Klinik-Essen

Katholisches Klinikum Oberhausen verspricht besseres Essen

Wisag-Geschäftsführer Ernst Sandmann, KKO-Geschäftsführer Michael Boos und Qualitätsmanagerin Katharina Löttgen (v.l.) testen jetzt jede Komponente, bevor sie auf den Speiseplan aufgenommen wird.

Wisag-Geschäftsführer Ernst Sandmann, KKO-Geschäftsführer Michael Boos und Qualitätsmanagerin Katharina Löttgen (v.l.) testen jetzt jede Komponente, bevor sie auf den Speiseplan aufgenommen wird.

Foto: Gerd Wallhorn

OBERHAUSEN.   Seitdem die Krankenhäuser und Altenheime von einem Caterer beliefert werden, gibt es viele Beschwerden. Jetzt testen die Verantwortlichen selbst.

Das Katholische Klinikum Oberhausen (KKO) räumt Probleme bei der Verpflegung von Patienten in den Krankenhäusern und Bewohnern in den Altenheimen ein. „Wir entschuldigen uns bei allen, die darunter gelitten haben“, sagt Klinik-Geschäftsführer Michael Boos. „Wir tun alles dafür, um Patienten zufriedenzustellen.“ Denn dass diese mit der Verpflegung unzufrieden sind, war der Klinik-Leitung und dem Caterer, der Firma Wisag, schon bewusst, bevor sich viele Leser an diese Redaktion wandten, um sich über das Klinikessen zu beschweren.

Im vergangenen Jahr hat das KKO die hauseigene Küche geschlossen, seit April 2017 werden die Altenheime von der Wisag beliefert, seit August 2017 auch die Krankenhäuser – insgesamt 1000 Essen pro Tag. Früher wurde das Essen heiß auf Teller verteilt, jetzt wird es vom Caterer kalt angeliefert, dann portioniert und auf den Tellern zu Ende gegart. „Wir hatten mit der Umstellung große Probleme“, gesteht Boos. „Anfangs sackten die Zufriedenheitswerte der Patienten in unseren Umfragen auf 50 Prozent ab, inzwischen sind wir aber wieder bei 70 Prozent.“ Angestrebt würden 90 bis 95 Prozent.

Um dies zu erreichen, korrigieren KKO und Wisag Rezepte und Speisepläne. „Es kommen keine neuen Speisen mehr auf den Speiseplan, die wir nicht selbst getestet haben“, sagt Boos. Viele Beschwerden habe es etwa über die Suppen und die Soßen gegeben. „Die Leute hatten den Eindruck, dass das aus der Tüte kommt“, erzählt KKO-Qualitätsmanagerin Katharina Löttgen. Eintöpfe hingegen würden sehr gut ankommen, genauso wie Currywurst und Kohlrouladen.

Schnitzel nicht so knackig

Wisag-Geschäftsführer Ernst Sandmann versichert, dass Tüten-Gerüchte jeder Grundlage entbehren: „Wir kochen in Bochum alles frisch, kühlen es dann und verpacken es haltbar. Aber: Ein paniertes Schnitzel kann mit diesem Verfahren nicht so knackig sein wie frisch aus der Pfanne.“

Und gewürzt würde wegen zentraler Ernährungsvorschriften eher zurückhaltend. Deshalb erhalten Patienten nun auch Salz und Pfeffer auf ihr Tablett. Der Teller ist nun dreiteilig, damit Soßen nicht mehr alles unappetitlich benetzen können.

Viele Kranke beschwerten sich auch über zu kalte Brötchen, Brotscheiben und kaltes Geschirr. Der heiße Kaffee am Morgen kühlte nach wenigen Minuten ab. Grund für das Missgeschick: Die schon am Vorabend bestückten Frühstücksteller wurden mit Geschirr und Broten die ganze Nacht über gekühlt. Jetzt fügt man Tassen und Brot erst am Morgen kurz vor dem Servieren in den Zimmern hinzu.

„Wir wollen näher an die Patienten rücken“, verspricht KKO-Geschäftsführer Michael Boos. „Wenn ein Patient am ersten Tag eine Beschwerde hat, wollen wir am zweiten Tag darauf reagieren können.“

>>> GRÜNDE FÜR DIE AUFGABE EINER EIGENEN KÜCHE

Aus mehreren Gründen hat das Katholische Klinikum KKO nach eigenen Angaben von eigener Küche auf Caterer umgestellt: schärfere Hygienevorschriften, Umbaubedarf wegen Brandschutzregeln, langfristig höhere Kosten, selbst zu kochen.

Bei der Wahl des Caterers war der KKO-Leitung wichtig, dass frisch selbst gekocht wird, dass die über 40 Beschäftigten der früheren Küche weiter im KKO arbeiten können – und dass Brot, Brötchen, Wurst und Obst weiterhin Oberhausener Firmen liefern.

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