Arbeitssicherheit

IG BAU fordert mehr Kontrollen auf Oberhausener Baustellen

Bei der Überprüfung von insgesamt 400 Baustellen auf Absturzgefahren hat die Arbeitsschutzverwaltung im Mai und Juni 2018 „teils eklatante Mängel“ festgestellt. Foto:Christophe Gateau

Bei der Überprüfung von insgesamt 400 Baustellen auf Absturzgefahren hat die Arbeitsschutzverwaltung im Mai und Juni 2018 „teils eklatante Mängel“ festgestellt. Foto:Christophe Gateau

OBERHAUSEN.   Die Arbeitsschutzbehörden müssten mehr Personal einsetzen, meint Bezirksvorsitzender Köster. 2017 habe es in NRW 23.100 Arbeitsunfälle gegeben.

Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) fordert mehr Arbeitsschutzkontrollen auf Oberhausener Baustellen. „Firmen müssen praktisch nur alle paar Jahre mit einer Kontrolle rechnen – wenn überhaupt“, kritisiert Bezirksvorsitzender Peter Köster. Dementsprechend sei es kaum verwunderlich, dass einige Bauunternehmen die Vorschriften nicht ordnungsgemäß einhalten würden.

Allein im vergangenen Jahr habe es in NRW nach Angaben der Gesetzlichen Unfallversicherung (GUV) rund 23.100 Arbeitsunfälle und 17 Tote gegeben. Zahlen für Oberhausen liegen weder der GUV noch dem Gesundheitsministerium vor. Köster warnt davor, dass das Unfallrisiko aufgrund des Bau-Booms in den kommenden Jahren zunehmen könnte: „Volle Auftragsbücher und das Arbeiten unter Zeitdruck führen allzu oft dazu, dass auf Schutzmaßnahmen verzichtet wird“, so Köster.

Um die Sicherheit der Arbeiter weiterhin gewährleisten zu können, plädiert der Bezirksvorsitzende der IG BAU deshalb für zusätzliches Personal bei den Aufsichtsbehörden: „Schließlich müssen die Beschäftigten in den Betrieben und auf den Baustellen in Oberhausen das Gefühl haben, dass der Arbeitsschutz auch wirklich unter die Lupe genommen wird.“

Große Mängel beim Arbeitsschutz

In Oberhausen ist die Arbeitsschutzverwaltung NRW für die Kontrollen zuständig. Laut Gesundheitsministerium wurden im vergangenen Jahr landesweit rund 12.600 Betriebe überprüft. Die Kontrollen sind im Vergleich zu 2015 (12.900) und 2016 (13.500) leicht rückläufig. Das Gesundheitsministerium weist jedoch darauf hin, dass die Arbeitsschutzverwaltung in Oberhausen und anderen Städten auch sogenannte Schwerpunktaktionen durchführt. So seien im Mai und Juni 2018 innerhalb von sechs Wochen insgesamt 400 Baustellen auf Absturzgefahren überprüft worden.

Das Ergebnis: Die Arbeitsinspekteure hätten „teils eklatante Mängel festgestellt“, teilt das Gesundheitsministerium auf Anfrage dieser Redaktion mit. „In knapp zwei Dritteln der Fälle war der Seitenschutz unvollständig oder fehlte sogar ganz.“ Zudem seien 80 Prozent der Absturzsicherungen an oder in Gebäuden nicht ordnungsgemäß angebracht worden.

BG BAU will Kontrollen ausweiten

Neben der Arbeitsschutzverwaltung führt auch die Berufsgenossenschaft BAU stichprobenartig Kontrollen durch: „In der Stadt Oberhausen sind aktuell zwei Aufsichtspersonen im Bereich der Überwachung und Beratung auf Baustellen tätig“, erklärt Frank Werner, stellvertretender Leiter Hauptabteilung Prävention. Die Zahl der Mitarbeiter und Kontrollen sei zwar in den letzten zehn Jahren unverändert, solle aber zukünftig weiter ausgebaut werden.

„Die Erhöhung der Kontrollen ist allerdings nur eine Seite der Medaille“, betont Werner. Ebenso wichtig sei die Ahndung und sofortige Beseitigung von Bauschutzmängeln: „Hier gilt es, mit Augenmaß, aber auch konsequent zu handeln.“

>>> BG BAU BIETET SCHULUNGEN UND FORTBILDUNGEN AN

Die BG BAU setzt sich mit ihrem Projekt „Bau auf Sicherheit. Bau auf dich“ für bessere Schutzmaßnahmen auf Baustellen ein. Zudem will die Berufsgenossenschaft mit umfangreichen Schulungs- und Fortbildungsprogrammen Unternehmen für das Thema Arbeitsschutz sensibilisieren.

Weiter Informationen gibt es unter www.bau-auf-sicherheit.de.

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