Arthotel Ana

Hotel im Ex-Kaufhof zieht Bilanz – und kündigt Neues an

Modern eingerichtete, schallisolierte Zimmer: Das Arthotel Ana im ehemaligen Kaufhof-Gebäude in der Innenstadt von Oberhausen findet unter den Gästen durchaus Anklang.

Modern eingerichtete, schallisolierte Zimmer: Das Arthotel Ana im ehemaligen Kaufhof-Gebäude in der Innenstadt von Oberhausen findet unter den Gästen durchaus Anklang.

Foto: Kerstin Bögeholz / FUNKE Foto Services

Oberhausen.  Das Arthotel Ana startete in Oberhausen unter schwierigen Corona-Bedingungen. Doch die Bettenbelegung im alten Kaufhof-Gebäude überrascht.

Eigentlich kennt Martin Gotschewski, Manager des Touristikunternehmens „Gorgeous Smiling Hotels“ (GSH), die Branche wie seine Westentasche. Doch die Eröffnung des Arthotel Ana im ehemaligen Kaufhaus-Gebäude wird er so schnell nicht vergessen: „Ich habe noch nie ein Hotel eröffnet und es eine Woche später wieder geschlossen.“ Der plötzliche Corona-Lockdown bescherte dem Prestigeprojekt in der Innenstadt von Oberhausen einen komplizierten Start.

Oberbürgermeister Daniel Schranz, der sich mit einer Delegation der Oberhausener Christdemokraten jetzt über den Stand der Dinge informierte, pflichtet bei und erinnerte sich an das letzte Zusammentreffen mit Gotschewski – bei der Eröffnung. Die Entwicklung der Innenstadt nennt er eines der wichtigsten Projekte seiner Amtszeit. Das Kaufhof-Gebäude stand an der Marktstraße lange leer.

Hotel: 200 Zimmer an der Marktstraße – die Hälfte für Familien

Seit Ende Juni werden die 200 Zimmer nach den Corona-Lockerungen wieder vermietet. Die Hotelgruppe betreibt neben dem „Arthotel Ana“ auch das „Super 8“ an der Osterfelder Straße neben dem Centro Oberhausen – und stellt in der Stadt damit insgesamt 356 Zimmer für Reisende bereit. Für Gotschewski steht trotz des holprigen Starts fest: „Das Hotel an der Marktstraße ist eine kluge Investition.“

Während der Manager durch die breiten Hotelflure läuft, durch Etagen führt, auf denen der Kaufhof früher Herrenmode und Spielwaren an die Kunden brachte, erklärt er, warum sich die Kette für die Innenstadt entschieden hat. „Die Anbindung zum Bahnhof ist hervorragend. Zur Messezeit erhalten Gäste eine schnelle Verbindung nach Düsseldorf – und sie müssen dort keine hohen Zimmerpreise zahlen.“

Ein weiteres Argument, das sich in den ersten Wochen nach der Wiedereröffnung als Marktvorteil herausstellt, ist: genügend Platz. 100 Zimmer im Hotel eignen sich für mindestens drei Personen. „Wenn eine Familie aus den Niederlanden für eine Wochenend-Tour ein günstiges Zimmer sucht, landen sie bei uns.“ Auch Radfahrer, die für eine Nacht Halt machen, waren schon zu Gast. Wer Fahrräder für eine Stadterkundung benötigt, kann diese übrigens direkt an der Rezeption anmieten.

Hotel: Geschlossene König-Pilsener-Arena trifft Branche brutal

Die Gemeinschaftsräume des Hotels, vor allem für länger verweilende Gäste, haben sich bewährt, sagt der Hotelchef. Räume mit Gemeinschaftsküchen, Kicker- und Billardtisch seien angenommen worden. WLAN, Klimaanlagen, 24-Stunden-Rezeption und ein Stellplatz im angeschlossenen Parkhaus würden häufig angefragt – und gehörten zum Standard.

Die Zimmer messen zwischen 20 und 60 Quadratmeter. Manche sind wie kleine Apartments eingerichtet und besitzen Fenster, die bis zum Fußboden reichen. Trotz der Nähe zur Innenstadt hört man in den Räumen verblüffend wenig von Außen – die Schallisolierung scheint zu funktionieren.

Die Zimmerpreise hängen von Auslastung und Zeitpunkt ab. In der Regel geht es ab 69 Euro los. Schnäppchenjäger hätten bei Rabatt-Aktionen aber schon für 40 Euro übernachtet.

Auch wenn Gotschewski Zuversicht verbreitet, so kann er nicht verbergen, dass die Corona-Pandemie die Touristik-Branche immer noch fest im Würgegriff hält. „Die geschlossene König-Pilsener-Arena hat uns brutal getroffen“, sagt er ungeschminkt. Wenn Weltstars in Oberhausen gastieren, bringe dies deutlich mehr Übernachtungen. „Das trifft nicht nur uns, sondern auch andere Branchen – von Restaurants bis Taxiunternehmen.“

Hotel: Familie wohnte zehn Wochen in der Innenstadt

Erstaunlich: Trotz der lahmenden Reiselust verzeichnete das Arthotel Ana im August eine gute Auslastung. Mehr als die Hälfte der Zimmer war in diesem Monat vergeben. Für die Zukunft wünscht sich der Hotel-Manager, dass sich die Corona-Lage weiter entspannt. Und: Ein Fitnessstudio für Gäste möchte das Betreiberunternehmen auf der ersten Etage noch ergänzen.

Bemerkenswerte Begegnungen erfolgten in den Hotelfluren schon reichlich. So wollte eine Familie nach Australien auswandern und hatte das eigene Haus schon ausgeräumt und verkauft. Das Problem: Der plötzliche Corona-Lockdown verhinderte die fest eingeplante Umzugsreise. Für zehn Wochen zog die Familie im Hotel ein. Der bisher längste Aufenthalt in der neuen Innenstadt-Herberge.

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