Selbsthilfegruppen

In Oberhausen gibt es ein Rezept gegen Alltagsmonster

Heike Kehl-Herlyn (Paritätischer), Heike Better-Walter (Apotheke), Jin Mann (Apotheke) und Svenja Ricken (Paritätischer) zeigen Flyer.

Foto: Gerd Wallhorn

Heike Kehl-Herlyn (Paritätischer), Heike Better-Walter (Apotheke), Jin Mann (Apotheke) und Svenja Ricken (Paritätischer) zeigen Flyer. Foto: Gerd Wallhorn

OBERHAUSEN.   Ob Krankheiten, Ängste, Stress oder Trauer: Selbsthilfegruppen helfen in vielen Fällen weiter.

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Am Anfang steht ein Wortspiel. „Wir haben das Rezept gegen Alltagsmonster“, zitiert Heike Kehl-Herlyn von „Der Paritätische“. Die Mitarbeiter der Selbsthilfekontaktstelle haben ideale Standorte für eine Werbekampagne für die 100 Oberhausener Selbsthilfegruppen ausgewählt: Apotheken. Dort muss fast jeder mal hin. In Apotheken zeigt der Paritätische jetzt eine Wanderausstellung, die über das Angebot informiert. Den Anfang macht die „Bero Apotheke“ im Bero-Zentrum. Parallel dazu wird in der Elefanten-Apotheke in Sterkrade eine Ausstellung gezeigt.

Die Ausstellungen sagen aus: Das Rezept gegen das Alltagsmonster sei Reden. „Tauschen Sie sich mit Menschen aus, die Ihre Erfahrungen teilen, helfen und stärken Sie sich gegenseitig“, werden die Menschen aufgefordert. Sucht, Gesundheitsfragen, soziale Selbsthilfe oder psychische Erkrankungen sind die großen Überbegriffe für das umfangreiche Angebot an Selbsthilfegruppen. „Besonders nachgefragt sind die Gruppen für psychische Erkrankungen“, weil es auf diesem Gebiet an einer Versorgung an Therapeuten für die Patienten mangelt“, sagt Heike Kehl-Herlyn. In Selbsthilfegruppen könnten Betroffene die Zeit bis zum Beginn einer Therapie überbrücken.

Aufbau neuer Gruppen

„Wir helfen auch beim Aufbau neuer Gruppen“, verspricht Heike Kehl-Herlyn. Das Angebot an Selbsthilfegruppen sei ja auch ein Seismograph für gesellschaftliche Entwicklungen. Heute könnte sie sich gut einen Zusammenschluss von Menschen vorstellen, die von Multiresistenten Keimen betroffen seien. Und es entwickele sich eben auch ganz viel im psychischen Bereich. „Ich kenne auch eine Dame, die eine Gruppe für Schmerzpatienten einrichten möchte“, sagt sie. Auf jeden Fall seien Menschen, die in Selbsthilfegruppe gingen, irgendwann Experten für ihr Thema.

Apotheken wählten die Mitarbeiter vom Paritätischen für die Ausstellungen, weil dort so viele Menschen ein- und ausgehen. „Die Mitarbeiter sind Multiplikatoren, wir schulen das Personal auch zu diesem Thema“, erklärt Heike Kehl-Herlyn. Das Wortspiel „Wir haben das Rezept“ passe natürlich gut zu den Apotheken.

Wenn es in Oberhausen selbst bei einer ganz seltenen Erkrankung mal kein Rezept gebe, könnten Betroffene immer noch auf die bundesweite Arbeit von Selbsthilfegruppen zurückgreifen.

Die Ausstellung wird bis Anfang April in der Bero-Apotheke gezeigt. Danach wandert sie weiter, damit mehr Menschen das Rezept gegen das Alltagsmonster kennenlernen.

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