Kommentar

In die Zwickmühle

Ralph Wilms kommentiert die Ausstellung in der Ludwiggalerie – und einen problematischen Trend in zahlreichen Museen.

Ralph Wilms kommentiert die Ausstellung in der Ludwiggalerie – und einen problematischen Trend in zahlreichen Museen.

Foto: Gerd Wallhorn

Oberhausen.   Wenn der Katalogband wesentlich interessanter ist als die Ausstellung, haben die Macher ein Problem – das sie ruhig benennen sollten.

Es dürfte nicht das Anliegen dieser Ausstellung gewesen sein – doch „Fix & Foxi“ macht anschaulich deutlich, dass ein Museum in die Zwickmühle geraten kann, wenn es nur über Exponate aus einer Hand verfügt: Für eine wirklich fundierte kritische Würdigung fehlt die Gegenposition.

Leihgeber Stefan Piëch ist damit keineswegs Goodwill und Großzügigkeit abgesprochen. Aber gerade die im Katalog so zentralen Kapitel „Rolf Kauka in der Kritik“ und „Die Idee vom deutschen Walt Disney“ hätten am schlagkräftigsten Gegenüberstellungen illustriert: Ein Goofy neben Lupo – und man weiß, wer wen „inspirierte“.

Kein exklusives Problem der Ludwiggalerie

Es ist beileibe kein exklusives Problem der Ludwiggalerie, dass sich kritische Aspekte der kuratorischen Arbeit nur noch in Katalog-Essays nachvollziehen lassen. Selbst die größten Häuser sehen sich bisweilen einem potenten Leihgeber ausgeliefert. Öffentlich machen sie solche Nöte nur sehr selten, man kann’s verstehen.

Wenn der (angemessen teure) Katalog das interessantere Erlebnis verspricht als der Rundgang entlang einer Überfülle einander sehr ähnlicher Originale – dann sollte die Ausstellung sich selbst zum Thema machen: „Hier hätten wir gerne anderes gezeigt, konnten es aber nicht bekommen.“

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