Verkehr

In Oberhausen bekommen Radfahrer die grüne Welle

Die Stadtspitze möchte den Radverkehr in Oberhausen stärken. Die Früherkennung für das Ampelsignal soll ein Baustein sein.

Die Stadtspitze möchte den Radverkehr in Oberhausen stärken. Die Früherkennung für das Ampelsignal soll ein Baustein sein.

Foto: Gerd Wallhorn

Oberhausen.  Eine automatische Erkennung soll Wartezeiten an 30 Ampeln spürbar verkürzen. Mit der Umrüstung soll noch in diesem Jahr begonnen werden.

Mehr als zwei Minuten muss ein Radfahrer bislang an der Kreuzung Weseler Straße/Weierstraße/Hiesfelder Straße warten, bis er die Straße überqueren kann. Diese und andere Wartezeiten sollen künftig reduziert oder im besten Fall ganz vermieden werden. An 30 Stellen in Oberhausen soll es automatische Anfahrerkennungen und damit die grüne Welle für Radfahrer geben.

Noch in diesem Jahr sollen die ersten Ampeln mit der neuen Technik umgerüstet werden, sagt Planungsdezernentin Sabine Lauxen auf Anfrage der Redaktion. Anfang des nächsten Jahres, pünktlich zur Radsaison, sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Zurzeit wird die Vorlage der Stadtverwaltung in den verschiedenen Ausschüssen beraten.

Eine Art Fernsteuerung für Radler

Die automatische Anfahrerkennung funktioniert wie folgt: Passiert der Radfahrer eine bestimmte Stelle, erhält die Ampel, auf die er sich zubewegt, ein Signal. Bis der Radler dann an der Ampel angekommen ist, springt sie von Rot auf Grün und der Fahrer braucht nicht mehr bremsen und absteigen, sondern kann die Straße zügig überqueren. Dieses Signal ist vergleichbar mit der Taste, die Fußgänger beim Überqueren einer Ampel drücken müssen, damit sie auf Grün schaltet. Es geht hier sozusagen um eine Fernsteuerung für Fahrradfahrer.

20 Stellen in Oberhausen werden mit einer Induktionsschleife zur Erkennung der Radfahrer ausgestattet, zehn Stellen mit einer thermischen Kamera. Was Autofahrer an dieser Stelle interessieren dürfte: Sie müssen nicht länger an der Ampel warten, denn an der Ampelschaltung an sich ändert sich ja nichts. Der Radfahrer erhält durch die automatische Erkennung nur die Möglichkeit, früher – also während der Fahrt – den Anforderungskontakt zu senden. Wie hoch die Zeitersparnis ist, sei abhängig vom Standort und der bislang vorhandenen Wartezeit, erklärt Sabine Lauxen.

Studenten fahren die Strecken ab

Von März bis Mai sind studentische Hilfskräfte die Strecken in Oberhausen mit Fahrrädern und GPS-Geräten abgefahren, die Auswertung der Daten haben Mitarbeiter der Stadtverwaltung übernommen. Mit diesem Projekt hat Oberhausen am Bundeswettbewerb „Klimaschutz im Radverkehr“ des Bundesumweltministeriums erfolgreich teilgenommen. Das hat sich gelohnt: 90 Prozent der Kosten für die Umrüstung übernimmt der Bund. Die Gesamtkosten liegen bei rund 237 630 Euro, 26 404 Euro davon muss die Stadt selbst tragen.

Die in diesem Modellprojekt ausgemachten 30 Standorte sollen dazu dienen, Erkenntnisse für zukünftige Planungen zu erhalten. Vorstellbar sei eine Ausweitung der Standorte mit automatischen Detektionen. Die Stadtverwaltung sieht in dem Projekt eine Möglichkeit, den Radverkehr zu fördern. „Wir gehen von Zeitersparnis und auch von einem angenehmeren und flüssigeren Fahren für die Radfahrer aus“, sagt Planungsdezernentin Lauxen.

>>> Mehr Sicherheit für die Verkehrsteilnehmer

Die Stadtverwaltung erhofft sich, dass durch die reduzierte Wartezeit an Ampeln weniger Radfahrer über Rot fahren. Damit werde die Sicherheit im Verkehr erhöht. Eine automatische Detektion gibt es bereits seit 2015 in Oberhausen. An der Königstraße an der Auf- und Abfahrt zur Autobahn sei diese laut Stadtverwaltung erfolgreich getestet worden.

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