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Jahresrückblick: Die Top-Themen in Oberhausen im Jahr 2017

Schreckliches Ende einer Party-Nacht: Am Bahnsteig der Haltestelle Lipperfeld wurden Ende November zwei Männer niedergestochen.

Schreckliches Ende einer Party-Nacht: Am Bahnsteig der Haltestelle Lipperfeld wurden Ende November zwei Männer niedergestochen.

Foto: WTVnews

OBERHAUSEN.   Einsätze von Polizei und Feuerwehr erregen Aufsehen. Top-Thema war der Unfall bei Hamm Chemie. Das bewegte die Menschen in Oberhausen 2017.

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Spektakuläre Polizei- und Feuerwehr-Einsätze haben auch in diesem Jahr über die Stadtgrenzen hinaus Wellen geschlagen. Ein Blick in die Statistik der Zugriffe über unsere Seite waz.de/oberhausen zeigt, welche zwölf Berichte zwischen Januar und Dezember von den meisten Nutzern gelesen worden sind. Vor allem die emotionalen Themen bewegten auch 2017 die Menschen in Oberhausen.

Rauchwolke über der Stadt

Die Rauchwolke, die am Morgen des 16. Februar von der Buschhausener Straße in nordöstlicher Richtung über die Stadt zieht, misst hunderte Meter. Niemand weiß im ersten Moment, ob und wie gefährlich sie ist. Groß-Alarm für Polizei, Feuerwehr und Rettungskräfte. Bei Hamm Chemie hat es einen Unfall gegeben. Bahnstrecken und Autobahnen werden gesperrt. Das städtische Leben kommt teilweise zum Erliegen. Stunden später die Entwarnung von offizieller Seite: Es habe zu keinem Zeitpunkt Gefahr für die Bevölkerung bestanden – weder in der näheren noch in der weiteren Umgebung. Ursache ist wohl menschliches Versagen. Ein Mitarbeiter hat sich beim Entladen eines Schiffes vertan. Hamm Chemie entschuldigt sich am Tag danach im Rathaus auf einer Pressekonferenz bei den Oberhausenern für den Vorfall.

Angriff nach der Partynacht

Schreckliches Ende einer Party-Nacht: Nach dem Besuch eines Musikfestivals in der Turbinenhalle gerät eine Gruppe aus Hamm am Sonntag, 26. November, gegen 1.40 Uhr in einem Nachtexpress mit drei jungen Männern aus Bottrop aneinander. Die Auseinandersetzung verlagert sich auf den Bahnsteig der Haltestelle Lipperfeld. Dort werden die Hammer von den Bottropern attackiert. Ein 28-Jähriger erliegt später seinen Verletzungen, sein 26-jähriger Bruder erleidet schwerste Verletzungen. Die Angreifer fliehen und stellen sich am Nachmittag und Abend der Polizei. Zwei der Verdächtigen sitzen in Untersuchungshaft. Ein von der Polizei gesuchter Zeuge hat sich noch nicht gemeldet.

Tragisches Unglück am Kanal

Ende Oktober: Ein Ehepaar verbringt mit dem Boot ein Wochenende am Centro, der Mann legt sich schlafen. Am nächsten Morgen ist seine Frau verschwunden. Er alarmiert die Polizei. Tage später heben Taucher einen Torso aus dem im Rhein-Herne-Kanal, eine Spaziergängerin hatte den Leichnam entdeckt. Wieder einige Tage später bringt eine DNA-Analyse endgültig traurige Gewissheit: Die Tote ist die vermisste Ehefrau. Es gibt auch ein Video von der Marina. Das zeigt, wie die Frau auf dem Bootssteg stolpert, ins Hafenbecken stürzt und nicht wieder auftaucht. Ein Unglücksfall, in dessen Zusammenhang in den Sozialen Medien im Internet schnell wüsteste Spekulationen kursieren. Die Polizei zeigt sich angesichts dessen entsetzt.

Alarm in der „Tobebox“ an der Weierstraße

Im April gibt es in der „Tobebox“ an der Weierstraße einen Kohlenmonoxid-Alarm. Durch das farb- und geruchlose, giftige Gas werden in dem Indoor-Spielplatz rund 20 Menschen verletzt, vor allem Kinder. Ursache war offenbar ein Defekt in der Heizungsanlage, die seit Jahren nicht gewartet worden war. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Besitzer der Halle wegen fahrlässiger Körperverletzung. Vor allem technische Fragen müssten noch geklärt werden, heißt es von der Behörde. Ein Ende der Ermittlungen sei derzeit nicht absehbar. Die Tobebox hatte vier Tage nach dem Vorfall am 21. April wieder ihren Betrieb aufgenommen.

Brutale Tat im Olga-Park

Es soll eine Aussprache werden zwischen zwei Teenagern, deren Beziehung auf der Kippe steht. Deshalb trifft sich ein 17-jähriger Bottroper am 26. Januar mit seiner gleichaltrigen Freundin aus Oberhausen an einer Bank im Olga-Park. Dann zieht der Jugendliche eine Schreckschusspistole und schießt dem Mädchen in den Mund. Danach sticht er mehrfach auf die 17-Jährige ein. Sie wollte sich von ihm trennen. Dass die junge Frau überlebt hat, verdankt sie möglicherweise einem Zeugen. Der hatte das verletzte, aber noch ansprechbare Opfer auf der Bank entdeckt und Hilfe gerufen. Wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt das Landgericht Essen den Täter im August zu viereinhalb Jahren Gefängnis.

Messer-Attacke auf Discounter-Parkplatz

Lebensgefährliche Verletzungen erleidet der Trainer einer Kreisliga-Mannschaft am 11. Januar auf dem Lidl-Parkplatz an der Dorstener Straße. Mehrfach wird der Mann von einem 40-Jährigen mit einem Messer attackiert. Dabei bricht sogar die Spitze der Waffe ab. Erst als mutige Zeugen eingreifen, lässt der Täter ab. Polizeibeamte nahmen den Mann noch in der Nähe des Tatorts fest. Anfang Oktober verurteilt ihn das Landgericht Duisburg wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung zu acht Jahren Gefängnis. Bis zuletzt sprach er von Notwehr.

Beißattacke auf dem heimischen Sofa

An einem Montagabend im Februar verletzt ein American Bulldog zwei Kinder. Ein Zehnjähriger muss mit schweren Gesichtsverletzungen in eine Spezialklinik nach Essen gebracht werden. Zu der Beißattacke kommt es auf dem heimischen Sofa. Der Hund muss ins Tierheim. Das dreieinhalb Jahre alte Tier lebte seit sechs Monaten bei der Familie. Die Polizei ermittelt wegen fahrlässiger Körperverletzung.

Folgenreiches Handgemenge an Bushaltestelle

Auf der Rückreisewelle des Festivals „Ruhr in Love“ Anfang Juli geraten ein 28-Jähriger aus Dorsten, ein 18- und ein 23-Jähriger aus Iserlohn zunächst lautstark an einer Bushaltestelle an der Vestischen Straße aneinander. Im folgenden Handgemenge sticht einer der Iserlohner mit einem Messer zu und verletzt den Dorstener lebensgefährlich. Zwei Tage später geht es ihm besser. Die Angreifer sind wegen Gewalt- und Drogendelikten polizeibekannt. Ein Haftrichter schickte beide aber wieder auf freien Fuß.

Pfefferspray-Attacke in der Disco

Am Karnevalssonntag versprüht ein 26-Jähriger Bottroper in der Diskothek „Steffy“ Pfefferspray. 13 Menschen klagen über Augenreizungen und Atembeschwerden, sieben müssen ambulant in Krankenhäusern behandelt werden. Die Disko wird kurzfristig evakuiert, der Täter festgenommen.

Meerschweinchen aus dem Kaisergarten entführt

Der Kaisergarten und die Meerschweinchen – in diesem Jahr eine unendliche Geschichte. Im Juli stehlen Unbekannte drei Nager aus der Anlage, bereits im Juni waren 14 verschwunden, sechs von ihnen wurden später in einem desolaten Gesundheitszustand wieder am Kaisergarten ausgesetzt. „Schöne Grüße – wir waren zu laut“, stand auf dem Karton, in den sie eingepfercht waren. Die Hintergründe der Diebstähle sind noch nicht geklärt, die Polizei ermittelt. Die Taten lösen bei Besuchern des Tiergeheges große Empörung aus.

Beherztes Eingreifen eines elfjährigen Mädchens

Im Juli beobachtet eine Elfjährige im Centro, wie eine Gruppe Jugendlicher zwei Jungen dazu auffordert, ihnen ihr Geld und ihre Handys zu geben. Die Täter nehmen eins ihrer Opfer in den Schwitzkasten und können ein Mobiltelefon erbeuten. Die Jugendlichen rennen weg. Die Elfjährige folgt ihnen und droht, die Polizei zu rufen. Das wirkt: Einer der Jugendlichen geht zurück zu den Jungen und gibt das Handy wieder raus. Der Dank der Polizei gilt dem Mädchen: für ihr beherztes Eingreifen.

Glück im Unglück

Großes Glück im Unglück hat eine Reisegruppe des Duisburger Vereins Regenbogen auf der A 3 kurz vor der Ausfahrt Oberhausen-Holten. Zum Weihnachtsmarkt in Münster soll es für rund 40 seelisch kranke Menschen, darunter auch Kinder und Jugendliche, und ihre Betreuer gehen, als ihr Bus aus noch ungeklärter Feuer fängt. Als Rauch aus dem Motorraum dringt, hält der Fahrer auf dem Standstreifen an. Alle Insassen schaffen es in vergleichsweiser Ruhe und unverletzt aus dem Bus, der wenig später vollständig ausbrennt. Der Ausflug wird nachgeholt.

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