird ein beneidenswertes Durchschnittsalter haben, denn hier regieren Kinder – eine spannende Ferienaktion in Oberhausen.

Es soll sogar ein eigenes Grundgesetz geben, ein Stadtrat wird von der Vollversammlung gewählt, und die Stadtrepräsentanten stellen fortlaufend die Weichen für die urbane Zukunft: In den Sommerferien gibt es vom 12. bis 23. August eine riesige Ferienaktion auf dem Schulhof der Gesamtschule Osterfeld unter dem schönen Motto: „Wir bauen unsere Stadt!“

Und es soll nicht bei diesem viel versprechenden Motto bleiben: Eine Hüttensiedlung entsteht, ergänzt um Pavillons und Zelte. Gleich zum Auftakt geben die Ferienkinder ihrer Stadt einen Namen, führen eine eigene Währung ein und beginnen, in eigener Regie ihren Alltag im Detail zu organisieren.

Gestaltung, Mitbestimmung, handwerkliche Fähigkeiten

Helga Grothe von der Arbeiterwohlfahrt hat die Idee zu diesem Ferienprojekt federführend mitentwickelt: „Das Projekt verfolgt zwei Hauptziele“, erläutert sie,. „Zum einen erlernen und erfahren die Kinder, wie man in einer solchen Gemeinschaft Gestaltung und Mitbestimmung organisiert, zum anderen sollen die Mädchen und Jungen hier handwerkliche und künstlerische Fähigkeiten erlernen.“

Maximal 80 Kinder ab sechs Jahren können dabei sein. Zum Start in den Tag gibt es jeweils eine Morgenrunde, mittags kann man in einem „Restaurant“ essen (das kostet 1 Euro; ansonsten ist die Teilnahme an dem Projekt für alle kostenlos). Es werden Werkstätten entstehen, in denen die Kinder mit diversen Materialien arbeiten können. Zum Beispiel könnte eine Schreinerei die nötigen Verkehrsschilder erstellen.

Zeitungsredaktion, Schreinerei, Post

Die Stadt soll auch eine eigene Zeitungsredaktion erhalten, die über das Geschehen berichtet. Schneiderei, Post, Malerei. Lackiererei – all das zählt zu den urbanen Angeboten. In den jeweiligen Werkstätten sollen nicht mehr als acht Ferienkinder arbeiten. Pro Werkstatt ist jeweils ein Betreuer präsent.

Die Projektzeiten sind täglich von 10 bis 16 Uhr. Doch auch danach soll nicht Schicht am Schacht sein: Von 16 bis 22 Uhr sollen zusätzliche Angebote starten, die sich vor allem an Jugendliche richten (zum Beispiel Open Stage, Kino, Sport, Aktionsprogramme).

Viel Vorfreude im Team

Helga Grothe und ihrem Team ist die Vorfreude auf diese besondere Ferienaktion bereits anzumerken: „Ich kann kaum erwarten, dass es endlich losgeht“, sagt sie beim Ortstermin mit unserer Zeitung auf dem GSO-Schulhof. Eventuell wird auch die gegenüberliegende Wiese noch in die Stadtlandschaft mit einbezogen. Und vielleicht wird in der Ferienstadt sogar übernachtet.

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