Spargelernte

In Oberhausen werden Spargelstangen zig Mal fotografiert

Drei Erntehelfer gehen Landwirt Christoph Köster beim Spargelstechen zur Hand. Pro Pflanze gibt es etwa 15 Stangen von dem weißen Gemüse.

Drei Erntehelfer gehen Landwirt Christoph Köster beim Spargelstechen zur Hand. Pro Pflanze gibt es etwa 15 Stangen von dem weißen Gemüse.

Foto: Michael Dahlke

So früh wie noch nie hat die Spargelernte begonnen. Dafür hat Landwirt Köster eine hochmoderne Sortiermaschine angeschafft. Die kann eine Menge.

2,2 Kilo pro Kopf: So viel Spargel isst jeder Deutsche in einem Jahr durchschnittlich von dem Gemüse. Landwirt Christoph Köster, der in Schmachtendorf direkt an der A3 seinen Hof betreibt, kann da locker mithalten. „Während der Saison kann ich jeden Tag Spargel essen, das wird mir nie zu langweilig und schmeckt immer“, erzählt er, während er vor dem großen Hofladen einige Kunden begrüßt.

An den Ostertagen ist bei ihm sehr viel los, die Oberhausener decken sich für die Feiertage mit Köstlichkeiten ein. Spargel gibt es in diesem Jahr schon seit dem 26. März. „Ich kann mich nicht erinnern, dass wir schon einmal so früh mit der Ernte begonnen haben“, sagt Köster, der das weiße Gemüse auf drei Hektar anbaut. Der frühe Zeitpunkt liege am ungewöhnlichen milden Februar.

Eine Spargelsorte namens Raffaelo

Dabei, so Köster, sei es eigentlich gar nicht so vorteilhaft, wenn es Ende März schon losgehe. „Die Menschen haben dann noch keinen Spargelhunger“, erklärt der Landwirt.

Mittlerweile aber schon: „Wir haben ideales Wetter, der Boden ist optimal und wir haben ausgewogen gedüngt, die Kunden sind sehr zufrieden mit der Qualität“, so Köster. Neben den alten Sorten Gijnlim und Backlim baut der Oberhausener Raffaelo und Ramires an. Pro Pflanze lassen sich 15 Spargelstangen ernten.

Wie lange das weiße Gemüse so fleißig wächst, ist derzeit nicht klar, denn der vergangene Hitzesommer hat den Pflanzen möglicherweise zugesetzt. „Sie bilden ihre Nährstoffreserven bereits im Vorsommer und der war sehr trocken“, erklärt Köster. Deswegen könne es sein, dass die Erntezeit früher enden muss, weil dem Spargel die Energie fehlt. „Dafür gibt es aber im Moment gar keine Anzeichen, die Stangen wachsen sehr gut.“

Auf dem Feld ganz in der Nähe des Hofes arbeiten sich bis zu drei Erntehelfer an den mit weißer Folie bedeckten Dämmen entlang und stechen die Stangen eine nach der anderen ab.

Von allen Seiten fotografiert

Um seinen Mitarbeitern wenigstens die Arbeit auf dem Hof zu erleichtern und genauer sortieren zu können, hat Köster eine hochmoderne Sortiermaschine angeschafft, die in der großen Halle direkt am Hof steht.

„Vorher musste alles von Hand sortiert werden, was sehr mühsam ist, und nach einigen Stunden am Band lässt die Konzentration nach“, sagt Köster.

Die Stangen werden, wenn sie vom Feld kommen, erst einmal gründlich mit viel Wasser gereinigt, und kommen dann für etwa eine Stunde in ein Grad kaltes Wasser. In der Sortiermaschine werden die Stangen automatisch auf die gleiche Länge geschnitten, bevor sie auf dem Band zum Herzstück der Maschine geleitet werden. Hier wird jede einzelne Stange von einer Kamera 13 Mal fotografiert – von allen Seiten und an drei verschiedenen Stellen wird die Dicke gemessen. Die Maschine errechnet daraus den Durchschnitt und ordnet die Stangen nach verschiedenen Größen (S bis XL). „Und auch nach Krümmungsgrad und Farbe“, weiß Köster.

Sie fallen dann in zehn unterschiedliche Körbe, die mit Wasser gefüllt sind. All das wird auf einem großen Display angezeigt „Die neue Sortierung ist eine enorme Hilfe, zumal die Maschine nur wenige Fehler macht“, erzählt der Oberhausener. Die Anschaffungskosten: ein Betrag im hohen fünfstelligen Bereich.

Nach der Sortierung kontrollieren drei Erntehelfer die Arbeit der Maschine und bringen das frische Gemüse in den Hofladen. Dort kostet ein Kilogramm in bester Qualität dann 11,50 Euro.

„Machen Sie den Spargel schlicht mit zerlassener Butter, Schinken und Salzkartoffeln, dann schmeckt er am besten“, sagt der Fachmann.

>>> Info: In der Spargelzeit sonn- und feiertags geöffnet

Der Köstershof, Gabelstraße 71 in Schmachtendorf, hat während der Spargelzeit (bis zum 24. Juni) auch sonn- und feiertags zwischen 10 und 13 Uhr geöffnet. Montags bis freitags hat der Hofladen zwischen 9 und 18.30 Uhr geöffnet, samstags zwischen 9 und 16.30 Uhr. Neben vielen weiteren landwirtschaftlichen Produkten werden aus dem eigenen Anbau Erdbeeren, Kartoffeln und Rindfleisch angeboten.

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