Geschäftseröffnung

In Oberhausen gibt es jetzt Doppelgänger aus dem 3D-Drucker

Christina Clevorn und Benjamin Harpering bieten in Osterfeld Figuren aus dem 3D-Drucker an. Clevorn zeigt hier eine Figur von sich selbst. Im Hintergrund ist der Scanner zu sehen, der 70 Fotos der Modelle gleichzeitig macht.

Christina Clevorn und Benjamin Harpering bieten in Osterfeld Figuren aus dem 3D-Drucker an. Clevorn zeigt hier eine Figur von sich selbst. Im Hintergrund ist der Scanner zu sehen, der 70 Fotos der Modelle gleichzeitig macht.

Foto: Tamara Ramos

Oberhausen.   Die Tiny Creatures Company druckt dreidimensionale Figuren. Kunden wollen die Tattoos auf ihrem Rücken sehen oder den Heiratsantrag nachstellen.

Fotos von Familie, Freunden und Haustieren hat wohl jeder zu Hause im Regal stehen, viele tragen auch Bilder im Portemonnaie umher oder haben welche auf dem Schreibtisch im Büro platziert. Seit etwa einem Monat bietet die Tiny Creatures Company in Osterfeld eine ganz neue Möglichkeit an, seine Liebsten immer dabei zu haben – und das dreidimensional. Hier entstehen Doppelgänger aus dem 3D-Drucker.

Der gebürtige Osterfelder Benjamin Harpering hat die außergewöhnliche Geschäftsidee nach Oberhausen geholt und ist mit den ersten Wochen sehr zufrieden: „Die Kunden reißen uns die Figuren im Moment aus den Händen.“ Das nächste Geschäft, das so etwas anbietet, gebe es in Dortmund.

Harpering, nach eigenen Aussagen „total technikbegeistert“, ist gelernter IT-Systemkaufmann, hat in verschiedenen digitalen Werbeagenturen gearbeitet, Konzerne bei der Digitalisierung begleitet und später das IT-Systemhaus seines Vaters übernommen. „Mit Computerdienstleistungen kann man aber gar nicht mehr so viel Geld verdienen“, sagt er. Und so kam es zur Tiny Creatures Company.

70 Kameras machen gleichzeitig ein Bild

„Was ist denn das für eine Kugel?“, würden viele neugierige Osterfelder fragen, wenn sie das Ladenlokal an der Kirchstraße betreten. Die Kugel, das ist der Scanner, der das 3D-Modell von Mensch oder Tier erstellt. Der Kunde stellt sich auf ein kleines Podest, 70 Kameras machen gleichzeitig ein Bild – jede aus einer anderen Perspektive. Auf einem Server wird dann eine Druckvorlage erstellt. Bis zu drei Personen können zusammen fotografiert und anschließend gedruckt werden. Inklusive Nachbearbeitung soll es etwa zwei Wochen dauern, bis der Kunde seine fertige Figur abholen kann.

Neben dem Geschäftsführer arbeiten Christina Clevorn als fest angestelltes „Mädchen für alles“ und zwei Aushilfen bei der Tiny Creatures Company. In Zukunft möchten sie mit ihrem mobilen Scanner auch Veranstaltungen im Ruhrgebiet besuchen.

Bis zu 50 Zentimeter groß

„Mit dieser Technik kann ich Momente festhalten“, sagt Benjamin Harpering. Viele junge Eltern würden ja die Füße oder Hände ihrer Kinder in Ton drücken, hier könnten sie gleich ein komplettes Abbild des Nachwuchses drucken lassen. „Es war ein Kunde hier, dessen Vater in Nigeria lebt“, erzählt Benjamin Harpering. „Der möchte ihm jetzt eine Figur von sich schicken.“ Ein Paar habe seinen Heiratsantrag noch einmal nachgestellt und drucken lassen. Kunden, die am ganzen Körper tätowiert sind, lassen sich eine Figur drucken, um auch die Kunstwerke auf ihrem Rücken sehen zu können. „Hunde sind auch sehr beliebt“, sagt der Oberhausener. Und ein Kunde wollte eine 50 Zentimeter große Figur von sich selbst, um diese dann in Bronze gießen zu lassen.

Bis zu 50 Zentimeter groß sind die Figuren der Tiny Creatures Company, größere Modelle sind auf Anfrage möglich. Für 59 Euro bekommt man aber schon eine acht Zentimeter große Figur. „Wir wollen jedem die Möglichkeit geben, aber keine Abstriche bei der Qualität machen“, hat sich der Geschäftsführer als Ziel gesetzt.

Grundsätzlich gilt: Je größer die Figur, desto mehr muss bearbeitet werden, desto feiner können aber auch Gesichtszüge und andere Details ausgearbeitet werden. Und das hat seinen Preis: Die größten Figuren (50 Zentimeter) kosten 999 Euro. Etwa ein Tag Arbeit steckt in einer 15-Zentimeter-Figur. Sie werden aus einem Material mit dem Namen „Core“ gedruckt, anschließend mit Kunstharz ausgehärtet und mit einem Mattlack überzogen, „damit die Figuren richtig glänzen“.

>>> Eröffnungsparty steigt am Samstag

Die Tiny Creatures Company an der Kirchstraße 10 in Osterfeld hat montags bis freitags von 11 bis 17 Uhr geöffnet.


Am Samstag, 4. August, laden Benjamin Harpering und sein Team zu einer kleinen Eröffnungsparty ein. Bei Musik, Grillwürstchen und Getränken können sich die Besucher von 11 bis 17 Uhr umschauen und alles rund um die „Tiny Creatures“ erfahren.

UPDATE, 25. Januar 2019: Durch einen Leserhinweis haben wir erfahren, dass es die "Tiny Creatures Company" scheinbar nicht mehr gibt. Das Ladenlokal in Osterfeld steht leer, die Facebook-Seite wurde gelöscht und auch telefonisch ist der Inhaber nicht mehr zu erreichen.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben