Mobilität

Im RRX nicht mehr direkt von Oberhausen nach Köln-Mülheim

So soll sie aussehen: die schöne, neue RRX-Zukunft. Hier NRW-Minister Hendrik Wüst (CDU) bei einer Probefahrt auf der Teststrecke in Wegberg-Wildenrath im neuen Nahverkehrszug des Rhein Ruhr Express.

Foto: Henning Kaiser / dpa

So soll sie aussehen: die schöne, neue RRX-Zukunft. Hier NRW-Minister Hendrik Wüst (CDU) bei einer Probefahrt auf der Teststrecke in Wegberg-Wildenrath im neuen Nahverkehrszug des Rhein Ruhr Express. Foto: Henning Kaiser / dpa

OBERHAUSEN.   Wenn der RRX da ist, führt der Weg zum Kölner Hauptbahnhof von Oberhausen aus künftig linksrheinisch über Neuss und Dormagen.

Der Rhein Ruhr Express (RRX) steht für ein neues, unkompliziertes Zeitalter der Mobilität in der Rhein-Ruhr-Region. Im 15-Minuten-Takt sollen die RRX-Züge im nächsten Jahrzehnt die großen Städte an Rhein und Ruhr miteinander verbinden. Auch Oberhausen zählt zu diesem Netz. Doch auf einer wichtigen Verbindungsachse ist im Vergleich zur heutigen Situation für Oberhausener Passagiere eine deutliche Verschlechterung absehbar, wenn das RRX-Netz wie derzeit geplant verwirklicht wird.

Carsten Kramer ist Bahnpendler und weist auf diese wenig erfreuliche Perspektive hin: Die Direktverbindung von Oberhausen nach Köln-Mülheim, derzeit durch den rege genutzten Regionalexpress 5 gewährleistet, entfalle gegen Ende des Jahrzehnts, wenn die RRX-Planungen verwirklicht werden. Der Leser schreibt: „Ich persönlich könnte dadurch sogar zu einem Wegzug aus meiner Geburts- und Heimatstadt Oberhausen gezwungen werden, da ich täglich zwischen Oberhausen Hauptbahnhof und Köln-Mülheim pendle.“

Umsteigen in Düsseldorf

Ein Blick auf die Planungen für das RRX-Streckennetz bestätigt: Im Endausbau des RRX-Netzes ist keine direkte Verbindung mehr zwischen Oberhausen und Köln-Mülheim vorgesehen. Die künftige RRX-Linie 5 fährt über Wesel, Oberhausen, Duisburg und Düsseldorf. Carsten Kramer und alle anderen Pendler müssten dann in Düsseldorf von der Linie 5 in eine von gleich vier weiteren RRX-Verbindungen (RRX 1, 2, 4 oder 6) umsteigen, um in die Domstadt zu gelangen. Alternativ fährt der künftige RRX 3 von Hamm kommend über Oberhausen über den Kölner Hauptbahnhof zum Kölner Flughafen. Der zweigt zuvor allerdings linksrheinisch über Neuss und Dormagen ab.

Der Oberhausener sieht dieses Szenario bereits mit Schrecken: „Die Verbindung würde pro Tag mindestens 20 bis 30 Minuten länger dauern – und viel schlimmer: Ich müsste in jede Richtung einmal umsteigen. Das ist auf Dauer nicht zu machen.“ Carsten Kramer appelliert an die Stadtverwaltung, sich für ein Fortbestehen der Direktverbindung nach Köln-Mülheim einzusetzen. Oberhausen, Duisburg, Düsseldorf, Köln-Mülheim – das sei aus seiner Sicht die meist genutzte Route, unterstreicht der Leser, der ergänzt: „Ich habe meine Wohnung in Oberhausen wegen ihrer Nähe zum Bahnhof gewählt.“

Linienkonzept wird weiterentwickelt

Noch bleibt ein Hoffnungsschimmer: Ende 2018 soll erst einmal der RRX-Vorlaufbetrieb starten. Der Ausbau erfolgt dann Schritt für Schritt. Und in der Karte zu den sieben künftigen RRX-Linien heißt es im Kleingedruckten: „Das Linienkonzept wird weiterentwickelt.“

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