Southern Rock

In der Arena Oberhausen nehmen Lynyrd Skynyrd Abschied

„Black is the Colour“ – jedenfalls wenn das Nonett Lynyrd Skynyrd sich fein macht fürs offizielle Gruppenbild vor der letzten Tournee.

„Black is the Colour“ – jedenfalls wenn das Nonett Lynyrd Skynyrd sich fein macht fürs offizielle Gruppenbild vor der letzten Tournee.

Foto: Doltyn Snedden

Oberhausen.  Mit den Evergreens „Sweet Home Alabama“ und „Free Bird“ kommt die Southern-Rock-Legende auf ihrer Farewell-Tournee am 15. Juli 2020 in die Arena.

Die weitgespannten Melodiebögen von „Sweet Home Alabama“ und „Free Bird“ lodern eine letztes Mal live am 15. Juli 2020 in der König-Pilsener-Arena. „Lynyrd Skynyrd“, die nach den Allman Brothers älteste Southern-Rock-Institution der US-Südstaaten, nimmt hier auf ihrer letzten Tournee auch Abschied von den deutschen Fans.

Perfektes Zusammenspiel von drei Lead-Gitarristen

Begeistertes Publikum, klasse Kritiken: Gute Gründe für Lynyrd Skynyrd, nach den drei umjubelten Konzerten ihrer „Farewell-Tour Germany 2019“ im Folgejahr nochmals in Deutschland zu gastieren. Die bereits Mitte 2018 gestartete globale Abschiedsreise ist beispielhaft dokumentiert auf der CD „Live in Atlantic City“. Die spätestens seit dem 1976er Doppelalbum „One more from the Road“ international als erstklassiger Live-Act bekannte Band wird während gut 90 Minuten mit ihren Klassikern ins Karrierefinale reiten: Von „Sweet Home Alabama“ über „What’s your Name“, „Gimme three Steps“ oder „Saturday Night Special“ bis hin zur LP-seitenlangen Rock-Hymne „Free Bird“.

Über den Auftritt von „Leh-`nérd Skin-nérd“ (so lautete die Aussprache-Hilfe auf ihrem Debüt-Album) in der Landeshauptstadt war die Berliner Morgenpost 2019 voll des Lobes: „Der Sound ist perfekt, das Zusammenspiel souverän, die Gitarrenarbeit beeindruckend – und die ‚Crowd‘ selbstredend begeistert“.

Die Überlebenden machten weiter

Seit der Gründung als Schülerband in Jacksonville, Florida, vor 55 Jahren haben Lynyrd Skynyrd über 30 Millionen Tonträger verkauft. Im Oktober 1977 starben Sänger Ronnie Van Zant und drei weitere Passagiere aus dem Umfeld der Band beim Absturz einer museumsreifen Convair auf dem Weg nach Baton Rouge. Es war die dritte Flugzeug-Tragödie der US-Musikgeschichte, nachdem 1959 Buddy Holly und 1967 Otis Redding ums Leben gekommen waren. Die LP, die nur wenige Tage nach der Katastrophe ausgeliefert wurde, hieß ausgerechnet „Street Survivors“.

Lynyrd Skynyrd verabschieden sich mit wehenden Fahnen

Die Überlebenden machten weiter, rekrutierten – wie die Allman Brothers – weitere hochtalentierte Musiker aus den Reihen ihrer Familien. Johnny van Zant hisst als heutiger Frontmann des Nonetts bereits seit 32 Jahren die Rebellen-Flagge. An seiner Seite: die Gitarristen Gary Rossington, Rickey Medlocke und Mark „Sparky“ Matejka, Peter Keys an Keyboards, Michael Cartellone am Schlagzeug, Keith Christopher am Bass plus Dale Krantz Rossington und Carol Chase als Sängerinnen.

Zusammen werden sie eindrücklich beweisen, warum das renommierte Magazin „Rolling Stone“ Lynyrd Skynyrd in seine Liste der „100 Greatest Artists of all Time“ aufgenommen hat: Weil diese Formation sich und ihren Fans den Luxus einer feurigen „Gitarren-Armee“ gönnt – gegen deren Finessen die meisten anderen nur Rumpel-Rock bieten. Lynyrd Skynyrd verabschieden sich und ihren speziellen Mix aus Country, Blues und Hardrock mit wehenden Fahnen.

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