Stadtgeschichte

In Sterkrade soll ein Prinz geboren sein

Neben dem ehemaligen „Brandenburger Hof“ haben die Sterkrader Ritter eine neue Infotafel aufgestellt.

Neben dem ehemaligen „Brandenburger Hof“ haben die Sterkrader Ritter eine neue Infotafel aufgestellt.

Foto: Kerstin Bögeholz

oberhausen.   Die Sterkrader Ritter haben am „Brandenburger Hof“ eine neue Infotafel aufgestellt. An historischen Stationen entlang geht es durch den Stadtteil.

Den Sterkrader Rittern liegt es am Herzen, die facettenreiche Historie ihres Stadtteils sichtbar zu machen. Der jüngste Schritt dazu: Am 2009 geschlossenen „Brandenburger Hof“ wurde eine Tafel eingeweiht mit vielen Informationen zu diesem Standort.

„Durch die bewegte Geschichte des ,Hofes’ ist es ein besonders interessantes Schild geworden“, erklärt das Ordenskapitel Sterkrader Ritter. Wer sich etwas Zeit nimmt und den Text liest, unternimmt eine kleine Zeitreise in vergangene Jahrhunderte. Ursprünglich stand an dieser Stelle das Hotel „Zum Brandenburger Hof“. „Es war eines der geschichtsträchtigsten Hotels in Sterkrade mit angeschlossener Gaststätte und großem Saal“, heißt es auf der Infotafel.

Wirt Sprüth konnte sogar Paare trauen

Laut einer alten Chronik übernachtete einst ein brandenburgisches Kurfürstenpaar in diesem Hotel, deshalb der Name. Während des Aufenthaltes soll in Sterk­rade sogar ein Prinz geboren worden sein!

Trotz dieser vom Hochadel geprägten Ursprünge entwickelte sich das Hotel mit Gastronomie rasant zu einem pulsierenden Treffpunkt des bürgerlichen Lebens in Sterkrade. In der Gaststätte und im Saal gingen alle wichtigen Festlichkeiten und Veranstaltungen über die Bühne. Der damalige Wirt Sprüth konnte sogar Paare trauen, da er nicht nur am Zapfhahn stand, sondern auch das Amt des Standesbeamten bekleidete.

Dann wurde aus dem Hotel ein katholisches Vereinsheim. Etwa 1904 übernahm Jean Uhle das Gebäude. Doch ein Teil des Komplexes wurde für den Ausbau der Josefstraße (heute Robert-Koch-Straße) benötigt. Der große Saal wurde unterteilt, eine Wand eingezogen, ein Teil der Fläche zur Gaststätte. 1909 ließ Jean Uhle das Hotel „Zum Brandenburger Hof“ niederreißen. Auf dem Restplatz (der nach dem Straßenausbau übrig geblieben war) wuchs der „Brandenburger Hof“ in die Höhe.

Sponsoren sind willkommen

Noch viele Details bietet die Infotafel. Der „Brandenburger Hof“ – das Gebäude ist seit 1914 im Besitz der Familie Peters — spiegelt über 100 Jahre des regen gesellschaftlichen Lebens in Sterkrade.

Passend zum adelig inspirierten Namen des Gebäudes wurde die neue Infotafel bei Kaiserwetter eingeweiht. Kaiserhof, Friedenskirche, altes Sterkrader Rathaus, Hagelkreuz und die Sterkrader Steine am Eugen-zur-Nieden-Ring – dort stehen bereits Infoschilder. So schaffen die Sterkrader Ritter die Grundlage für einen historischen Rundgang durch den Stadtteil, wobei dieses Projekt noch weiter wächst: Die nächsten Schilder sind an der St.-Clemens-Kirche und am Alten Backhaus in Königshardt geplant. „Sterkrade hat viel von seiner Geschichte zu zeigen“, sagt Hubert Cordes von den Sterkrader Rittern, „Ideenträger und Sponsoren sind bei uns gut aufgehoben.“

>>>>>>> Text und historische Fotos informieren

Das neue Schild zeigt nicht nur informativen Text, sondern auch zwei historische Aufnahmen vom „Brandenburger Hof“ mit Hotel (bis 1909) und vom Neubau der Gaststätte. Natürlich fehlt auch das Sterk­rader Wappen nicht – und der Hinweis: „Aufgestellt durch das Ordenskapitel Sterkrader Ritter“.

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