Neue Mehrfamilienhäuser

Hunderte Wohnungen für das Möbelhaus-Gelände in Oberhausen

Könnte Platz für Wohnungen für bis zu 600 Menschen bieten: das heutige Gelände der Möbelstadt Rück im Schladviertel.

Foto: Hans Blossey

Könnte Platz für Wohnungen für bis zu 600 Menschen bieten: das heutige Gelände der Möbelstadt Rück im Schladviertel. Foto: Hans Blossey

Schladviertel.  Die SPD befasst sich mit dem Schladviertel: Nur wenn das alte Möbelhaus für ein Neubaugebiet abgerissen wird, darf XXXL zum Centro ziehen.

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Die Zahl der geplanten Wohneinheiten auf dem Gelände des Möbelhauses XXXL-Rück ließ kürzlich aufhorchen: 280. Das erschien Vielen als zu hoch. „Es könnten sogar noch mehr werden“, erklärte jetzt Stadtplaner Thomas Perian von der Stadtverwaltung bei einer Versammlung des SPD-Ortsvereins Oberhausen-Ost im Haus Union. Dann nämlich, wenn dort ausschließlich Single-Wohnungen geplant würden. Aber das sei noch alles völlig offen. Deshalb könnten sich ja Bürgerschaft und Kommunalpolitik mit Ideen dazu einbringen, riet er.

Die Stadt steht vor einer komplizierten Wenn-dann-Planung: Der vorhabenbezogene Bebauungsplan Nr. 28, wie er im Amtsdeutsch heißt, koppelt zwei Projekte aneinander: den Neubau des Möbelhauses an der Straße Brammenring im neuen Gewerbegebiet südlich vom Centro und den Rückbau des alten Möbelhauses einschließlich seiner Tiefgarage zugunsten eines Neubaugebiets mit neuer Tiefgarage. Das Eine läuft nicht ohne das Andere. So wird es später ein städtebaulicher Vertrag mit dem Investor, der österreichischen XXXL-Gruppe, regeln, die das Möbelhaus an der Straßburger Straße übernommen hat.

Drei Entwürfe des Investors für das Gelände

Bislang existieren nur der Aufstellungsbeschluss des Rates, also der Planungsauftrag an die Verwaltung, und drei Entwürfe des Investors, die Perian den SPD-Mitgliedern kurz vorstellte. Sie unterscheiden sich einerseits dadurch, ob die Villa Rück erhalten bleibt oder nicht. Und sie sehen eine unterschiedliche Anordnung der neuen Wohnbebauung vor, die danach überwiegend aus drei- bis fünfgeschossigen Häusern besteht.

In der ersten Variante (mit Villa) erstreckt sie sich in Form von u-förmigen Häusern mit Innenhöfen direkt entlang der Seilerstraße, während sich die Villa in eine Grünfläche entlang der Straßburger Straße einbettet, die sich ins Hinterland der Seilerstraße fortsetzt.

In Variante zwei ersetzt ein siebengeschossiges Wohnhaus die Villa. Entlang der Seilerstraße verläuft eine Parkanlage, hinter der sich die weitere Bebauung befindet. Richtung Stiftstraße läuft die Bebauung in Form einiger Reihenhäuser aus.

Variante drei (ohne Villa) sieht an der Straßburger Straße einen Park vor. Entlang der Seilerstraße dagegen sind drei- bis viergeschossige Blocks in Wohnhöfen geplant, die aber unabhängig von der Seilerstraße angefahren werden können.

Das aber sei noch in keiner Weise festgezurrt, erklärte der Referent. XXXL habe zwar seine Ertragsvorstellungen hinsichtlich der Vermarktung des Geländes. Die De­­tails der Bebauung sollen jedoch mit den Bürgern gemeinsam erarbeitet werden, auch wenn der Rat der Stadt letztlich entscheidet.

Die Grenzen des Machbaren

„Was ist die Zielklientel? Was stellen wir uns vor?“ Was sei auf keinen Fall akzeptabel? Diese Fragen müssten beantwortet werden. Und davon hänge es am Ende ab, wie viele Wohneinheiten gebaut würden. Während deren Zahl schwanken könnte, läuft es wohl auf 500 bis 600 neue Bewohner im Schladviertel hinaus. Es sei, so der Referent, genauso denkbar, eine Bebauung vorzusehen, die sich in ihren Dimensionen am Erhalt der Villa orientiere.

Zur Zeit könne er, Perian, nur sagen, dass XXXL voll hinter der Planung stehe. „Die geben richtig Gas.“ Da gelte es eben, auszutesten, wo für den Investor die Grenzen des Machbaren liegen.

Insgesamt sei die Situation für die Stadt günstig, denn zur Zeit gebe es starke Nachfrage nach Baugebieten in Oberhausen. Die Stadt sei also nicht darauf angewiesen, XXXL den Umzug durch besondere Zugeständnisse schmackhaft zu machen.

Kritische Stimmen in der SPD

In den Reihen der SPD gibt es schon konkrete Vorstellungen, wie die Bebauung im Schladviertel aussehen soll. Die Parkplatzsituation dort sei ja außerhalb der Geschäftszeiten von Rück schon heute nicht rosig, war zu hören. Besucherparkplätze aber müssten oberirdisch vorgesehen werden. Überlegungen des Vorsitzenden Maximilian Janetzki, das angrenzende Haus Abendfrieden um eine Großküche zu erweitern, erteilte Perian indessen eine Absage. „Das wäre ja eine gewerbliche Nutzung.“ Damit käme XXXL nicht auf seine Kosten.

Keine siebengeschossigen Mehrfamilienhäuser

Stadtverordnete Yannah Werner gab den Diskussionsstand innerhalb der SPD-Ratsfraktion wieder: Das siebengeschossige Gebäude komme nicht in Betracht. Überhaupt seien die Baukörper sehr massiv. Flachdächer, wie geplant, fügten sich aber nicht gut in die Nachbarschaft ein. In der Tat gebe es zu wenige Parkplätze. Und dann fehle es ja im Oberhausener Osten an Kindergartenplätzen.

Muss die Villa erhalten bleiben?

Bezirksvertreter Hartwig Kompa plädierte dafür, die Villa zu erhalten und sich baulich an ihrer Höhe zu orientieren. Auch sollten die unterschiedlichen Höhenverhältnisse des Geländes im Interesse einer vielgestaltigen Bebauung beibehalten werden. Innenhöfe sollten, um die Nachbarschaft un­ter den Neubürgern zu fördern, von den beiden Seitenstraßen her angefahren werden. Außerdem gab er zu bedenken, habe Rück ja schon oft umziehen wollen, es dann aber nie getan.

Thomas Perian erwiderte, hinsichtlich Haus Abendfrieden habe es Vorgespräche gegeben. Das Gebäude einer neuen Kita auf dem Gelände müsste die Stadt später anmieten. Die würfelförmigen Bau­körper seien energiesparend – eine Folge der Energieeinsparverordnung. In jedem Fall fehle es noch an der Feinabstimmung. Letztlich komme es darauf an, dass beide Seiten Vorteile von der Planung hätten.

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