Serie „Pflege daheim“

In Oberhausen kommen die Pflegeberater ins Quartier

Beate Berger und Jan Katner von der Pflegeberatungsstelle der Stadt Oberhausen und Ingo Harlos (Johanniter) halten mit der mobilen Seniorenberatung und dem Infomobil Ecke Friesenstraße/Thüringer Straße.

Foto: Gerd Wallhorn

Beate Berger und Jan Katner von der Pflegeberatungsstelle der Stadt Oberhausen und Ingo Harlos (Johanniter) halten mit der mobilen Seniorenberatung und dem Infomobil Ecke Friesenstraße/Thüringer Straße. Foto: Gerd Wallhorn

Oberhausen.   Die Pflegeberatung der Stadt kommt Ratsuchenden entgegen: Zusammen mit den Johannitern ist sie regelmäßig mobil im Stadtgebiet unterwegs.

Für viele ist Pflegebedürftigkeit ein unangenehmes Thema, das sie so lange wie möglich verdrängen. Aber irgendwann steht es auf der Agenda – denn jeder wird älter und ist möglicherweise irgendwann auf die Hilfe anderer angewiesen. Um ein möglichst selbstständiges und selbstbestimmtes Leben führen zu können, bietet die Pflegeberatungsstelle in Oberhausen eine „individuelle, auf die eigene Situation bezogene qualifizierte Beratung“ an.

Bereits seit dem Jahr 2000 gibt es die Pflegeberatungsstelle an der Elly-Heuss-Knapp-Straße 1, aber „die Bürger kennen uns kaum“, sagt Pflegeberater Jan Katner. Vor rund zwei Jahren hat er sich deshalb dazu entschieden, in Kooperation mit den Johannitern, mobil zu werden.

Johanniter stellen den Bus zur Verfügung

„Es war immer mein Traum, einen Bus von der Stadt zu bekommen, um in Oberhausen rumfahren zu können und den Leuten vor Ort zu helfen“, erklärt Jan Katner. Leider war das Geld nie da. „Da holte ich mir zur Unterstützung die Johanniter mit ins Boot. Daraus folgte eine Win-win-Situation. Sie stellen den Bus für uns zur Verfügung und haben gleichzeitig die Möglichkeit, auch ihre Produkte vorzustellen.“

Durch die „mobile Seniorenberatung“ soll der Bekanntheitsgrad erhöht werden. Denn „viele Leute wissen, dass es Hilfe vom Staat gibt, aber nicht explizit, welche“, erklärt Katner. Bis September wird die „mobile Seniorenberatung“ an folgenden Standorten im Stadtgebiet vorfahren: am 3. Mai in Schmachtendorf auf dem Marktplatz, am 1. Juni in Königshardt am Kreisverkehr vor der Apotheke, am 6. Juli in Sterkrade am Kleinen Markt, am 3. August in Osterfeld auf dem Marktplatz am Café „Jedermann“ und am 7. September in Holten auf dem Marktplatz.

Donnerstags am Bero zu finden

Dem Pflegeberater ist es wichtig, den Leuten entgegenzukommen. „Es ist viel einfacher, eine Pflegeberatungsstelle in einer Umgebung von 500 Metern zu besuchen, anstatt einen weiteren Weg auf sich zu nehmen.“ Es gibt viele spontane Besuche, wie jüngst an der Ecke Mecklenburger/Friesenstraße. Anwohner werden neugierig und schauen nach einem Bäckerbesuch bei den Beratern vorbei. Dabei werden oft finanzielle Fragen gestellt. Zum Bespiel danach, wie die Kosten für eine Heimunterbringung gestemmt werden können.

Laut Katner kommen überwiegend Leute mittleren Alters, deren Eltern schon einen bestimmten Pflegegrad haben. Aber auch Betroffene geraten durch die mobile Beratungsstelle in Erstkontakt mit den Pflegeberatern. An den mobilen Stellen erhalten die Oberhausener vorerst Basisinformationen, worum es bei der Pflegeberatung geht. Im weiteren Verlauf werden private Termine vereinbart.

Diskussion um weitere Standorte

Ende dieses Jahres wird entschieden, ob die Standorte der „mobilen Seniorenberatung“ auf zwei weitere dauerhafte ausgeweitet werden. Zur Zeit ist die mobile Beratung jeden dritten Donnerstag im Monat am Bero zu finden. „Da dort viele Oberhausener einkaufen und das Mobil immer wieder präsent ist, bleibt es in den Köpfen der Menschen“, erklärt Katner. „Sie wissen, an wen sie sich wenden müssen und dass dort die Möglichkeit besteht, Fragen zu stellen und sich Informationen zu besorgen.“ Mit dieser Aktion will die Pflegeberatungsstelle die Menschen auf die vorhandenen Hilfsmaßnahmen hinweisen und sie so gut es geht unterstützen.

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